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Pferdefutter Leonharder: Rationsplanung Bayrisch

Pferdefutter für den Leonharder: Haflinger-Welsh-PRE-Mix mit hoher Leichtfuttrigkeit erfordert sorgfältige Rationsplanung zur EMS-Prävention und Gewichtskontrolle.

Stockmaß
140–162 cm
Herkunft
Deutschland (Bayern)
Illustration: Pferdefutter Leonharder: Rationsplanung Bayrisch

Leonharder auf einen Blick: Genügsames Kleinpferd mit besonderen Futteransprüchen

Der Leonharder ist eine der jüngsten Pferderassen überhaupt – sie entstand ab 2008 im bayerischen Chiemgau, ursprünglich mit dem Ziel der Stutenmilchproduktion. Die Kreuzung aus Haflinger, Welsh Cob und PRE (Pura Raza Española) brachte ein Kleinpferd hervor, das Robustheit, Vielseitigkeit und eine ausgeprägte Anspruchslosigkeit in der Haltung vereint.

Genau diese Anspruchslosigkeit ist das entscheidende Stichwort für die Futterplanung: Alle drei Ausgangsrassen gelten als typisch leichtfuttrig. Das bedeutet, dass der Leonharder seinen Energiebedarf im Erhaltungsstoffwechsel und bei leichter bis mittlerer Arbeit in der Regel vollständig über qualitativ gutes Raufutter decken kann. Kraftfutter ist nur bei nachgewiesener Mehrbelastung sinnvoll.

Gleichzeitig bringt die leichtfuttrige Veranlagung ein erhöhtes Risiko für Übergewicht, Equines Metabolisches Syndrom (EMS) und Hufrehe mit sich, wenn Energie- und Zuckerversorgung nicht sorgfältig kontrolliert werden. Dieser Ratgeber beleuchtet, worauf bei Raufutterqualität, Weidengang, Mineralstoffversorgung und lebensphasenangepasster Ration besonders zu achten ist.

Größe, Statur und Körperbau: Was die Maße für den Futterbedarf bedeuten

So groß wird ein LeonharderSchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmLeonharderSchulterhöhe 140–162 cmca. 151 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Der Leonharder wird als Kleinpferd eingestuft und erreicht eine Widerristhöhe von 140 bis 162 cm. Damit bewegt er sich im Übergangsbereich zwischen großem Pony und kleinem Warmblut – ein Bereich, in dem Halter häufig die Energiedichte der Ration überschätzen.

Kleine und mittelgroße Pferde haben zwar absolut gesehen einen geringeren Gesamtenergiedarf als schwere Warmblüter oder Kaltblüter, ihr Stoffwechsel ist jedoch relativ (bezogen auf das Körpergewicht) oft effizienter. Das heißt in der Praxis: Dieselbe Futtermenge, die bei einem großen Sportpferd gerade ausreicht, führt beim Leonharder schnell zu einer Überversorgung. Die Raufuttermenge orientiert sich am tatsächlichen Körpergewicht und sollte mindestens 1,5 % der Körpermasse als Trockenmasse pro Tag betragen – bei leichtfuttrigen Individuen kann bereits dieser Richtwert ausreichen, um den Energiebedarf bei leichter Arbeit zu decken.

Regelmäßige Gewichts- und Konditionsbonitur (Body Condition Score, BCS) sind für diese Rasse besonders empfehlenswert, da Übergewicht aufgrund der leichtfuttrigen Veranlagung der Ausgangsrassen schnell entstehen und gesundheitliche Folgen haben kann.

Wesen und Charakter: Gelehrigkeit als Fütterungshinweis

Der Leonharder wird als gutwillig, lebhaft und ausgeglichen beschrieben. Seine hohe Lernbereitschaft und Rittigkeit machen ihn zu einem vielseitigen Freizeit- und Gebrauchspartner. Die Kombination aus der Verlässlichkeit des Haflingers, der Ausdauer des Welsh Cob und der Eleganz des PRE ergibt ein Pferd, das sich in der Regel unkompliziert im Umgang zeigt.

Für die Ernährungsplanung ist das Temperament insofern relevant, als dass der Leonharder kein Hochleistungssportpferd ist, das täglich mehrere Stunden intensiv gearbeitet wird. Die meisten Leonharder werden in leichter bis mittlerer Freizeitarbeit eingesetzt – Ausreiten, Bodenarbeit, Fahren oder Voltigieren. Dieser moderate Einsatz spiegelt sich direkt im Energiebedarf wider: Intensive Kraftfutterergänzungen sind für dieses Nutzungsprofil in aller Regel nicht angezeigt.

Darüber hinaus ist die Anspruchslosigkeit in der Haltung ein charakteristisches Merkmal der Rasse. Diese Eigenschaft bedeutet im Fütterungsalltag, dass der Leonharder gut auf einfachere, strukturreiche Rationen anspricht – und dass er bei übermäßig üppiger Versorgung nicht selbstregulierend frisst, sondern zur Übernahme von Energie neigt.

Herkunft und Entstehungsgeschichte: Bayerische Neuzüchtung mit Tradition im Blut

Der Leonharder ist eine der jüngsten deutschen Pferderassen. Die Zucht begann 2008 auf dem St.-Leonhards-Hof des Landwirts Johann Abfalter im bayerischen Grabenstätt im Chiemgau. Das ursprüngliche Ziel war die Produktion von Stutenmilch zur Käseherstellung – die „überschüssigen“ Fohlen legten den Grundstein für die Idee einer neuen Rasse. Im Jahr 2011 wurde der Leonharder amtlich zugelassen.

Das Zuchtprogramm folgt einem systematischen Dreistufenansatz: In der ersten Generation wird der Haflinger mit dem Welsh Cob gekreuzt. Die Nachkommen werden anschließend mit PRE (Pura Raza Española) gekreuzt. Diese Kombination vereint drei Rassen, die alle für ihre Robustheit, ihre Langlebigkeit und – entscheidend für die Futterplanung – ihre leichtfuttrige Veranlagung bekannt sind.

Die Herkunft aus dem bayerischen Voralpenland, wo Weidehaltung auf nährstoffreichen Flächen traditionell verbreitet ist, unterstreicht die Notwendigkeit eines sorgfältigen Weidemanagements: Üppige Alm- und Grünlandstandorte können für leichtfuttrige Pferde schnell zur Überversorgung mit Energie und Fruktanen führen. Die junge Rassegeschichte bedeutet auch, dass wissenschaftliche Langzeitdaten zu Erbkrankheiten und ernährungsbedingten Dispositionen noch begrenzt sind.

Pflege und Haltung: Was den Futterbedarf beeinflusst

Der Leonharder gilt als anspruchslos in der Haltung und ist für verschiedene Haltungsformen geeignet – von der Offenstallhaltung mit Auslauf bis zur klassischen Boxenhaltung mit regelmäßigem Koppelgang. Für die Fütterungsplanung ist die Haltungsform von direkter Relevanz:

  • Offenstallhaltung und Paddocktrail: Pferde mit kontinuierlicher Bewegungsmöglichkeit haben einen geringfügig höheren Erhaltungsbedarf durch die thermische Regulation bei Kälte und durch mehr Bewegung. Gleichzeitig ist das Risiko metabolischer Erkrankungen bei ausreichend Bewegung tendenziell geringer.
  • Boxenhaltung: Pferde, die überwiegend in der Box stehen, benötigen besonderes Augenmerk auf ausreichend Raufutterversorgung, um lange Fresspausen zu vermeiden, die Magengeschwüre und Koliken begünstigen können.
  • Fell und Wetterschutz: Leonharder, die im Winter ohne Decke gehalten werden, benötigen bei anhaltend kalten Temperaturen eine leichte Erhöhung der Raufutterration, da Heu als „innere Heizung“ wirkt – die Fermentation im Dickdarm erzeugt Wärme.
  • Huf- und Zahnpflege: Regelmäßige Hufpflege und Zahnkontrolle sind auch für die Futteraufnahme und -verwertung relevant. Schlechte Kaufähigkeit durch Zahnprobleme kann die Nährstoffaufnahme deutlich mindern.

Gesundheit und rassetypische Risiken: EMS und Hufrehe im Fokus

Der Leonharder weist bislang keine bekannten Erbkrankheiten auf. Dies wird einerseits auf die junge Rassegeschichte und die noch begrenzte Zuchtpopulation zurückgeführt, andererseits auf die generell robuste Konstitution der drei Ausgangsrassen.

Equines Metabolisches Syndrom (EMS)

Trotz fehlender spezifischer Erbanlagen ist das Equine Metabolische Syndrom (EMS) das vorrangige Gesundheitsrisiko beim Leonharder. EMS entsteht durch eine erblich bedingte Leichtfuttrigkeit in Kombination mit Überernährung – alle drei Ausgangsrassen (Haflinger, Welsh Cob, PRE) gelten als prädisponiert. Typische Anzeichen sind Fettablagerungen am Mähnenkamm, über den Augen und an der Schweifwurzel, Insulinresistenz und hormonelle Dysregulation. Bei EMS-Verdacht ist die Rücksprache mit dem Tierarzt zwingend erforderlich.

Hufrehe (Laminitis)

EMS ist der wichtigste Risikofaktor für Hufrehe, eine schmerzhafte Entzündung des Huflederhautgewebes. Leichtfuttrige Kleinpferde entwickeln Hufrehe besonders häufig im Zusammenhang mit fructanreichem Weidegras im Frühjahr und Herbst sowie bei Übergewicht. Hufrehe ist ein Notfall und erfordert sofortige tierärztliche Behandlung. Fütterungsseitig gilt präventiv: zuckerarmes Heu bevorzugen, Weidezeiten bei Risikopferden einschränken und Übergewicht konsequent vermeiden.

Magengeschwüre und Koliken

Wie alle Pferde ist der Leonharder als Dauerfresser auf kontinuierliche Raufutteraufnahme angewiesen. Lange Fresspausen – insbesondere über vier Stunden – erhöhen das Risiko für Magengeschwüre, da der Pferdemagen kontinuierlich Magensäure produziert, unabhängig davon, ob Futter vorhanden ist. Auch Kolikrisiken steigen bei unregelmäßiger oder abrupter Futterumstellung.

Ernährungsbedarf des Leonharders: Lebensphase, Leistung und Kondition

Der Energiebedarf des Leonharders richtet sich – wie bei allen Pferden – nach Körpermasse, Lebensphase und tatsächlicher Arbeitsleistung. Aufgrund der leichtfuttrigen Veranlagung der Ausgangsrassen ist dieser Bedarf im Vergleich zu Sportpferde-Rassen eher moderat anzusetzen.

Erhaltungsbedarf und leichte Arbeit

Bei Erhaltung und leichter Freizeitarbeit (ein bis zwei Stunden moderates Ausreiten, Bodenarbeit) deckt der Leonharder seinen Energiebedarf in der Regel vollständig über qualitativ gutes Heu. Als Richtwert gilt eine tägliche Raufuttermenge von mindestens 1,5 % der Körpermasse als Trockenmasse. Kraftfutter ist bei diesem Nutzungsprofil für die meisten Individuen nicht notwendig.

Mittlere und intensive Arbeit

Bei regelmäßiger Turnierarbeit, häufigem Fahreinsatz oder intensivem Training kann der Energiebedarf steigen. Erst dann ist eine maßvolle Kraftfutterergänzung zu erwägen – stets nach der Raufuttergabe und in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt. Stärke- und zuckerreiche Kraftfutter sollten auch bei Mehrarbeit zurückhaltend eingesetzt werden.

Wachstum (Fohlen und Jungpferde)

In der Wachstumsphase ist der Bedarf an Energie, Protein, Kalzium und Phosphor erhöht. Ein wachstumsgerechtes Mineralfutter ist in dieser Phase besonders wichtig. Zu viel Energie begünstigt dagegen übermäßiges Wachstum, das Sehnen, Knochen und Gelenke belasten kann. Im Zweifel sollte eine ernährungsberaterische Begleitung hinzugezogen werden.

Senioren

Ältere Leonharder können an Zahnproblemen leiden, die die Heuaufnahme erschweren. In diesem Fall kann zuckerarmer Raufutterersatz – etwa eingeweichte Heu-Cobs oder entsprechend strukturierte Aufwuchs-Heulage – sinnvoll sein. Der Body Condition Score (BCS) sollte regelmäßig beurteilt werden, da ältere Pferde teils zur Abmagerung neigen, während leichtfuttrige Individuen auch im Alter zu Übergewicht tendieren können.

Body Condition Score (BCS) als Steuerungsinstrument

Ein BCS im mittleren Bereich (3–3,5 auf einer 5-Punkte-Skala bzw. 4–5 auf einer 9-Punkte-Skala) gilt als Zielkorridor. Regelmäßige Beurteilung – idealerweise alle vier bis sechs Wochen – erlaubt eine frühzeitige Anpassung der Ration.

Futter für den Leonharder: Von Raufutter bis Mineralfutter

Raufutter: Die unverzichtbare Basis

Heu, Heulage und Weide bilden die Grundlage jeder Leonharder-Ration. Als Dauerfresser benötigt das Pferd eine kontinuierliche Raufutterzufuhr, um seinen Verdauungstrakt gesund zu halten. Für leichtfuttrige Rassen wie den Leonharder gilt dabei: Die Qualität des Heus ist mindestens ebenso wichtig wie die Menge. Energiearmes, strukturreiches Heu aus dem zweiten Schnitt oder von extensiven Wiesen ist in der Regel besser geeignet als nährstoffreiches Frühschnittheu.

  • Zuckerarmes Heu ist bei EMS-gefährdeten Tieren oder bei Übergewicht zu bevorzugen; bei Bedarf kann Heu vor dem Verfüttern für 30–60 Minuten gewässert werden, um den Zuckergehalt zu reduzieren.
  • Stroh (beispielsweise Weizenstroh) kann als strukturreicher, kalorienarmer Sattmacher anteilig beigemischt werden – jedoch sollte auf ausreichende Mineralstoffversorgung geachtet werden, da Stroh nährstoffarm ist.
  • Heulage (Grassilage mit höherem Trockenmassegehalt) ist eine Alternative für Pferde mit Atemwegsproblemen, da sie staubarm ist. Der Energiegehalt von Heulage ist jedoch häufig höher als der von Heu – bei leichtfuttrigen Tieren ist das zu berücksichtigen.
  • Weide: Bei leichtfuttrigen Leonhardern sollte die Weidezeit im Frühjahr und Herbst schrittweise eingeführt und bei Risikotieren (EMS, Hufrehe-Vorgeschichte) konsequent begrenzt werden. Fructanreiche Gräser auf gut gedüngten Weiden sind ein wesentlicher Auslöser für Hufrehe.

Kraftfutter: Nur bedarfsgerecht

Kraftfutter (Hafer, Gerste, Müsli, Pellets) ist für den Leonharder bei leichter bis mittlerer Arbeit in der Regel nicht notwendig. Bei klar nachgewiesenem Mehrbedarf – intensiver Arbeit, Wachstum, Trächtigkeit/Laktation – kann eine maßvolle Ergänzung sinnvoll sein. Wichtig: Kraftfutter stets nach dem Raufutter anbieten, Portionen klein halten und den Zuckergehalt (Melasse, Stärke) im Blick behalten. Speziell für leichtfuttrige Rassen konzipierte, energiearme Mineralfutterpellets sind oft besser geeignet als konventionelle Kraftfuttermischungen.

Mineralfutter: Unverzichtbare Ergänzung

Raufutter allein deckt den Mineralstofffbedarf von Pferden selten vollständig. Ein hochwertiges Mineralfutter, das auf den Raufutterbefund abgestimmt ist, sollte fester Bestandteil der Ration sein. Besonders relevant sind Kalzium, Phosphor, Magnesium, Selen und Zink. Eine Heuanalyse bildet die sicherste Grundlage für die Auswahl des passenden Mineralfutters.

Nahrungsergänzung für den Leonharder: Gezielt und evidenzbasiert

Nahrungsergänzungsmittel sind für den Leonharder kein Ersatz für eine ausgewogene Grundration, sondern gezielte Ergänzungen bei nachgewiesenem Bedarf. Vor dem Einsatz von Supplementen empfiehlt sich immer zunächst eine Analyse des tatsächlichen Versorgungsstatus – idealerweise durch Heuanalyse und, bei Verdacht auf Mangelzustände, durch Rücksprache mit dem Tierarzt oder einer Ernährungsberatung.

Mineralfutter und Spurenelemente

Wie bereits im Abschnitt zur Futterart beschrieben, ist ein bedarfsdeckendes Mineralfutter die wichtigste Ergänzung. Besonderes Augenmerk gilt:

  • Selen: In vielen deutschen Böden und damit im heimischen Heu unterversorgt; eine gezielte Ergänzung kann sinnvoll sein, sollte jedoch wegen der geringen Sicherheitsmarge nur nach Beratung erfolgen.
  • Zink und Kupfer: Wichtig für Huf- und Hautqualität sowie Immunfunktion; häufig im Heu knapp.
  • Vitamin E: Bei fehlendem Weidegang und reiner Heufütterung kann der Vitamin-E-Gehalt des Heus durch Lagerung stark absinken; eine Ergänzung wird in solchen Situationen diskutiert.

EMS und Insulinresistenz: Fütterung als Therapiebaustein

Bei diagnostiziertem EMS oder Hufrehe-Anfälligkeit wird in der Fachpraxis häufig auf magnesiumreiche, zuckerarme Mineralfutter sowie auf eine konsequente Reduktion von Stärke und Zucker in der Gesamtration gesetzt. Ergänzungen mit Chrom werden im Zusammenhang mit Insulinstabilisierung diskutiert – die Evidenzlage ist begrenzt, und der Einsatz sollte im Einzelfall mit dem Tierarzt abgeklärt werden.

Elektrolyte bei Arbeitsbelastung und Hitze

Bei intensiver Arbeit oder hohen Temperaturen verliert das Pferd über den Schweiß erhebliche Mengen an Natrium, Chlorid, Kalium und Magnesium. Eine Elektrolytergänzung kann bei regelmäßiger, schweißtreibender Arbeit sinnvoll sein. Ein dauerhaft zugänglicher Salzleckstein (Steinsalz) gilt als Mindestmaßnahme.

Fellwechsel und saisonaler Mehrbedarf

Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst kann der Bedarf an Aminosäuren (besonders Methionin, Lysin) und B-Vitaminen leicht steigen. Eine temporäre Ergänzung wird in der Fachliteratur diskutiert und ist im Einzelfall mit einer Ernährungsberatung abzustimmen.

Fütterungsmanagement in der Praxis: Heu, Rhythmus und Wasser

Eine ausgewogene Ration für den Leonharder steht und fällt mit dem alltäglichen Fütterungsmanagement. Die wichtigsten Stellschrauben im Überblick:

Heu-Qualität und -Menge

Die Grundlage jeder Leonharder-Ration ist hochwertiges, strukturreiches Heu mit einem für leichtfuttrige Pferde angemessenen Energiegehalt. Eine Heuanalyse (Zucker/Stärke, Roh-faser, Mineralstoffe) ist empfehlenswert und bildet die Grundlage für eine gezielte Mineralfutterwahl. Staubiges oder schimmeliges Heu ist grundsätzlich ungeeignet; bei Atemwegsproblemen sollte bedampftes oder gewässertes Heu bzw. staubarme Heulage eingesetzt werden.

Fütterungsrhythmus und Fresspausen

Das Pferd ist physiologisch auf nahezu kontinuierliche Futteraufnahme ausgelegt. Fresspausen von mehr als vier Stunden erhöhen das Risiko für Magengeschwüre und Koliken. Für den Alltag bedeutet das:

  • Heu möglichst ad libitum oder in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilen
  • Heunetze mit kleinen Maschen können die Fressgeschwindigkeit verlangsamen und so die Raufutteraufnahme über den Tag strecken – besonders hilfreich bei leichtfuttrigen Tieren, die zur Übergewichtszunahme neigen
  • Kraftfutter ausschließlich nach dem Raufutter und in kleinen Portionen anbieten; keine abrupten Futterwechsel – Umstellungen stets schrittweise über mindestens sieben bis vierzehn Tage

Weide- und Anweidemanagement

Für leichtfuttrige Leonharder ist das Anweiden im Frühjahr besonders sorgfältig zu gestalten: Beginn mit kurzen Weidezeiten (anfangs 15–30 Minuten), schrittweise Steigerung über mehrere Wochen. Bei EMS-gefährdeten Tieren oder nach einer Hufrehe ist das Weidemanagement mit dem betreuenden Tierarzt abzustimmen. Morgendliche Weidezeiten (nach Sonnenaufgang, bevor der Fruktan-Gehalt des Grases durch Sonneneinstrahlung ansteigt) werden diskutiert – die wissenschaftliche Evidenz dazu ist nicht einheitlich, weshalb eine individuelle Einschätzung durch Fachpersonal sinnvoll ist.

Wasserversorgung

Sauberes, frisches Wasser muss dem Leonharder jederzeit und unbegrenzt zur Verfügung stehen. Der tägliche Wasserbedarf liegt je nach Temperatur, Arbeit und Futterfeuchte bei etwa 20–50 Litern. Automatiktränken sind praktisch, sollten aber regelmäßig auf Funktionsfähigkeit und Sauberkeit kontrolliert werden. Im Winter ist auf frostfreie Tränken zu achten, da Pferde bei eiskaltem Wasser die Trinkmenge reduzieren und so das Kolikrisiko steigt.

Quellen

  1. [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  2. [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  3. [3]Wikipedia: Leonharderwikipedia
  4. [4]Wie man sich in jeder Lebensphase um sein Pferd kümmertweb
  5. [5]Artikel übersicht - über Mühldorfer Pferdefutterweb
  6. [6]Leonharder im Rasseportrait | ehorses Magazinweb
  7. [7]Entwicklung der Pferdefütterung und -ernährungweb
  8. [8]Der Leonharder - St-Leonhards-Hofweb
  9. [9]Spezielles Futter zur Förderung des Wohlbefindens - pferdefutter.deweb

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Häufige Fragen

Fragen zur Ernährung & Haltung

Autor

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Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

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