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Pferdefutter Neufundland-Pony: EMS-Prävention

Pferdefutter für das Neufundland-Pony: Kalorienarme Raufutterration + Mineralien. Genügsames Pony vor Hufrehe bewahren.

Stockmaß
112–147 cm
Gewicht
ca. 337 kg
Herkunft
Kanada (Neufundland)
Illustration: Pferdefutter Neufundland-Pony: EMS-Prävention

Neufundland-Pony auf einen Blick: Robustheit trifft Stoffwechselrisiko

Das Neufundland-Pony ist eine der wenigen Pony-Rassen, deren Geschichte buchstäblich aus dem Mangel heraus entstanden ist. Jahrhundertelang auf der unwirtlichen Halbinsel Neufundlands eingesetzt, entwickelte diese Rasse eine außergewöhnliche Fähigkeit zur Energieeffizienz: Der Körper speichert Nährstoffe und Energie so effektiv, dass schon moderate Futtermengen zur Gewichtszunahme führen können.

Unter modernen Stallhaltungs- und Koppelbedingungen – mit üppigen Weiden, energiereichem Heu und gut gemeinter Kraftfuttergabe – verkehrt sich diese Stärke zur ernährungsmedizinischen Herausforderung. Die Rasse gilt als genetisch prädisponiert für das Equine Metabolische Syndrom (EMS) mit der gefürchteten Folge der Hufrehe (Laminitis), einer der schmerzhaftesten und häufigsten ernährungsbedingten Erkrankungen beim Pferd.

Für die Praxis bedeutet das: Die Ernährung des Neufundland-Ponys ist primär eine Frage der Mengenkontrolle und Qualitätsauswahl, nicht der Zufütterung. Raufutter bildet die unverzichtbare Basis, Kraftfutter ist in den meisten Nutzungssituationen schlicht nicht notwendig – und kann aktiv schaden. Diese Ratgeberseite beleuchtet, worauf es bei Futter und Versorgung dieser besonderen Pony-Rasse wirklich ankommt.

Größe, Statur und Gewicht des Neufundland-Ponys

So groß wird ein Neufundland-PonySchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmNeufundland-PonySchulterhöhe 130 cmca. 130 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Das Neufundland-Pony zählt zu den mittelgroßen Pony-Rassen mit einem Stockmaß zwischen 112 und 147 Zentimetern. Das Körpergewicht liegt typischerweise bei rund 337 kg, wobei individuelle Abweichungen je nach Rahmen, Kondition und Geschlecht auftreten können. Der Körperbau ist stämmig und kompakt: kleiner Kopf, kurzer Rücken, kräftige Kruppe und gut ausgeprägte Muskulatur – klassische Merkmale einer Robustpony-Rasse, die auf Ausdauer und Genügsamkeit gezüchtet wurde.

Für die Futterplanung ist die Einordnung als Robustpony entscheidend: Verglichen mit einem gleichschweren Warmblut benötigt das Neufundland-Pony deutlich weniger Energie pro Kilogramm Körpergewicht, um sein Gewicht zu halten. Die kompakte Statur, die effiziente Wärmeregulation durch das dichte Fell und der ursprünglich geringe Arbeitseinsatz ergeben zusammen einen sehr niedrigen Erhaltungsbedarf. Der Body Condition Score (BCS) sollte regelmäßig – mindestens monatlich – erhoben werden, da optische Beurteilung allein bei Winterfell oder dichtem Sommerfell trügen kann.

Die Futterration muss konsequent am tatsächlichen Gewicht und Arbeitsniveau ausgerichtet werden, nicht an der Größe allein. Schon leichtes Übergewicht erhöht das Risiko für EMS und Hufrehe messbar.

Wesen und Charakter: Gutmütig, umgänglich – und gefährdet durch gut gemeinte Fütterung

Das Neufundland-Pony gilt als freundlich, gehorsam und ausgeglichen. Diese Eigenschaften machen es zu einem beliebten Familienpferd, das sowohl zum Reiten als auch zum Fahren eingesetzt wird. Sein ruhiges Temperament ist besonders im Umgang mit Kindern und Freizeitreiter:innen geschätzt.

Für die Fütterungspraxis ist die Wesensart des Ponys auf indirekte Weise relevant: Gutmütige, wenig stressanfällige Ponys werden in der Freizeit häufig unterbeschäftigt – die tatsächliche Arbeitsbelastung bleibt gering, während die Futterzufuhr aus gut gemeinten Motiven oft zu üppig ausfällt. Gerade soziale und für Menschen angenehme Ponys erhalten überproportional häufig Leckerlis, Obst und Gemüse, was bei einer EMS-prädisponierten Rasse den Gesamtzuckergehalt der Ration spürbar erhöhen kann.

Auch die ruhige Art des Neufundland-Ponys kann dazu verleiten, Gewichtszunahme als „normalen Zustand“ zu akzeptieren. Deutliche Fettpolster – etwa über Mähne, Kruppe oder hinter den Schultern – sind jedoch keine Zeichen von Wohlbefinden, sondern von Überversorgung. Das freundliche Wesen entbindet nicht von einer kritischen, regelmäßigen Körperkonditionsbeurteilung.

Herkunft und Geschichte: Atlantische Kargheit als genetisches Erbe

Das Neufundland-Pony entwickelte sich über Jahrhunderte auf der kanadischen Insel Neufundland, wo europäische Siedler ab dem 16. und 17. Jahrhundert verschiedene britische und irische Pony-Rassen – darunter Exmoor, New Forest und Connemara – einkreuzten. Unter dem rauen atlantischen Klima, auf mageren Böden und mit wenig menschlicher Einflussnahme formte natürliche Selektion einen Typ, der mit minimaler Futtergrundlage maximale Leistung erbringen konnte.

Diese Ponys wurden traditionell zum Lastentransport, in der Fischerei und Landwirtschaft eingesetzt – Tätigkeiten, die erhebliche körperliche Arbeit erforderten und den verbrauchten Energiehaushalt im Gleichgewicht hielten. Der evolutionäre Druck begünstigte Individuen, die Energie besonders effizient speichern konnten, wenn Futter knapp war.

Heute ist das Neufundland-Pony eine seltene, in Kanada unter Schutz gestellte Rasse. Die drastisch veränderten Haltungsbedingungen – weiche Koppeln, hochwertiges Heu, kaum schwere Arbeit – stehen im direkten Widerspruch zu diesem genetischen Erbe. Das Verständnis dieser historischen Dimension ist für eine verantwortungsvolle Futterplanung unerlässlich: Was die Rasse überleben ließ, macht sie heute vulnerabel gegenüber modernen Fütterungsfehlern.

Pflege und Haltung mit Bezug zur Ernährung

Das Neufundland-Pony ist eine Robustpony-Rasse, die offene Haltungsformen verträgt und in der Regel keine beheizte Stallhaltung benötigt. Das dichte, winterfeste Fell schützt effektiv vor Kälte – und ist zugleich ein Hinweis auf die metabolische Besonderheit dieser Rasse: Das Fell isoliert so effizient, dass der Energieverbrauch zur Wärmeregulation selbst bei winterlichen Temperaturen vergleichsweise gering bleibt, was den Erhaltungsbedarf weiter reduziert.

Regelmäßige Hufflege hat bei dieser Rasse einen direkten Ernährungsbezug: Da Neufundland-Ponys zu Hufrehe neigen, sollte der Hufschmied-Rhythmus engmaschig eingehalten werden, um frühe Anzeichen einer Laminitis nicht zu übersehen. Die Hohlwand, Ringe im Huf oder Wärme im Hufbereich können erste Warnsignale sein.

Der Weidegang muss aktiv gemanagt werden (s. Abschnitt Futtersuche). Während Weide für das Wohlbefinden des Ponys wichtig ist, birgt unkontrollierter Zugang zu zuckerreichem Frühjahrs- oder Herbstgras erhebliche Gesundheitsrisiken. Weidekorb oder Paddock-Haltung in kritischen Jahres- und Tageszeiten können sinnvolle Maßnahmen sein – idealerweise in Absprache mit einer tierärztlichen Fachbegleitung. Tränkewasser muss stets frisch und frei zugänglich sein; auch leichtfuttrige Ponys benötigen eine bedarfsgerechte Wasserversorgung.

Gesundheit: EMS, Hufrehe und die metabolische Disposition des Neufundland-Ponys

Die prägende Gesundheitsdisposition des Neufundland-Ponys liegt im Stoffwechselbereich. Die Rasse gilt als genetisch prädisponiert für das Equine Metabolische Syndrom (EMS), eine Erkrankung, die durch Insulinresistenz, erhöhte Insulinkonzentration im Blut (Hyperinsulinämie) und übermäßige Fetteinlagerung gekennzeichnet ist. EMS ist bei Pony-Rassen deutlich häufiger als bei Warmblütern und steht in engem Zusammenhang mit Ernährung und Haltungsmanagement.

Die gefährlichste Folgeerkrankung von EMS ist die Hufrehe (Laminitis): eine Entzündung der Huflederhaut, die im schlimmsten Fall zur strukturellen Schädigung des Hufes und dauerhafter Lahmheit führt. Auslöser können zu viel Stärke und Zucker im Futter, abrupter Wechsel auf üppige Weide sowie Übergewicht sein. Besonders kritisch sind Phasen mit hohem Fruktan- und Zuckergehalt im Gras – typischerweise Frühjahr, Herbst und sonnenreiche Tage.

Übergewicht selbst ist ein eigenständiger Risikofaktor: Fettpolster im Bereich der Mähne (Kammfett), Schulter und Kruppe gelten als klinische Indikatoren für eine gestörte Insulinsensitivität. Regelmäßige Gewichtskontrollen und die Erfassung des Body Condition Score (BCS) sind daher bei dieser Rasse keine optionale Maßnahme, sondern fester Bestandteil des Gesundheitsmanagements.

Ein erhöhter ACTH-Spiegel im Rahmen des Equinen Cushing-Syndroms (PPID), das bei älteren Ponys auftreten kann, kann die Insulindysregulation weiter verschärfen und das Hufrehe-Risiko erhöhen. Bei entsprechenden Anzeichen – vermehrtes Trinken, langer Haarwuchs, Muskelabbau – sollte umgehend tierärztliche Diagnostik eingeleitet werden. Alle gesundheitlichen Maßnahmen und Diagnosen gehören in tierärztliche Hände; die hier beschriebenen Zusammenhänge dienen ausschließlich der Orientierung.

Energiebedarf und Konditionsmanagement: Wie viel Futter braucht das Neufundland-Pony wirklich?

Der Erhaltungsbedarf des Neufundland-Ponys liegt – verglichen mit Warmblütern oder Vollblütern ähnlicher Körpermasse – deutlich niedriger. Als ausgeprägter Leichtfuttrer verwertet es Energie aus dem Futter besonders effizient, was unter modernen Haltungsbedingungen ohne ausreichende Arbeit oder Bewegung schnell zur Überversorgung führt.

Als Richtwert gilt für Pferde und Ponys die Raufuttermenge von mindestens 1,5 % des Körpergewichts an Trockenmasse pro Tag – bei einem 337-kg-Pony also etwa 5 kg Heu-Trockenmasse täglich als Untergrenze zur Darmgesundheit und um gefährliche Fresspausen zu vermeiden. Gleichzeitig kann dieser Wert bei einem ruhenden oder nur leicht arbeitenden Neufundland-Pony bereits die Kaloriengrenze übersteigen. Hier hilft der Einsatz von energiearmem Heu kombiniert mit Strohbeimischung (als kalorienarmes Beschäftigungsfutter), um das Volumen und die Fresszeit zu erhalten, ohne die Energiezufuhr zu erhöhen.

Körperkondition nach BCS: Der Body Condition Score sollte regelmäßig erhoben werden. Idealbereich liegt in der Regel bei BCS 4–5 (auf einer 9-Punkte-Skala). Werte ab BCS 6–7 zeigen bereits kritisches Übergewicht an, das das EMS- und Hufrehe-Risiko erhöht. Bei dichtem Winterfell empfiehlt sich das Abtasten der Rippengegend, Mähne und Kruppe.

Lebensphasen im Überblick:

  • Fohlen und Jungpferde: Wachstum erfordert eine ausgewogene Mineralstoff- und Eiweißversorgung; dennoch darf auch hier keine Überversorgung mit Energie erfolgen, da übermäßiges Körpergewicht bereits im Aufwuchs spätere Stoffwechselprobleme begünstigen kann. Fachliche Begleitung empfehlenswert.
  • Erwachsenes Freizeitpony: In der Regel rein raufutterbasierte Ration ausreichend; Mineralfutter als Ergänzung.
  • Stute in Trächtigkeit und Laktation: Erhöhter Bedarf an Energie, Eiweiß und Mineralstoffen; individuelle Anpassung und tierärztliche Begleitung sind in dieser Phase besonders wichtig.
  • Älteres Pony (Senior): Kauprobleme, nachlassende Verdauungsleistung oder PPID können die Bedarfslage verändern; weiches, gut verdauliches Raufutter und ggf. speziell aufbereitetes Seniorenfutter können sinnvoll sein.

Futter für das Neufundland-Pony: Raufutter als tragende Säule, Kraftfutter als Ausnahme

Raufutter ist die Basis – und bei dieser Rasse besonders sorgfältig zu wählen.

Heu bildet den Kern der täglichen Ration. Für das Neufundland-Pony gilt dabei: nicht das energiereichste, sondern das strukturreichste und wasserselektivste Heu ist geeignet. Spätschnitt-Heu aus extensiv bewirtschafteten Wiesen weist in der Regel niedrigere Zucker- und Energiegehalte auf als Frühschnitt-Heu aus intensiv gedüngten Flächen. Eine Heuanalyse ermöglicht eine fundierte Bewertung des Energiegehalts (MJ DE/kg TS) und des Wassergehalts.

Bei bekannter Insulinresistenz oder diagnostiziertem EMS wird in Fachkreisen das Wässern des Heus (30–60 Minuten einweichen, Wasser abgießen) diskutiert, da wasserlösliche Zucker (Fruktane, Glukose) sich dabei teilweise herauslösen. Diese Maßnahme sollte im Einzelfall tierärztlich oder ernährungsberaterisch begleitet werden.

Stroh als Beimischung (z. B. 20–30 % der Raufuttermenge) verlängert die Fresszeit, liefert wertvolle Rohfaser und reduziert die Energiedichte der Gesamtration – eine sinnvolle Option für übergewichtige oder zur Ruhe gestellte Ponys. Wichtig: Stroh nicht als alleiniges Raufutter einsetzen; es deckt den Nährstoffbedarf nicht.

Heulage hat einen höheren Energiegehalt als vergleichbares Heu und ist für das Neufundland-Pony in den meisten Fällen nicht die erste Wahl. Für Ponys mit Atemwegsproblemen oder Staubempfindlichkeit kann bedampftes Heu eine Alternative darstellen.

Kraftfutter: In der Regel nicht erforderlich. Bei leichter Freizeitnutzung – also dem typischen Einsatz des Neufundland-Ponys als Familienpferd – besteht kein nachgewiesener Mehrbedarf an Energie, der den Einsatz von Hafer, Gerste, Müsli oder Pellets rechtfertigen würde. Im Gegenteil: Stärke- und zuckerreiche Kraftfutter erhöhen das Insulin-Antwort-Risiko und können bei prädisponierten Tieren eine Hufrehe-Episode auslösen. Nur bei nachgewiesenem Mehrbedarf – z. B. intensiver Turniersaison – sollte ausschließlich auf zuckerarme, stärkearme Spezialprodukte für Ponys mit EMS-Risiko zurückgegriffen werden.

Weidegras ist für Neufundland-Ponys kein unbedenkliches Grundfutter, sondern muss aktiv gesteuert werden (→ Abschnitt Fütterungsmanagement). Besonders zucker- und fruktanreiches Gras – im Frühjahr, nach Nachtfrösten und in den Mittagsstunden sonniger Tage – birgt erhebliches Laminitis-Risiko.

Mineralfutter und Nahrungsergänzung für das Neufundland-Pony

Auch wenn das Neufundland-Pony kalorienarm ernährt werden muss, darf an einem Futter nicht gespart werden: an einer hochwertigen Mineral-, Spurenelement- und Vitaminversorgung. Energiereduzierte Rationen, die auf der Kombination von Heu und Stroh basieren, decken zuverlässig den Roh faserbedarf, aber nicht zwingend den Bedarf an Kalzium, Phosphor, Magnesium, Kupfer, Zink, Selen oder fettlöslichen Vitaminen.

Mineralfutter sollte daher bei dieser Rasse als fester Bestandteil der täglichen Ration eingeplant werden – idealerweise in Form eines pelletierten Mineralfutters oder Mineralsteinpräparats ohne hohen Energiegehalt. Produkte, die explizit für Ponys oder leichtfuttrige Rassen mit reduziertem Energiegehalt konzipiert sind, eignen sich besonders gut, da sie die Mineraldichte hoch halten, ohne unnötige Kalorien zu liefern. Die konkrete Auswahl und Menge sollte anhand einer Heuanalyse oder in Absprache mit einer Ernährungsberatung für Pferde erfolgen.

Biotin und Hufsubstanz: Bei Ponyrassen mit erhöhtem Hufrehe-Risiko wird in Fachkreisen gelegentlich eine ergänzende Biotin-Versorgung diskutiert, die die Hufhornqualität unterstützen kann. Ob und in welchem Umfang dies im Einzelfall sinnvoll ist, gehört in tierärztliche oder ernährungsberaterische Beurteilung.

Elektrolyte: Bei erhöhter Schweißproduktion – also bei wärmeren Temperaturen oder intensiverer Arbeit – kann eine Elektrolytergänzung (Natrium, Chlorid, Kalium) erwogen werden. Für das typische leicht genutzte Freizeitpony ist dies jedoch selten notwendig; ausreichende Wasserversorgung hat in jedem Fall Vorrang.

Omega-3-Fettsäuren: Leinöl oder leinsamenhaltiges Futter kann als kalorienarme Ölquelle zur Versorgung mit Alpha-Linolensäure (ALA) dienen und wird bei entzündlichen Prozessen wie Hufrehe-Nachsorge diskutiert – ohne dass hierfür belastbare klinische Empfehlungsdaten für Ponys vorliegen. Im Zweifel gilt: tierärztliche Rücksprache vor jeder Ergänzung.

Fütterungsmanagement: Heu-Qualität, Fressrhythmus und Weide sicher gestalten

Ein solides Fütterungsmanagement ist beim Neufundland-Pony keine Detailfrage, sondern die wichtigste Stellschraube zur Gesundheitserhaltung.

Heu-Qualität und -Menge: Eine Heuanalyse (Energiegehalt in MJ DE/kg TS, Zucker- und Fruktangehalt, Mineralstoffprofil) ermöglicht eine gezielte Rationsberechnung. Strukturreiches, spätgeschnittenes Heu aus extensiven Böden ist zu bevorzugen. Die Tagesmenge sollte – unter Berücksichtigung von Energiebedarf und Körperkondition – so bemessen sein, dass keine langen Fresspausen entstehen (Richtwert: Raufutter über mindestens 16–18 Stunden täglich zugänglich), ohne die Kalorienzufuhr zu überschreiten. Langsam-Fress-Netze mit engerer Maschenweite können helfen, die Fresszeit bei gleichbleibender Futtermenge zu verlängern.

Fressrhythmus und Fresspausen: Lange Pausen ohne Raufutter (über 4–6 Stunden) erhöhen das Risiko für Magengeschwüre und Koliken – auch beim Pony. Die Futterration muss daher so strukturiert sein, dass das Tier möglichst durchgängig Zugang zu geeignetem Raufutter hat. Strohbeimischung kann dabei helfen, auch bei kalorischer Restriktion kontinuierliche Futteraufnahme zu ermöglichen.

Wasserversorgung: Tränkewasser muss stets frisch, sauber und frei zugänglich sein – mindestens 20–40 Liter täglich, bei Wärme oder Arbeit deutlich mehr. Eimertränken regelmäßig reinigen; im Winter auf Frostfreiheit achten.

Weidemanagement: Unkontrollierter Weidegang auf üppigen Koppeln ist für das Neufundland-Pony ein relevantes Gesundheitsrisiko. Empfehlungen aus der Fachliteratur umfassen: Anweidung auf bereits abgeweideten oder kargen Flächen, zeitliche Begrenzung des Weidegangs (besonders im Frühjahr und nach Nachtfrösten), Nutzung von Weidemasken oder Paddock-Haltung in kritischen Phasen. Nach dem Weidegang sollte die Grasaufnahme nicht durch unmittelbare Kraftfuttergabe ergänzt werden. Jede Weideumstellung – wie auch jede generelle Futterumstellung – sollte schrittweise über mehrere Tage erfolgen, um das Risiko von Koliken und metabolischen Entgleisungen zu minimieren. Bei konkreten gesundheitlichen Fragen zu Weide und EMS empfiehlt sich die Einbindung einer tierärztlichen Fachbegleitung.

Quellen

  1. [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  2. [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  3. [3]Neufundländer: Sanfter Riese – Rasseführer, Preis, Temperament, Pflege und Gesundheitweb
  4. [4]Gesundheit | SNK/CSTNweb
  5. [5]Ponygerechte Haltung & Fütterung: Natürlich gesund versorgtweb
  6. [6]Artgerechte Fütterung von Ponys - Pavoweb
  7. [7]Ponys richtig Füttern - Tipps & Rationen | MASTERHORSEweb
  8. [8]Neufundland Pony - Pferdeflüsterei.deweb

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Häufige Fragen

Fragen zur Ernährung & Haltung

Autor

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Fachliche Prüfung

Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

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