Pferdefutter Swedish Ardennes: PSSM
Pferdefutter für den Swedish Ardennes: Stärke- und zuckerreduzierte Ration kontrolliert EMS und PSSM bei Kaltblütern.
- Stockmaß
- ca. 157 cm
- Gewicht
- 500–800 kg
- Herkunft
- Schweden

Swedish Ardennes auf einen Blick: Kraftpaket mit sparsamem Stoffwechsel
Der Swedish Ardennes (Svensk Ardenner) ist ein nordisches Kaltblut, das im späten 19. Jahrhundert in Schweden für schwere landwirtschaftliche Arbeit gezüchtet wurde. Was ihn ernährungsseitig so besonders macht: Dieser Zug- und Arbeitshorse hat seinen Körper über Generationen darauf optimiert, mit vergleichsweise wenig Futter auszukommen – er ist ein ausgesprochener Leichtfuttertyp. Ein massiger Körperbau und ein hocheffizienter Stoffwechsel sind zwei Seiten derselben Medaille: Was in mageren Jahrzehnten ein Überlebensvorteil war, wird unter heutigen Haltungsbedingungen mit reichlich Heu und gelegentlichem Kraftfutter leicht zum Risikofaktor.
Die zwei zentralen Ernährungsthemen beim Swedish Ardennes sind erstens das Gewichts- und Konditionsmanagement – Übergewicht, Equines Metabolisches Syndrom (EMS) und Hufrehe sind reale Gefahren – und zweitens die Polysaccharid-Speicher-Myopathie (PSSM Typ 1), eine genetisch bedingte Muskelerkrankung, die durch stärke- und zuckerreiche Rationen ausgelöst oder verschlimmert wird. Wer den Swedish Ardennes artgerecht ernährt, stellt hochwertiges, strukturreiches Heu in den Mittelpunkt, verzichtet im Regelfall auf Kraftfutter und ergänzt gezielt mit einem angepassten Mineralfutter.
Größe, Körperbau und was das für den Futterbedarf bedeutet
Der Swedish Ardennes ist ein mittelgroßes schweres Kaltblut mit einem Stockmaß von rund 157 cm (etwa 15 bis 16 Hands) und einem Körpergewicht, das je nach Individuum zwischen 500 und über 800 kg liegen kann. Das Gewichtsspektrum ist dabei entscheidend für die Rationsberechnung: Der Richtwert für die tägliche Raufutteraufnahme (Trockenmasse) liegt bei mindestens 1,5 % des Körpergewichts pro Tag – bei einem 600-kg-Kaltblüter sind das also mindestens 9 kg Heu-Trockenmasse täglich.
Trotz seiner imposanten Statur gehört der Swedish Ardennes zu den leichtfuttrigen Rassen: Sein Energiebedarf im Erhaltungsstoffwechsel ist im Verhältnis zur Körpermasse niedriger als bei Warmblütern oder Vollblütern. Der breite, tiefe Rumpf und das kompakte Exterieur sind typisch für Kaltblüter und Arbeitspferde dieser Region. Diese Robustheit bedeutet jedoch nicht, dass beliebig viel gefüttert werden kann – im Gegenteil: Das Risiko für Übergewicht und Verfettung ist bei diesem Typ besonders hoch, weshalb die Konditionsbewertung (Body Condition Score, BCS) regelmäßig vorgenommen werden sollte.
Wesen und Charakter: Gutmütigkeit mit Konsequenzen für die Haltung
Der Swedish Ardennes gilt als ruhiges, gutmütiges und williges Arbeitspferd. Züchter und Halter schätzen seine Ausgeglichenheit, seinen unkomplizierten Charakter und seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Er ist als Familienpferd und in der Brauchtumspflege ebenso geschätzt wie in der traditionellen Forstarbeit.
Diese Wesenseigenschaft hat einen direkten Bezug zur Ernährung: Ruhige, wenig aufregende Pferde neigen dazu, sich viel Zeit zum Fressen zu nehmen, wenig Energie zu verbrennen und Körpergewicht leicht anzusammeln. Gleichzeitig macht die Gelassenheit des Swedish Ardennes ihn weniger anfällig für stressbedingte Erkrankungen wie Magengeschwüre – ein Risiko, das bei nervösen Warmblütern oder Rennpferden deutlich ausgeprägter ist. Dennoch gilt auch für ihn: Lange Fresspausen – etwa durch zu restriktive Heugaben ohne Ausweichmöglichkeit – begünstigen Koliken und können die Magenschleimhaut belasten. Ein kontinuierlicher Zugang zu Raufutter oder zumindest engmaschige Fütterungsintervalle sind artgerecht und gesundheitlich sinnvoll.
Die grundsätzliche Genügsamkeit des Wesens darf nicht dazu verleiten, die Rationsqualität zu vernachlässigen. Auch ein ruhiges, unspektakuläres Pferd hat klare Mindestanforderungen an Mineralstoffversorgung, Strukturfaser und Wasseraufnahme.
Herkunft und Geschichte: Nordischer Arbeiter mit Sparsamkeits-Genetik
Der Swedish Ardennes entstand im späten 19. Jahrhundert, als schwedische Landwirte leistungsstarke, aber robuste Zugpferde für die Landwirtschaft benötigten. Als Grundlage dienten importierte belgische Ardennerhengste, die auf einheimische schwedische Nordblutstuten gekreuzt wurden. Das Ergebnis war ein Pferd, das die Zugkraft des Ardennerblutz mit der Härte und Anspruchslosigkeit nordischer Arbeitspferde verband.
Diese Geschichte der Genügsamkeit ist bis heute im Erbgut des Swedish Ardennes verankert: Jahrhunderte der Selektion auf Leistungsfähigkeit bei begrenztem Futterangebot – kurze Vegetationsperioden, karge Weiden, lange Winter – haben einen Stoffwechseltyp hervorgebracht, der Energie außerordentlich effizient verwertet. Was unter bäuerlichen Haltungsbedingungen des 19. Jahrhunderts lebensnotwendig war, macht heute eine sorgfältige Rationsplanung erforderlich: Die genetische Sparsamkeit bedeutet in modernen Haltungsumgebungen mit reichem Heuangebot oder gar Zugang zu üppigen Weiden ein erhöhtes Risiko für Übergewicht, EMS und die damit verbundene Hufrehe.
NordGen führt den Swedish Ardennes als bedrohte nordische Nutztierrasse und betont seine genetische Besonderheit – ein Hinweis darauf, dass Haltung und Ernährung rassekonform und nicht nach Warmblut-Maßstäben erfolgen sollten.
Pflege und Haltung: Raufutter-Basis, Bewegung und Fellpflege als Einheit
Der Swedish Ardennes ist ein robustes Pferd, das Offenstall- oder Paddockboxenhaltung mit ausreichend Bewegungsmöglichkeit bevorzugt. Bewegung ist dabei nicht nur eine Frage des Wohlbefindens, sondern eine ernährungsphysiologische Notwendigkeit: Regelmäßige moderate Bewegung unterstützt den Glukosestoffwechsel, reduziert das Risiko von PSSM-Episoden und hilft, das Körpergewicht im physiologischen Bereich zu halten.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die typische Befederung der Gliedmaßen (dichtes, langes Fesselhaaar): Diese ist rassespezifisch, birgt aber das Risiko für Chronische Progressive Lymphödeme (CPL) und Passadentzündungen (Mauke). Regelmäßiges Trockenhalten der Fesselregion und sorgfältige Fellpflege sind daher unverzichtbar – entzündungsfördernde Feuchtigkeit und mangelnde Hygiene können das Erkrankungsrisiko erhöhen.
Die Wasserversorgung wird im Alltag oft unterschätzt: Ein Kaltblüter dieser Größenordnung benötigt je nach Temperatur, Aktivität und Futterfeuchte täglich zwischen 30 und 50 Liter Wasser oder mehr. Frisches, sauberes Wasser sollte jederzeit zugänglich sein – auch im Winter, da Pferde bei kaltem Wasser die Aufnahme reduzieren und das Kolikrisiko steigt. Gelegentliches leichtes Anwärmen des Tränkwassers in Frostperioden kann die Aufnahme verbessern.
Gesundheit: Die drei ernährungsrelevanten Hauptrisiken beim Swedish Ardennes
Beim Swedish Ardennes konzentrieren sich die ernährungsrelevanten Gesundheitsrisiken auf drei eng miteinander verknüpfte Bereiche, die bei der Rationsgestaltung konsequent berücksichtigt werden müssen.
Polysaccharid-Speicher-Myopathie Typ 1 (PSSM1): Eine Mutation im Glykogen-Synthase-1-Gen (GYS1) ist beim Swedish Ardennes bekannt und wurde in Studien im Kontext nordischer Kaltblutrassen untersucht. PSSM1 führt zu einer krankhaften Anreicherung von Glykogen und atypischen Polysacchariden in der Skelettmuskulatur. Klinisch äußert sich die Erkrankung in Muskelsteifigkeit, Schweißausbrüchen, Bewegungsunlust und so genannten „Tying-up“-Episoden (Festliegen). Ernährungsstrategisch ist eine strenge Reduktion von Stärke und Zucker (Non-Structural Carbohydrates, NSC) zentral – kombiniert mit regelmäßiger, moderater Bewegung und dem Einsatz von Fett (z. B. Pflanzenöl) als alternativem Energieträger. Im Verdachtsfall ist eine genetische Testung und tierärztliche Begleitung unerlässlich.
Equines Metabolisches Syndrom (EMS) und Hufrehe: Als leichtfuttriger Kaltblüter neigt der Swedish Ardennes bei übermäßiger Kohlenhydratzufuhr – durch stärkereiches Kraftfutter, zuckerreiche Weiden oder minderwertiges Heu mit hohem Zuckergehalt – zu Insulindysregulation und in der Folge zu Hufrehe (Laminitis). Hufrehe ist eine der schmerzhaftesten und folgenreichsten Erkrankungen beim Pferd und kann bei wiederholten Episoden dauerhaften Hufschäden führen. Gewichtskontrolle, Heuwahl (möglichst zuckerarmes, strukturreiches Heu) und restriktives Weidemanagement im Frühjahr und Herbst sind präventiv entscheidend.
Chronische Progressive Lymphödeme (CPL) und Mauke: Die rassespezifische Befederung der Gliedmaßen begünstigt diese chronisch-entzündlichen Erkrankungen. Eine entzündungsmodulierende Ernährung – etwa mit einem günstigen Omega-3-zu-Omega-6-Verhältnis (z. B. durch Leinöl) – wird diskutiert, ersetzt jedoch keine tierärztliche Diagnose und Therapie. Im Zweifel sollte fachkundiger Rat eingeholt werden.
Ernährungsbedarf des Swedish Ardennes: Energie, Kondition und Lebensphasen
Der Energiebedarf des Swedish Ardennes orientiert sich an Körpergewicht, Aktivitätsniveau und Lebensphase – und liegt im Verhältnis zur imposanten Körpermasse niedriger als bei Warmblütern. Als Leichtfuttertyp neigt er dazu, aus gleichem Futter mehr verwertbare Energie zu ziehen.
Erhaltungsbedarf: Ein Swedish Ardennes mit durchschnittlich 600 kg Körpergewicht bei leichter bis keiner Arbeit deckt seinen Erhaltungsbedarf in den meisten Fällen vollständig durch qualitativ hochwertiges Heu. Der Richtwert von mindestens 1,5 % der Körpermasse als Raufutter-Trockenmasse täglich gilt als Untergrenze; bei Gewichtsproblemen kann eine bedarfsangepasste Rationierung sinnvoll sein, jedoch ohne die Fresspausen auf mehr als 4 Stunden zu verlängern, um Magenprobleme und Kolik-Risiko zu minimieren.
Arbeitsbedarf: Wird der Swedish Ardennes regelmäßig zur schweren Zugarbeit eingesetzt, steigt der Energiebedarf spürbar. In diesem Fall kann Kraftfutter ergänzend eingesetzt werden – allerdings stets nach der Raufuttergabe, in kleinen Portionen (nicht mehr als 0,5 kg pro 100 kg Körpergewicht je Mahlzeit) und vorzugsweise in Form von Hafer oder stärkearmem Pellet. Bei PSSM-Verdacht oder -Diagnose ist stärkehaltiges Getreide zurückhaltend einzusetzen; Pflanzenöl als Energieträger kann nach Rücksprache mit der tierärztlichen Fachkraft eine sinnvolle Alternative sein.
Body Condition Score (BCS): Die regelmäßige Konditionsbewertung nach dem 9-stufigen BCS-Schema (Henneke) ist beim Swedish Ardennes besonders wichtig. Ein BCS von 4–5 gilt als erstrebenswert; Werte ab 6–7 weisen auf Übergewicht hin und erfordern eine Rationsanpassung.
Fohlen und Jungpferde: Aufwachsende Pferde haben einen erhöhten Bedarf an Protein (essentielle Aminosäuren), Calcium und Phosphor sowie Spurenelementen. Ein qualitativ hochwertiges Aufzuchtmineralfutter zum Raufutter kann die Versorgung sichern. Überschüsse an Energie sollten auch hier vermieden werden, da überhöhte Wachstumsraten Skeletterkrankungen begünstigen können.
Tragende und laktierende Stuten: Der Nährstoffbedarf steigt vor allem in der Spätträchtigkeit und Laktation erheblich an. Eine angepasste Supplementierung – vorzugsweise über spezialisierte Stutenmineralfutter – und gegebenenfalls eine moderate Kraftfutterzulage sind in dieser Phase vertretbar, müssen aber mit dem Gewichtsmanagement abgestimmt bleiben.
Senioren: Ältere Swedish-Ardennes-Pferde können Schwierigkeiten mit der Kaueffizienz bekommen (Zahnverlust, abgenutzte Backenzähne). Hier kann gedämpftes Heu, Heucobs (eingeweicht) oder spezielles Seniorenfutter die Raufutteraufnahme unterstützen. Auch der Proteinbedarf kann im Alter leicht steigen.
Futter für den Swedish Ardennes: Heu als Fundament, Kraftfutter als Ausnahme
Raufutter – die unverzichtbare Basis: Heu ist und bleibt die wichtigste Futterkomponente für den Swedish Ardennes. Es stimuliert die Kautätigkeit (Speichelproduktion, Magengesundheit), versorgt den Verdauungstrakt kontinuierlich mit Strukturfaser und verhindert gefährliche Fresspausen. Bei einem Kaltblüter mit EMS- oder PSSM-Disposition gilt: Die Heuqualität ist mindestens so wichtig wie die Heumenge. Idealerweise sollte Heu aus der zweiten oder späteren Schnittfolge gewählt werden, das tendenziell weniger Zucker und Stärke (NSC) enthält als erster Aufwuchs. Bei konkretem Verdacht auf EMS oder Hufrehe kann eine Heuanalyse (NSC-Wert, Zucker- und Stärkegehalt) sinnvoll sein; liegt der NSC-Gehalt über 10–12 % Trockenmasse, empfiehlt sich das Wässern des Heus (30–60 Minuten einweichen, Wasser abgießen) zur Zuckerreduktion – im Zweifel mit einer Ernährungsberatung oder tierärztlichen Fachkraft abzustimmen.
Heulage kann als Alternative zu Heu eingesetzt werden, hat aber einen höheren Wassergehalt und damit eine andere Energiedichte – die gefütterte Frischmasse muss entsprechend angepasst werden. Für leichtfuttrige Kaltblüter mit Neigung zu Übergewicht ist energiereiche Heulage mit Vorsicht zu genießen.
Weide: Frisches Gras ist für Pferde natürlich und wertvoll, enthält aber – vor allem im Frühjahr, nach Trockenperioden und bei Nachtfrost – hohe Mengen an löslichen Kohlenhydraten (Fruktane, Zucker). Beim Swedish Ardennes ist ein sorgfältiges Anweidemanagement daher besonders wichtig: langsames Angewöhnen über mehrere Wochen, anfangs kurze Weidezeiten (1–2 Stunden täglich), bevorzugt morgens nach dem Tautrocken, nicht bei Wachstumsstoß oder nach Frost.
Kraftfutter – nur bei nachgewiesenem Mehrbedarf: Im Freizeitbetrieb und bei leichter Arbeit ist Kraftfutter für den Swedish Ardennes in der Regel nicht notwendig. Wer es einsetzt – etwa für schwer arbeitende Zug- oder Forstarbeitspferde – sollte zu stärkearmem Hafer oder speziellen Kaltblutpellets greifen. Müsli mit hohem Getreide-, Melasse- oder Fruktoseanteil ist für diese Rasse ungeeignet und erhöht das EMS- und PSSM-Risiko.
Mineralfutter: Da Raufutter die Mineralstoff- und Spurenelementversorgung selten vollständig abdeckt, ist ein bedarfsgerechtes Mineralfutter – ohne überflüssige Energieträger – für den Swedish Ardennes grundsätzlich empfehlenswert. Ein einfaches Mineralfutter oder Mineralsteinlecken kann die Basis sichern; bei spezifischen Erkrankungen (PSSM, EMS) sollte die Zusammensetzung mit einer fachkundigen Person abgestimmt werden.
Nahrungsergänzung für den Swedish Ardennes: Mineralfutter, Öl und gezielte Ergänzung
Die Nahrungsergänzung beim Swedish Ardennes sollte gezielt und bedarfsorientiert erfolgen – nicht nach dem Gießkannen-Prinzip. Folgende Ergänzungen werden in der Praxis diskutiert:
Mineralfutter / Vitaminmischung: Da Heu allein häufig Defizite bei Selen, Zink, Kupfer, Vitamin E und Vitamin D aufweist, ist ein hochwertiges Mineralfutter (ohne Getreideträger, zuckerarm) für den Swedish Ardennes im Regelfall sinnvoll. Die genaue Zusammensetzung sollte an das Grundfutter (Heuanalyse) und die Nutzungsphase angepasst sein.
Omega-3-Fettsäuren (Leinöl, Leinsamenschrot): Leinöl oder andere Omega-3-reiche Öle werden beim Pferd unter anderem im Zusammenhang mit entzündungsmodulierenden Effekten diskutiert – relevant für Pferde mit CPL, Mauke oder PSSM. Ob und in welchem Umfang eine Ergänzung sinnvoll ist, sollte im Einzelfall mit einer tierärztlichen Fachkraft besprochen werden. Öl kann bei PSSM-Pferden zudem als stärkefreier Energieträger eingesetzt werden.
Vitamin E: Pferde mit PSSM profitieren möglicherweise von einer zusätzlichen Vitamin-E-Gabe, da dieses Antioxidans eine Rolle bei der Muskelfunktion spielt. Die passende Menge sollte individuell und nach Rücksprache festgelegt werden.
Elektrolyte: Bei intensiver Arbeit und stärkerem Schwitzen (vor allem Schweiß beim Kaltblüter enthält viel Natrium und Chlorid) kann eine Elektrolytergänzung sinnvoll sein. Im Alltags- und Freizeitbetrieb deckt eine freie Salzlecke (Natriumchlorid) den Grundbedarf in der Regel ausreichend ab.
Biotinfutter und Hufergänzung: Angesichts des Hufrehe-Risikos beim Swedish Ardennes ist die Hufgesundheit ein relevantes Thema. Biotin, Methionin, Zink und Kupfer gelten als wichtige Bausteine für gesundes Hufhorn. Eine gezielte Hufpflege-Supplementierung kann bei nachgewiesenen Hufproblemen erwogen werden – immer als Ergänzung zu einer belastbaren Grundrationsversorgung.
Hinweis: Keine der genannten Ergänzungen ersetzt eine solide Raufutterbasis oder eine tierärztliche Diagnose. Überversorgung mit fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) und manchen Spurenelementen (Selen) kann schädlich sein – gezielte Supplementierung ist daher immer besser als pauschale Hochdosierung.
Fütterungsmanagement in der Praxis: Heurationen, Rhythmus und Weide beim Swedish Ardennes
Ein durchdachtes Fütterungsmanagement ist beim Swedish Ardennes mindestens so wichtig wie die Auswahl der richtigen Futterkomponenten. Folgende Grundsätze haben sich in der Praxis bewährt:
Heu-Qualität vor Heu-Menge: Eine Heuanalyse lohnt sich für jeden Swedish-Ardennes-Halter, insbesondere wenn Übergewicht, EMS-Anzeichen oder Hufprobleme aufgetreten sind. Zuckerarmes, strukturreiches Heu (NSC unter 10–12 % TS) ist die beste Prävention.
Fütterungsrhythmus und Fresspausen: Das Pferd ist ein Dauerfresser, dessen Magen kontinuierlich Salzsäure produziert – unabhängig davon, ob Futter vorhanden ist. Fresspausen von mehr als vier Stunden sind aus tiergesundheitlicher Sicht unerwünscht. Heunetze mit engerer Maschenweite können die Fressgeschwindigkeit verlangsamen und so bei gewichtsreduzierter Fütterung trotzdem eine kontinuierliche Beschäftigung sichern.
Wasserversorgung: Immer frisches, sauberes Wasser in ausreichender Menge bereitstellen – auch im Winter. Automatiktränken sollten regelmäßig auf Funktion und Sauberkeit kontrolliert werden.
Weidemanagement: Im Frühjahr und Herbst, bei wiederwachsendem Gras nach Trockenheit oder Frost sowie bei intensivem Graswachstum ist besondere Vorsicht geboten. Für Swedish-Ardennes-Pferde mit EMS-Disposition können Weidestunden zeitlich begrenzt (vorzugsweise morgens nach dem Tautrocken) oder bei Bedarf durch einen Weidemaul-Korb ergänzt werden. Paddocks mit wenig Grasbewuchs bieten eine sichere Alternative zur üppigen Weide.
Keine abrupten Futterwechsel: Jede Umstellung der Ration – ob neues Heu, Kraftfutter oder Mineralfutter – sollte schrittweise über mindestens 7–14 Tage erfolgen, um die Darmflora nicht zu destabilisieren und das Kolikrisiko zu minimieren.
Regelmäßige Gewichts- und Konditionskontrolle: Ein Maßband (Herzumfang) oder eine Pferdewaage, kombiniert mit der regelmäßigen BCS-Bewertung, gibt frühzeitig Hinweise auf Gewichtszunahme oder -verlust. Beim Swedish Ardennes empfiehlt sich eine Kontrolle mindestens alle vier bis sechs Wochen, in kritischen Phasen (Frühjahrsweide, Wintermonate mit reduzierter Bewegung) häufiger.
Quellen
- [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
- [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
- [3]Swedish Ardennes - Wikipediaweb
- [4]Swedish Ardennes - DiscoverTheHorseweb
- [5]Swedish Ardennes - Horse Breeds - Cowboy Frankweb
- [6]Swedish Ardennes draft horse | Nordens Arkweb
- [7]Swedish Ardennes - NordGenweb
Hinweis
Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.
Fragen zur Ernährung & Haltung
futter.de-Redaktion. KI-gestützt erstellt aus unserer geprüften Datenbasis, redaktionell kuratiert.
Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.
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