Pferdefutter Pottok-Pony: Pyrenäen Leichtfutterer
Pferdefutter für das Pottok-Pony: Baskisches Gebirgspony mit Leichtfutterer-Charakter braucht minimale Kraftfuttermengen. Hufrehe-Prävention durch strukturreiches Raufutter-Management.
- Stockmaß
- 115–147 cm
- Herkunft
- Baskenland (Frankreich/Spanien)

Pottok-Pony auf einen Blick: Der genügsame Gebirgsleichtfutterer
Das Pottok-Pony entstammt den westlichen Pyrenäen und lebt dort noch heute zum Teil halbwild – eine evolutionäre Prägung, die sich unmittelbar auf seinen Energiebedarf auswirkt. Als ausgeprägter Leichtfutterer kommt das Pottok mit einem Bruchteil der Energiemenge aus, die Warmblüter oder leistungsorientierte Rassen benötigen. Diese bemerkenswerte Genügsamkeit ist sein größtes Kapital – und gleichzeitig die wichtigste Kenngröße für eine artgerechte Versorgung.
Im domestizierten Umfeld, mit sattgrünen Weiden und unbegrenztem Heuangebot, kippt dieser Vorteil schnell ins Gegenteil: Übergewicht, Equines Metabolisches Syndrom (EMS) und Hufrehe sind die klassischen Folgen einer zu energiereichen Ernährung. Wer ein Pottok hält, sollte daher den Gedanken „Kraftfutter ist Standard“ von Beginn an loslassen.
Kurzprofil Ernährung:
- Raufutter (Heu, Stroh, kontrollierter Weidegang) als unverzichtbare Basis
- Kraftfutter für Freizeit-Pottoks in der Regel nicht erforderlich
- Mineralfutter zur Bedarfsdeckung sinnvoll, da Heu allein Mineralstoffe selten vollständig liefert
- Weidemanagement und Fresszeiten-Kontrolle sind zentrale Gesundheitsmaßnahmen
- Regelmäßige Konditionsbeurteilung (Body Condition Score) empfohlen
Stockmaß, Statur und Bezug zum Futterbedarf
Das Pottok-Pony wird je nach Typ und Zuchtbuch einem Stockmaß von 115 bis 147 cm zugeordnet. In Spanien unterscheidet man drei Typen: Der ursprüngliche Typ A misst bis zu 130 cm, Typ B bis 140 cm, Typ C (mit anteiligem Fremdblut) bis 147 cm. In Frankreich werden reinrassige Pottoks (Sektion A) und Tiere mit mindestens 50 % Pottokblut (Sektion B, z. B. mit Araber- oder Welsh-Pony-Einkreuzung) geführt.
Gewicht und Körperbau: Das Pottok ist ein kompakt gebautes Pony mit kräftigem Fundament und tiefer Rumpftiefe – eine Körperform, die typisch für robuste Gebirgsponyrassen ist und mit einer sehr guten Futterausnutzung einhergeht. Konkrete Gewichtsangaben variieren stark mit dem Typ, liegen aber bei ausgewachsenen Tieren der kleineren Typen häufig zwischen 150 und 250 kg.
Bezug zum Futterbedarf: Kleinere, kompakte Ponys mit geringerem Körpergewicht haben zwar einen absolut niedrigeren Energiebedarf als größere Pferde, aber einen relativ hohen Erhaltungsbedarf pro Kilogramm Körpermasse. Das bedeutet: Pro kg Körpergewicht verwerten Ponys Energie effizienter als Großpferde. Rationen, die für ein Warmblut angemessen wären, führen beim Pottok schnell zu Überversorgung. Die Raufuttermenge sollte sich am Richtwert von mindestens 1,5 % der Körpermasse als Trockenmasse pro Tag orientieren – bei einem 200-kg-Pony also mindestens 3 kg Heu-Trockenmasse täglich.
Charakter und Haltungsansprüche mit Bezug zur Ernährung
Das Pottok-Pony gilt als ausgesprochen intelligent, charaktervoll und selbstständig. Es ist neugierig, lernfähig und zeigt – verglichen mit stärker veredelten Pony- oder Pferderassen – ein ausgeprägt selbstständiges Urteilsvermögen. Gleichzeitig ist es umgänglich und gilt als gutmütig im Umgang mit Menschen, was es auch als Kinder- und Freizeitpony beliebt macht.
Besonders hervorzuheben ist seine außerordentliche Genügsamkeit und Widerstandsfähigkeit: Das Pottok verwertet selbst karge Vegetation effizient und kommt mit Rationsmengen aus, die für andere Rassen als unzureichend gelten würden. Diese Eigenschaft ist evolutionär bedingt und lässt sich nicht durch Gewöhnung an reichhaltigere Kost „abtrainieren“.
Für die Ernährungsplanung bedeutet dieser Charakter: Ein Pottok, das zu viel bekommt und sich zu wenig bewegt, entwickelt Fettdepots – oft zunächst am Nackenkamm, später an Schultern und Schweifrübe. Das Tier zeigt dabei selten deutliche Hunger- oder Unruhezeichen, die auf Unterversorgung hindeuten würden. Regelmäßige Konditionsbewertung durch den Halter ist daher unverzichtbar, da das Pottok seine Überversorgung nicht selbst „kommuniziert“.
Die ganzjährige Freilandhaltung bei Vorhandensein einer Schutzhütte ist für das Pottok grundsätzlich geeignet – sofern das Weide- und Fütterungsmanagement entsprechend angepasst wird.
Herkunft aus den Pyrenäen und ihre Bedeutung für die heutige Ernährung
Das Pottok-Pony – auf Baskisch „kleines Pferd“ – zählt zu den ältesten Ponyrassen Europas und ist eng mit den westlichen Pyrenäen verbunden. Im französisch-spanischen Grenzgebiet leben Teile der Population noch heute halbwild in den Baskischen Bergen, wo eine natürliche Selektion auf Robustheit, Klugheit und Stärke stattfindet. In Spanien ist die Rasse unter dem Namen Poni Vasco Navarro bekannt.
Historisch wurden Pottoks als Arbeitsponys von Bauern, Schmugglern und Säumern eingesetzt – für Transporte in unwegsamem Gebirgsgelände, für das sie ihre kompakte Statur und ihr sicheres Trittvermögen prädestinierten. Diese Arbeit erforderte Ausdauer, nicht Sprints – und wurde energetisch durch die karge Vegetation der Pyrenäen gedeckt.
In Frankreich wird seit 1970 ein Stutbuch geführt, in Spanien seit 1995. Die Einkreuzung von Araber- und Welsh-Pony-Blut (Sektion B bzw. Typ C) hat zwar Typ und Rahmen teils vergrößert, die grundsätzliche Leichtfüttrigkeit der Rasse bleibt jedoch auch bei diesen Tieren in der Regel erhalten.
Ernährungshistorischer Kern: Jahrtausende auf Gebirgsvegetation – energiearmes Gras, Kräuter, Heidekraut, Ginster – haben den Stoffwechsel des Pottok geprägt. Dieses genetische Erbe bedeutet im heutigen Stallalltag, dass der Organismus des Pottoks besonders effizient mit Energie umgeht. Üppige Heuqualitäten, saftige Frühjahrsweiden und jegliche Form von Kraftfutter liefern daher schnell mehr Energie als das Tier tatsächlich benötigt.
Pflege und Haltung – Bezüge zur Ernährungsgesundheit
Das Pottok ist als Gebirgspony außerordentlich robust und vergleichsweise pflegeleicht. Sein natürliches Fell schützt es auch bei nasskalten Bedingungen gut, eine Schutzhütte oder ein Unterstand ist bei Freilandhaltung dennoch erforderlich – ebenso wie Zugang zu frischem Wasser zu jeder Zeit.
Hufpflege: Regelmäßige Hufpflege durch eine Hufpflegefachkraft ist essenziell. Da Hufrehe zu den häufigsten ernährungsbedingten Erkrankungen bei Ponyrassen zählt, sollte die Hufform und -qualität bei jedem Besuch kritisch begutachtet werden. Warme Hufe oder wechselnde Fühligkeit gelten als Frühwarnsignal.
Bewegung: Tägliche Bewegung – ob Weidegang, Bodenarbeit oder Reiten – ist beim Pottok aus ernährungsphysiologischer Sicht besonders wichtig. Ausreichend Bewegung hilft, den Energiehaushalt im Gleichgewicht zu halten, fördert die Insulinsensitivität und beugt der Entstehung von Fettdepots vor. Ein Pottok in Boxenhaltung ohne ausreichend Auslauf trägt ein deutlich erhöhtes Risiko für Übergewicht und Stoffwechselprobleme.
Gewichtskontrolle: Das regelmäßige Einschätzen des Body Condition Score (BCS) – idealerweise monatlich – ist beim Pottok keine optionale Maßnahme, sondern ein zentrales Präventionswerkzeug. Ergänzend kann ein Maßband zur Herzumfangsmessung als praktisches Hilfsmittel dienen.
Zahnpflege: Regelmäßige Zahnuntersuchungen durch eine Fachkraft (mindestens einmal jährlich) sind wichtig, damit das Tier Raufutter ordnungsgemäß kauen und verwerten kann. Schlechte Zähne gefährden die optimale Futternutzung.
Rassetypische Gesundheit: EMS, Hufrehe und PPID im Fokus
Das Pottok gilt als außerordentlich hardy und langlebig – Erbkrankheiten sind für diese Rasse nicht dokumentiert. Die größten Gesundheitsrisiken entstehen nicht durch genetische Defekte, sondern durch ernährungsbedingte Stoffwechselentgleisungen unter domestizierten Bedingungen.
Equines Metabolisches Syndrom (EMS) und Insulinresistenz
Bei Ponyrassen wie dem Pottok ist das Equine Metabolische Syndrom (EMS) eine der häufigsten ernährungsbedingten Erkrankungen. EMS ist durch chronisch erhöhte Insulinspiegel (Insulindysregulation), Übergewicht und ausgeprägte Fettdepots – besonders am Nackenkamm (sogenannter „Cresty Neck“), an Schultern und Schweifrübe – gekennzeichnet. Diese Stoffwechsellage prädisponiert das Tier stark für Hufrehe. Weidegang auf zuckerreichen Gräsern, besonders im Frühjahr und Herbst, sowie energiereiches Kraftfutter sind die klassischen Auslöser.
Hufrehe (Laminitis)
Hufrehe ist die gefährlichste ernährungsbedingte Folgeerkrankung beim Pottok. Sie entsteht durch eine Entzündung der Huflederhaut, die im schlimmsten Fall zur Rotation des Hufbeins führt. Leichtfuttrige Ponyrassen mit EMS-Tendenz sind überproportional betroffen. Frühzeichen sind warme Hufe, wechselnde Fühligkeit, ein verändertes Gangbild und eine entlastende Körperhaltung. Bei Verdacht ist umgehend tierärztliche Hilfe gefragt.
Equines Cushing-Syndrom (PPID)
Ältere Pottoks können am Equinen Cushing-Syndrom (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction, PPID) erkranken. Typische Anzeichen sind ein verzögerter oder ausbleibender Fellwechsel, Muskelschwund, verstärktes Trinken und Harnen sowie eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen. PPID erhöht ebenfalls das Hufrehe-Risiko. Diagnose und Therapie gehören in tierärztliche Hände.
Präventiver Grundsatz
Die konsequente Raufutterbasis, ein kontrolliertes Weidemanagement, ausreichend Bewegung und die regelmäßige Beurteilung der Körperkondition sind die wirksamsten Präventionsmaßnahmen. Im Zweifelsfall sollte ein Tierarzt oder eine Pferde-Ernährungsberatung hinzugezogen werden.
Energiebedarf und Konditionsmanagement beim Pottok
Der Energiebedarf des Pottoks ist – rassebedingt – ausgesprochen gering. Als klassischer Leichtfutterer deckt ein ausgewachsenes Pottok im Erhaltungsstoffwechsel (kein oder wenig Arbeit) seinen Bedarf in den meisten Fällen bereits über eine bedarfsgerechte Heuration. Der tatsächliche Bedarf hängt dabei von mehreren Faktoren ab: Körpergewicht, Aktivitätsniveau, Alter, Jahreszeit und individueller Stoffwechsellage.
Erhaltungsbedarf
Für ein ausgewachsenes Pottok im leichten Freizeit- oder Rentnerstatus ist eine Ration aus hochwertigem, nicht zu energiereichem Heu (im Richtwert ca. 1,5 % des Körpergewichts als Trockenmasse täglich) kombiniert mit einem bedarfsdeckenden Mineralfutter in der Regel ausreichend. Kraftfutter ist aktiv zu vermeiden.
Arbeit und Leistung
Nur Pottoks im regelmäßigen, intensiven Einsatz – etwa im Fahrsport, Turnierbetrieb oder anspruchsvollen Gelände – können einen erhöhten Energiebedarf entwickeln. Dieser sollte jedoch zunächst über eine Steigerung der Heuqualität (energie- und nährstoffdichteres Heu) oder über zugelassene rohfaserreiche, zuckerarme Kraftfutterpräparate gedeckt werden. Eine Ernährungsberatung ist dabei empfehlenswert.
Körperkondition (Body Condition Score, BCS)
Die regelmäßige Beurteilung des BCS (Skala 1–9) ist beim Pottok unverzichtbar. Angestrebt wird ein BCS von 4–5 (leicht mittlere Kondition). Fettdepots am Nackenkamm, sogenanntes „Cresting“, gelten als erstes Warnsignal für eine Überversorgung und sind ernst zu nehmen.
Lebensphasen
- Fohlen und Jungpferde: Wachsen rassetypisch genügsam auf. Heu und Weidegras reichen häufig aus; Kraftfutter sollte, wenn überhaupt, nur gezielt eingesetzt werden, um keine übermäßige Körpermasse aufzubauen.
- Adulte Freizeitponys: Raufutter plus Mineralfutter decken den Bedarf in der Regel vollständig. Kraftfutter ist für diese Gruppe nicht angezeigt.
- Tragende und säugende Stuten: Der Energie- und Nährstoffbedarf steigt in der Hochträchtigkeit und Laktation moderat an. Eine tierärztlich begleitete Anpassung der Ration ist sinnvoll.
- Senioren: Ältere Pottoks können unter PPID leiden oder an Zahnproblemen, die die Futternutzung beeinträchtigen. Weicheres, leicht verdauliches Raufutter oder angeweichtes Seniorengranulat kann dann sinnvoll sein – stets in Absprache mit dem Tierarzt.
Raufutter, Kraftfutter und Mineralfutter: Was das Pottok braucht
Raufutter – die unverzichtbare Basis
Raufutter ist die Grundlage jeder artgerechten Ernährung des Pottoks – ohne Ausnahme. Heu, Heulage oder Weide liefern Rohfasern, die für eine gesunde Darmperistaltik, ein stabiles Säure-Basen-Milieu im Verdauungstrakt und die Aufrechterhaltung einer funktionierenden Darmflora unverzichtbar sind. Da das Pferd als Dauerfresser auf kontinuierliche Raufutteraufnahme ausgelegt ist, sollten lange Fresspausen von mehr als 4 Stunden unbedingt vermieden werden – sie erhöhen das Risiko für Magengeschwüre und Koliken.
Beim Pottok gilt dabei eine besondere Sorgfalt bei der Heuqualität: Energiereiches Heu aus dem ersten Schnitt auf gedüngten Wiesen kann für diesen Leichtfutterer bereits zu viel Energie liefern. Für die meisten Pottoks ist Heu aus dem zweiten Schnitt oder strukturreiches, nicht zu üppiges Heu besser geeignet. Der Einsatz von Stroh (10–30 % der Raufutterration) kann helfen, die Energiedichte zu verdünnen, die Kauzeit zu verlängern und Langeweile-Fressen einzuschränken – Stroh sollte jedoch stets als Ergänzung zum Heu, nicht als Hauptfutter eingesetzt werden.
Heulage ist für Pottoks grundsätzlich möglich, weist jedoch eine höhere Energiedichte als vergleichbares Heu auf und sollte bei Übergewichtstendenz oder EMS-Risiko besonders kritisch portioniert werden. Bei staubbedingten Atemwegsproblemen kann bedampftes Heu eine Option sein.
Weidegang – Genuss mit Maß und Kontrolle
Für das Pottok ist unkontrollierter Weidegang auf sattgrünen, zuckerreichen Weiden ein erhebliches Risiko. Frühjahrsgräser und Herbstgräser sind besonders reich an nichtstrukturellen Kohlenhydraten (NSC) – Zucker und Stärke – und können bei empfänglichen Tieren eine Insulindysregulation und damit Hufrehe auslösen. Kontrollierter Weidegang (Portionsweide, Paddock, Maulkorb) ist daher für viele Pottoks empfehlenswert.
Kraftfutter – für die meisten Pottoks nicht notwendig
Für Pottoks im Freizeitbetrieb oder Rentnerstatus ist Kraftfutter in der Regel nicht erforderlich und aktiv zu vermeiden. Hafer, Gerste, zuckerreiche Müslis oder stärkereiche Pellets liefern mehr Energie als das Tier benötigt und tragen zur Entstehung von Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen bei. Wird aufgrund höherer Arbeitsbelastung eine energetische Ergänzung nötig, sollten ausschließlich zuckerarme, rohfaserreiche Produkte (z. B. bestimmte Heu- oder Trockengras-Pellets, zuckerarme Mash-Produkte) in Betracht gezogen werden – nach Rücksprache mit einer Fachkraft.
Mineralfutter – gezielte Ergänzung sinnvoll
Heu allein deckt den Mineralstoff- und Spurenelementbedarf selten vollständig. Ein hochwertiges, auf die jeweilige Heuqualität abgestimmtes Mineralfutter (als Pulver, Pellet oder Leckstein) ist daher für nahezu alle Pottoks sinnvoll. Besonders Selen, Zink, Kupfer, Mangan und Vitamin E sind in vielen Heuchargen unterrepräsentiert. Eine Heuanalyse kann helfen, die individuelle Versorgungslücke zu identifizieren.
Nahrungsergänzung für das Pottok: Mineralien, Spurenelemente und mehr
Da das Pottok seinen Energiebedarf meist aus Raufutter allein deckt und Kraftfutter in der Regel nicht eingesetzt wird, ist die mineralstoffliche Ergänzung besonders wichtig. Heu und Weidegras liefern in der Praxis selten alle Mineralstoffe und Spurenelemente in bedarfsdeckenden Mengen – dies gilt unabhängig von der Rasse, aber beim Pottok mit seiner reduzierten Gesamtration besonders ausgeprägt.
Mineralfutter als Grundergänzung
Ein bedarfsgerechtes, raufutterbezogenes Mineralfutter bildet die Basis der Ergänzungsstrategie. Dabei sollte das Produkt auf die regionale Bodenchemie und, wenn möglich, auf eine Heuanalyse abgestimmt sein. Ein pauschaler Einsatz von Mineralfutter ohne Kenntnis der Heuqualität kann sowohl Über- als auch Unterversorgung begünstigen. Im Zweifel ist eine Pferde-Ernährungsberatung hilfreich.
Selen, Vitamin E und Zink
In vielen europäischen Regionen weisen Böden und damit auch Heu niedrige Selengehalte auf. Da Selen und Vitamin E eng im antioxidativen Schutz zusammenwirken und eine Unterversorgung Muskelfunktion und Immunabwehr beeinträchtigen kann, wird deren gezielte Kontrolle empfohlen – eine Überversorgung mit Selen ist jedoch toxisch, weshalb eine Supplementierung ausschließlich nach Analyse und tierärztlicher Absprache erfolgen sollte.
Magnesium
Magnesium wird im Kontext von EMS und Insulindysregulation bei Ponyrassen diskutiert. Eine ausreichende Versorgung über das Mineralfutter ist sinnvoll; weitergehende Supplementierungen sollten im Einzelfall mit dem Tierarzt besprochen werden.
Elektrolyte bei Arbeit
Bei Pottoks im intensiveren Einsatz oder bei Hitze mit starkem Schwitzen kann eine vorübergehende Elektrolytergänzung (Natrium, Chlorid, Kalium) sinnvoll sein. Im normalen Freizeit- oder Rentnerbetrieb ist dies in der Regel nicht notwendig.
Was nicht nötig ist
Für ein gesundes, normal konditioniertes Pottok im Freizeit- oder Erhaltungsstoffwechsel sind darüber hinausgehende Supplementierungen – Gelenk-Ergänzungen, Kräutermischungen, Lebertonika – aus ernährungsphysiologischer Sicht selten indiziert. Vor jedem Einsatz eines Ergänzungspräparats sollte die tatsächliche Versorgungslage geprüft werden.
Fütterungsmanagement im Alltag: Heu, Wasser, Rhythmus und Weidekontrolle
Ein durchdachtes Fütterungsmanagement ist beim Pottok der wirksamste Gesundheitsschutz – und lässt sich mit einigen konkreten Maßnahmen gut umsetzen.
Heuqualität und -menge
Die Wahl des richtigen Heus ist beim Pottok entscheidender als bei vielen anderen Rassen. Strukturreiches, nicht zu energiereiches Heu aus dem zweiten oder dritten Schnitt ist für die meisten Pottoks besser geeignet als nährstoffreiches Erstes-Schnitt-Heu von gedüngten Flächen. Eine Heuanalyse (Energie, Zucker, Rohfaser, Mineralstoffe) ist eine sinnvolle Investition, um die Ration gezielt anpassen zu können. Das tägliche Heuangebot sollte mindestens 1,5 % des Körpergewichts als Trockenmasse betragen – bei Übergewichtstendenz kann eine Portionierung über Heunetze mit kleinen Maschen sinnvoll sein, um die Fressgeschwindigkeit zu verlangsamen.
Fresspausen vermeiden
Da das Pferd als Dauerfresser auf eine kontinuierliche Raufutteraufnahme angewiesen ist, sollten Pausen zwischen Mahlzeiten vier Stunden nicht überschreiten. Heunetze, Slow-Feeder oder Heuraufen mit dauerhaftem Angebot helfen dabei. Kurze Mahlzeiten mit langen Pausen erhöhen das Risiko für Magengeschwüre und Koliken.
Wasserversorgung
Zugang zu frischem, sauberem Wasser muss rund um die Uhr gewährleistet sein – im Sommer wie im Winter. Im Winter ist auf frostfreie Tränken zu achten, da Pferde eiskaltes oder zugefrorenes Wasser meiden und dann zu wenig trinken, was Verstopfungskoliken begünstigt.
Weide- und Anweidemanagement
Beim Pottok ist das Weidemanagement von zentraler Bedeutung. Auf üppige Frühjahrsweiden und zuckerreiche Herbstweiden sollte kein freier Zugang ohne Kontrolle bestehen. Empfohlene Maßnahmen:
- Schrittweises Anweiden über zwei bis drei Wochen
- Portionsweide oder zeitlich begrenzter Weidegang
- Einsatz eines Weidemaulkorbs bei hochgradiger EMS-Tendenz (in Absprache mit dem Tierarzt)
- Paddock oder abgemähte Wiese als Alternative in kritischen Jahreszeiten
Futterwechsel immer schrittweise
Jeder Wechsel der Futtergrundlage – neues Heu, Umstieg auf Heulage, Weidegang nach Stallhaltung – sollte schrittweise über mindestens sieben bis zehn Tage erfolgen, um Verdauungsstörungen und Koliken zu vermeiden.
Quellen
- [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
- [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
- [3]Wikipedia: Pottok-Ponywikipedia
- [4]Pottok Pony im Rasseportrait - ehorsesweb
- [5]Pottokweb
- [6]Ponygerechte Haltung & Fütterung: Natürlich gesund versorgtweb
- [7]Artgerechte Fütterung von Ponys - Pavoweb
- [8]Ponys richtig füttern | Dr. Susanne Weyrauchweb
Hinweis
Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.
Fragen zur Ernährung & Haltung
futter.de-Redaktion. KI-gestützt erstellt aus unserer geprüften Datenbasis, redaktionell kuratiert.
Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.
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