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Pferdefutter Highland-Pony: EMS-Prävention

Pferdefutter für das Highland-Pony mit sparsamem Stoffwechsel. NSC-Kontrolle und EMS-Prävention für robuste Ponyrasse.

Stockmaß
132–148 cm
Gewicht
ca. 475 kg
Lebenserwartung
25–30 Jahre
Herkunft
Schottland
Illustration: Pferdefutter Highland-Pony: EMS-Prävention

Das Highland-Pony auf einen Blick: Genügsame Robustrasse mit hohem Stoffwechsel-Bewusstsein

Das Highland-Pony ist eine der ältesten und robustesten Ponyrassen Europas. Als sogenannter „Easy Keeper“ verwertet es Raufutter außergewöhnlich effizient – eine evolutionäre Anpassung an die kargen Hochmoore und steinigen Weiden Schottlands. Genau diese Eigenschaft macht das Fütterungsmanagement zur zentralen Aufgabe für jeden Highland-Pony-Halter.

Wer dieses Pony mit einem Standard-Pferdefutterplan versorgt, riskiert innerhalb weniger Monate eine Überversorgung mit Energie, die zu Übergewicht, Equinem Metabolischen Syndrom (EMS) und als schwerwiegendste Folge zu Hufrehe führen kann. Die gute Nachricht: Mit konsequentem Raufuttermanagement, Verzicht auf stärke- und zuckerreiche Kraftfutter und regelmäßiger Körperkonditionskontrolle lässt sich das Pony jahrzehntelang gesund halten.

Die Eckpunkte einer bedarfsgerechten Versorgung: qualitativ hochwertiges, aber energiearmes Heu als unverzichtbare Basis, kein oder minimal dosiertes Kraftfutter, Weidemanagement mit Bedacht – und ein gut abgestimmtes Mineralfutter, das die Lücken schließt, die Heu allein nicht decken kann. Dieser Ratgeber legt den Schwerpunkt auf genau diese Ernährungsthemen.

Größe, Statur und Gewicht: Was das Stockmaß für den Futterbedarf bedeutet

So groß wird ein Highland-PonySchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmHighland-PonySchulterhöhe 132–148 cmca. 140 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Das Highland-Pony wird einer mittleren Größenklasse zugeordnet und erreicht ein Stockmaß von 132 bis 148 cm. Das Körpergewicht liegt typischerweise bei etwa 475 kg – damit ist es deutlich schwerer als viele andere Ponyrassen gleicher Widerristhöhe, was auf seinen kräftigen, gedrungenen Körperbau zurückzuführen ist.

Dieses Verhältnis von Körpermasse zu Stockmaß hat direkte Auswirkungen auf die Bedarfsberechnung: Der Energiebedarf wird am Körpergewicht orientiert, nicht an der Widerristhöhe. Ein Highland-Pony mit 475 kg benötigt als Raufutter-Grundlage rechnerisch mindestens 7 bis 9,5 kg Heu-Trockenmasse täglich (Richtwert: 1,5–2 % des Körpergewichts). Dieser Wert gilt für ein Tier in Erhaltungsstoffwechsel ohne intensive Arbeit.

Der kräftige, breit gebaute Typ des Highland-Ponys täuscht leicht über Übergewicht hinweg. Fettdepots setzen sich bevorzugt am Cresty Neck (Nackenkamm), an den Schultern und der Kruppe ab – Stellen, die beim Blick von der Seite weniger auffallen als ein runder Bauch. Regelmäßige Körperkonditionsbeurteilung (Body Condition Score, BCS) nach einem standardisierten Schema ist deshalb unverzichtbar.

Wesen: Ausgeglichene Robustheit mit praktischen Konsequenzen für die Haltung

Das Highland-Pony gilt als nervenstarkes, freundliches und charakterstarkes Pony. Es reagiert auf ungewohnte Reize ruhiger als viele Warm- oder Vollblutpferde und besitzt eine ausgeprägte Eigenständigkeit, die aus der jahrhundertelangen, weitgehend selbständigen Haltung in den schottischen Hochlands entstammt.

Diese Charaktereigenschaften haben unmittelbaren Bezug zum Haltungs- und Fütterungsalltag: Das Pony ist in der Lage, sich in Gruppen- und Offenstallhaltung gut zu behaupten, kommt aber am Futterplatz in Konkurrenz zu anderen Tieren. Da Highland-Ponys bekanntlich sehr effizient fressen und selten beim Futter vertrieben werden wollen, empfiehlt sich eine Beobachtung des Fressverhaltens in der Herde – sicherzustellen ist, dass kein anderes Tier das Highland-Pony vom Heu verdrängt oder es selbst unverhältnismäßig viel konsumiert.

Das ausgeglichene Temperament macht das Pony gut für den Freizeitbereich geeignet, was wiederum bedeutet: Intensive sportliche Belastung ist die Ausnahme, nicht die Regel. Das beeinflusst direkt den Kraftfutterbedarf – der in den meisten Fällen nahe null liegt. Wer das Pony ausschließlich im leichten Freizeiteinsatz nutzt, muss den Futterplan nicht an Leistung orientieren, sondern am konsequenten Erhaltungsmanagement.

Herkunft und Geschichte: Von der kargen Hochlandweide zum modernen Stall

Das Highland-Pony stammt aus den rauen Hochebenen und den westlichen Hebriden Schottlands. Das schottische Stutbuch für diese Rasse wird seit etwa 1890 von der Highland Pony Society geführt; alle außerhalb Schottlands gezogenen Tiere müssen auf dieses Mutterstutbuch zurückgeführt werden können.

Die prähistorischen Vorläufer der Rasse lebten in einer Landschaft, die natürliche Selektion auf extreme Genügsamkeit, Trittsicherheit und Widerstandsfähigkeit betrieb: Moorbewachsene Hochflächen, kurze Sommer mit nährstoffarmem Gras, lange nahrungsarme Winter. Ponys, die unter diesen Bedingungen überlebten, entwickelten einen Stoffwechsel, der mit minimalem Energieangebot auskam und Reserven in Fettgewebe umwandelte, sobald Nahrung verfügbar war.

Diese evolutionäre Prägung ist bis heute im Erbgut des Highland-Ponys tief verankert. Der Wechsel in mitteleuropäische Haltungsbedingungen – mit energiereichem Kulturgrasgras auf der Weide, hochwertigem Heu und oft großzügig dosiertem Kraftfutter – stellt den Stoffwechsel vor eine Herausforderung, für die er nicht ausgelegt ist. Das Verständnis dieser historischen Grundlage ist nicht akademisch, sondern direkt praktisch: Wer die Herkunft des Highland-Ponys kennt, versteht, warum weniger Futter oft mehr Gesundheit bedeutet.

Pflege: Das Doppelfell und seine Verbindung zum Fütterungsmanagement

Das Highland-Pony besitzt ein charakteristisches Doppelfell: eine dichte, weiche Unterwolle und ein langes, wasserabweisendes Deckhaar. Dieses natürliche Schutzsystem erlaubt Außenhaltung auch bei mitteleuropäischen Wintern ohne zusätzliche Deckenversorgung – vorausgesetzt, das Tier ist gut konditioniert und das Fell wurde nicht geschoren.

Die Körperkondition (BCS) hängt direkt mit der Pflegepraxis zusammen: Ein zu langes oder verfilztes Fell kann Fettdepots am Rumpf und Nackenkamm verdecken. Regelmäßiges Abtasten der Rippenseiten, des Nackenkamms und der Schulterpartien ist deshalb Teil jeder seriösen Körperkonditionskontrolle – das bloße Betrachten des Ponys reicht nicht.

Hufpflege ist beim Highland-Pony aus ernährungsbezogener Perspektive besonders wichtig: Hufrehe hinterlässt im Huf bleibende Spuren (Rehehringe, veränderte Wandstruktur). Regelmäßige Hufkontrolle durch einen Hufschmied oder Hufpfleger – mindestens alle sechs bis acht Wochen – macht frühzeitig auf veränderte Wandstrukturen aufmerksam, die auf ein vorangegangenes oder akutes Rehegeschehen hindeuten könnten. Zahnpflege durch eine Fachperson (jährlich, ab dem 18. Lebensjahr halbjährlich) beeinflusst ebenfalls direkt die Futterverwertung: Zahnt das Pony schlecht, werden Raufasern nicht ausreichend zerkleinert, was Koliken begünstigt.

Gesundheit: EMS, Hufrehe und FIS als rassetypische Schwerpunkte

Das Highland-Pony gilt insgesamt als langlebige und robuste Rasse mit einer dokumentierten Lebenserwartung von 25–30 Jahren. Dennoch weist es drei gut dokumentierte Gesundheitsdispositionen auf, von denen zwei in engem Zusammenhang mit der Ernährung stehen.

Equines Metabolisches Syndrom (EMS)

EMS ist die zentrale Stoffwechselerkrankung des Highland-Ponys. Die Rasse ist als „Easy Keeper“ bekannt: Ihr Stoffwechsel verwertet Energie so effizient, dass bei normaler oder zu reichhaltiger Fütterung rasch Übergewicht und in der Folge eine Insulindysregulation entsteht. Klinisch zeigen sich erhöhte Nüchterninsulinwerte, Verfettung an charakteristischen Stellen (Nackenkamm, Schultergrube, Schweifrübe) und eine erhöhte Anfälligkeit für belastungsunabhängige Hufrehe. Die wissenschaftliche Datenlage stuft das EMS-Risiko beim Highland-Pony auf Evidenzgrad B ein. Im Verdachtsfall ist eine tierärztliche Abklärung (Insulinmessung, ACTH-Test zum Ausschluss von PPID) notwendig.

Hufrehe (Laminitis)

Hufrehe ist beim Highland-Pony häufig eine ernährungsbedingte Folgeerkrankung von EMS oder unkontrolliertem Weidezugang auf frühjahrlichem, zuckerreichem Gras. Die lamelläre Verbindung zwischen Hufbein und Hufwand wird durch entzündliche Prozesse, die unter anderem durch Insulin-Peaks nach hoher Stärke- und Zuckeraufnahme ausgelöst werden, beschädigt. Chronische Hufrehe ist irreversibel und schmerzhaft. Das Risiko gilt für diese Rasse als erhöht und ist wissenschaftlich auf Evidenzgrad B belegt. Jedes Rehegeschehen erfordert sofortige tierärztliche Beurteilung.

Foal-Immunodefizienz-Syndrom (FIS)

FIS ist eine genetisch bedingte Erkrankung, die speziell bei Highland-Ponys dokumentiert ist. Betroffene Fohlen weisen einen schweren kombinierten Immundefekt auf und entwickeln ab der dritten bis sechsten Lebenswoche rezidivierende Infektionen. Die Erkrankung ist nicht ernährungsbedingt, aber für Züchter von hoher Relevanz: Ein DNA-Test auf Trägerstatus der Elterntiere ist empfehlenswert, bevor die Verpaarung stattfindet. Für Fohlen unbekannter Elterntiere sollte ein frühzeitiges Screening erfolgen. Die wissenschaftliche Beleglage entspricht Evidenzgrad B.

Energiebedarf und Konditionsmanagement: Weniger ist beim Highland-Pony oft mehr

Der Energiebedarf des Highland-Ponys ist rassebedingt moderat bis niedrig. Für den Erhaltungsstoffwechsel eines erwachsenen, nicht arbeitenden oder leicht arbeitenden Tieres von ca. 475 kg gilt als Orientierungswert eine Energieversorgung im Bereich von etwa 16 kcal/kg Körpergewicht pro Tag – dieser Richtwert leitet sich aus dem EMS-Diätziel zur Prävention von insulindysregulationsbedingter Hufrehe ab. In der Praxis bedeutet das: Raufutter in einer Menge von mindestens 1,5 % des Körpergewichts als Trockensubstanz (ca. 7–9,5 kg Heu täglich) deckt bei einem energiearmen Heu diesen Bedarf in der Regel vollständig.

Body Condition Score (BCS) als Steuerungsinstrument

Die Körperkondition nach dem neunstufigen BCS-Schema (Henneke) sollte beim Highland-Pony alle vier bis sechs Wochen beurteilt werden – nicht nur visuell, sondern durch Abtasten der Rippenseiten, des Nackenkamms und der Schulterpartien. Ein BCS von 4–5/9 ist für die Rasse anzustreben; ab BCS 7/9 liegt Übergewicht vor, das eine aktive Kalorienreduktion auf etwa 1,25–1,5 % Körpermasse als Heu-Trockenmasse erfordert.

Lebensphasengerechte Anpassung

  • Fohlen (0–6 Monate): Muttermilch ist die ausschließliche Nahrungsquelle; ab Woche 2–3 beginnen Fohlen Heu und Gras zu erkunden. Eine Supplementierung ist nur bei nachgewiesenem Bedarf indiziert.
  • Jungpferd (6 Monate – 4 Jahre): Das Skelett schließt sich beim Highland-Pony erst mit ca. 4–5 Jahren vollständig. Ein leicht erhöhter Protein- und Mineralbedarf ist durch ein wachstumsspezifisches Mineralfutter abzudecken; Überversorgung mit Energie ist in dieser Phase jedoch ebenso zu vermeiden.
  • Arbeitspferd: Bei intensiver Arbeit (Mehrtages-Trekking, regelmäßiges Geländefahren) steigt der Energiebedarf moderat. Eine Aufstockung sollte primär über hochwertigeres Raufutter erfolgen, bevor Kraftfutter erwogen wird.
  • Tragende und säugende Stuten: Erhöhter Protein-, Energie- und Mineralbedarf im letzten Trächtigkeitsdrittel und während der Laktation; tierärztliche Rationsberechnung empfehlenswert.
  • Senior (ab ca. 18 Jahren): Zahnabbau, mögliches PPID und veränderte Darmfunktion erfordern angepasstes Futter. Quetschgetreide, Mash oder eingeweichte Heu-Würfel können sinnvoll sein, wenn die Kaukapazität nachlässt.

Raufutter, Kraftfutter und NSC-Kontrolle: Die Ration für das Highland-Pony

Die Futterration des Highland-Ponys baut in jedem Fall auf Raufutter als unverzichtbarer Basis auf. Das Pony ist ein Dauerfresser mit einem auf kontinuierlichen Faserfluss ausgelegten Verdauungstrakt – lange Fresspausen ohne Heu erhöhen das Magengeschwür- und Kolikrisiko erheblich.

Heu: Qualität vor Quantität

Für das Highland-Pony empfiehlt sich Heu aus einem späten Schnitt mit möglichst niedrigem Gehalt an nicht-strukturellen Kohlenhydraten (NSC = Stärke + Zucker). Das Ziel: NSC unter 10 % der Trockenmasse, um postprandiale Insulinspitzen zu vermeiden, die Hufrehe auslösen können. Strukturell rohfaserreiches Heu (NDF-Anteil idealerweise über 30 % der Trockenmasse) verlangsamt die Glukoseabsorption und unterstützt die Darmgesundheit. Eine Heuanalyse durch ein akkreditiertes Labor ermöglicht die genaue Einschätzung; ohne Analyse bleibt die NSC-Schätzung ungenau.

Bei bekanntem EMS oder Hufrehe-Anamnese kann das Wässern von Heu (30–60 Minuten in kaltem Wasser) den wasserlöslichen Zuckeranteil reduzieren. Diese Maßnahme sollte im Einzelfall mit dem betreuenden Tierarzt oder einer Ernährungsfachkraft für Pferde abgestimmt werden.

Heulage

Heulage (fermentiertes Heu mit höherem Feuchtigkeitsgehalt) ist für Highland-Ponys mit Atemwegsempfindlichkeit eine sinnvolle Alternative zu staubigem Heu. Die Energiedichte von Heulage liegt jedoch deutlich über der von trockenem Heu – entsprechend muss die Menge angepasst werden, um eine Überversorgung zu vermeiden.

Stroh als Ergänzung

Stroh (bevorzugt Weizen- oder Gerstenstroh) eignet sich als energiearme Raufutterergänzung, die die Fresspause überbrückt, den Kauapparat beschäftigt und die tägliche Strukturfaseraufnahme erhöht. Ein Anteil von bis zu einem Drittel des täglichen Raufutters ist vertretbar; reines Stroh als Hauptfutter ist ohne ergänzende Mineralversorgung nicht geeignet.

Kraftfutter: In der Regel nicht notwendig

Gesunde, nicht intensiv arbeitende Highland-Ponys benötigen kein Kraftfutter. Hafer, Müsli und melassehaltige Fertigmischungen liefern Stärke und Zucker in Mengen, die für diese Rasse in den meisten Fällen zu hoch sind. Ausnahmen – tragende Stuten, intensive Arbeit, Jungpferde im Wachstum – sollten mit getreide- und melassefreien, speziell für Ponys mit Stoffwechselneigung formulierten Produkten abgedeckt werden. Obst, Möhren und zuckerhaltige Leckerli sind ebenfalls zurückhaltend einzusetzen.

Weidegras

Weide ist für das Highland-Pony nicht automatisch unbedenklich. Im Frühling und Herbst enthält das Gras besonders hohe NSC-Gehalte. Geführtes Anweiden, Weidekorb oder zeitlich begrenzter Weidezugang (z. B. über Nacht, wenn der NSC-Gehalt niedriger ist) sind sinnvolle Maßnahmen für gefährdete Tiere.

Mineralfutter und Nahrungsergänzung für das Highland-Pony: Gezielt, nicht großzügig

Raufutter allein deckt den Mineralbedarf eines Pferdes in der Regel nicht vollständig. Das gilt auch für das Highland-Pony – mit der Besonderheit, dass es ein Mineralfutter benötigt, das den Bedarf deckt, ohne gleichzeitig Energie zu liefern. Energiereiche Mineralfutter-Pellets oder stark melassierte Mischungen sind deshalb ungeeignet.

Mineralfutter: Grundversorgung

Ein getreide- und melassefreies Mineralfutter, das auf die Bedürfnisse von Ponys mit Stoffwechselneigung abgestimmt ist, bildet die sinnvolle Ergänzungsbasis. Entscheidend ist die Abstimmung auf die Heuqualität – welche Mineralstoffe das Heu bereits liefert, bestimmt, welche Ergänzung tatsächlich notwendig ist. Ohne Heuanalyse ist eine präzise Mineralergänzung nicht möglich; eine pauschale Hochdosierung einzelner Mineralstoffe ist nicht empfehlenswert.

Magnesium

Magnesium spielt eine Rolle in der Insulinsignaltransduktion. Bei EMS-gefährdeten oder betroffenen Tieren kann eine bedarfsdeckende Magnesiumversorgung nach NRC-Orientierungswerten sinnvoll sein. Ob eine Ergänzung im Einzelfall notwendig ist, sollte im Rahmen einer tierärztlichen Beratung und idealerweise nach Blutuntersuchung entschieden werden.

Vitamin E

Oxidativer Stress ist bei EMS und Hufrehe erhöht. Natürliches Vitamin E (RRR-alpha-Tocopherol) unterstützt die antioxidative Versorgung und kann bei Bedarf ergänzt werden. Heu verliert im Laufe der Lagerung einen Großteil seines natürlichen Vitamin-E-Gehalts; Pferde, die ausschließlich auf Heu angewiesen sind (kein Weidegang), haben potenziell einen höheren Ergänzungsbedarf. Konkrete Mengenangaben sind im Einzelfall mit dem Tierarzt abzuklären.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren (ALA aus Leinöl, EPA/DHA aus Algenöl) haben antientzündliche Eigenschaften und werden im Kontext von EMS und Hufrehe als adjuvante Maßnahme diskutiert. Leinöl oder kalt gepresstes Leinsamenschrot können als niedrigkalorische Quelle sinnvoll sein. Auch hier gilt: keine Selbstmedikation, sondern Absprache mit dem Tierarzt.

Salzversorgung

Freier Zugang zu einem einfachen Natriumchlorid-Salzleckstein ist für alle Pferde empfehlenswert. Bei EMS-gefährdeten Tieren sollte auf salz- und mineralhaltige Lecksteine mit hohem Zuckeranteil verzichtet werden.

Elektrolyte bei Arbeit

Bei schweißtreibender Arbeit (Trekking, Geländefahren im Sommer) ist der Elektrolytbedarf erhöht. Eine temporäre Elektrolytergänzung nach intensiver Belastung kann sinnvoll sein; dauerhafter Einsatz ohne Bedarf ist nicht notwendig.

Fütterungsmanagement im Alltag: Heuqualität, Fresspausen und Weide sinnvoll steuern

Das tägliche Fütterungsmanagement des Highland-Ponys dreht sich um wenige, aber entscheidende Stellschrauben: die Qualität und Menge des Raufutters, die Vermeidung langer Fresspausen, die Wasserversorgung und ein durchdachtes Weidemanagement.

Heuqualität und -menge

Die Qualität des Heus ist für das Highland-Pony wichtiger als für viele andere Rassen. Ein energiearmes, NSC-armes Heu aus einem späten Schnitt (idealerweise analysiert) bietet die beste Grundlage. Das Heu sollte in kleinen Mengen aber möglichst kontinuierlich verfügbar sein – Heunetze mit engen Maschen (ca. 3–4 cm) verlangsamen die Aufnahmegeschwindigkeit und verlängern die Fresszeit, ohne die Gesamtmenge zu erhöhen.

Fresspausen vermeiden

Als Dauerfresser sollte das Highland-Pony nicht länger als vier Stunden ohne Raufutter auskommen müssen. Längere Pausen erhöhen das Risiko für Magengeschwüre, da der Pferde-Magen kontinuierlich Magensäure produziert, unabhängig davon, ob Futter vorhanden ist. Strukturiertes Heufütterung über den Tag – etwa mit Heunetz in der Stallzeit und Raufuttervorlage auf der Weide – schließt kritische Fresspausen.

Wasserversorgung

Frisches, sauberes Wasser muss jederzeit frei zugänglich sein. Der Tagesbedarf liegt bei einem Pferd dieser Größe je nach Temperaturen und Aktivität bei 30–50 Litern, in Hitzeperioden oder nach schweißtreibender Arbeit deutlich darüber. Automatische Tränken sollten regelmäßig auf Funktion und Sauberkeit kontrolliert werden.

Weide- und Anweidemanagement

Der Weidezugang ist beim Highland-Pony eine der wichtigsten Managemententscheidungen überhaupt. Frühjahrsgras enthält besonders hohe Mengen an wasserlöslichen Kohlenhydraten (Fruktane, einfache Zucker), die bei empfindlichen Tieren Hufrehe auslösen können. Empfehlenswert ist ein schrittweises Anweiden über zwei bis drei Wochen, beginnend mit 15–30 Minuten täglich. In Hochrisikophasen (Frühjahr, nach Regen und Sonne) kann ein Weidekorb oder ein temporärer Paddock-Aufenthalt während der NSC-reichen Tagesstunden (Nachmittag/früher Abend) sinnvoll sein. Abrupte Futterwechsel – auch von Heu auf Weide – sind grundsätzlich zu vermeiden.

Quellen

  1. [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  2. [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  3. [3]Studie: Foal-Immunodefizienz-Syndrom (FIS)study
  4. [4]Studie: Equines Metabolisches Syndromstudy
  5. [5]Studie: Hufrehe - Pferdstudy
  6. [6]Wikipedia: Highland-Ponywikipedia
  7. [7]Highland Pony Breed Guide: Characteristics, Health & Nutrition | Mad Barnweb
  8. [8]Highland Pony im Rasseportraitweb
  9. [9]Ponygerechte Haltung & Fütterung: Natürlich gesund versorgtweb
  10. [10]Gesunde Ponyfütterung – Weniger ist mehr - Magazinweb
  11. [11]Ponys richtig füttern | Dr. Susanne Weyrauchweb
  12. [12]Artgerechte Fütterung von Ponys - Pavoweb

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Häufige Fragen

Fragen zur Ernährung & Haltung

Autor

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Fachliche Prüfung

Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

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