Pferdefutter Hackney-Pony: Leichtfuttrig
Pferdefutter für das Hackney-Pony: Kalorienarme, raufutterbasierte Ration für Showtalente. Leichtfuttrer optimal versorgen.
- Stockmaß
- 122–147 cm
- Herkunft
- Großbritannien

Das Hackney-Pony auf einen Blick
Das Hackney-Pony ist die Ponyversion des englischen Hackneys: kompakter gebaut, mit typischen Ponymerkmalen wie kleinen, feinen Ohren und einer filigranen Maulpartie, aber mit demselben charakteristischen, extrem hohen Kniehub im Trab. Mit einem Stockmaß unter 147 cm – üblicherweise zwischen 122 und 147 cm – zählt es zu den kleinen Rassen und wird vorrangig in Showklassen vorgestellt.
Aus ernährungsphysiologischer Perspektive ist das Hackney-Pony zunächst ein Pony mit ausgeprägter leichtfuttriger Veranlagung: Der Organismus nutzt Energie besonders effizient, bildet rasch Fettdepots und benötigt deutlich weniger Kalorien pro Kilogramm Körpermasse als ein Großpferd oder ein Vollblüter. Raufutter – qualitativ hochwertiges, aber nicht zu energiereiches Heu – bildet die unverzichtbare Basis jeder Tagesration. Kraftfutter ist in den meisten Haltungssituationen schlicht nicht erforderlich und erhöht das Risiko für Stoffwechselerkrankungen.
Für Halterinnen und Halter bedeutet das: Die Fütterung des Hackney-Ponys ist weniger eine Frage von „was darf es noch bekommen“, sondern konsequent eine Frage von „wie wenig Energie wird wirklich benötigt, um Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Gesundheit zu erhalten“.
Größe, Statur und Typ: Was Stockmaß und Körperbau für den Futterplan bedeuten
Das Hackney-Pony wird nach den Richtlinien des Zuchtprogramms als Pony mit einer Widerristhöhe von unter 147 cm geführt – die Untergrenze liegt üblicherweise bei etwa 122 cm. Damit zählt es klar zum Pony-Typ und wird nicht als Großpferd klassifiziert. In Zuchtstätten werden vier Zuchtrichtungen unterschieden, die sich in Rahmengröße und Typ leicht unterscheiden, aber alle das charakteristische Exterieur mit kurzem Rücken, hohem Schweifansatz und freiem Ellbogen vereint.
Bedeutung für den Energiebedarf: Ponys haben im Vergleich zu Großpferden eine günstigere Körperoberfläche-zu-Körpermasse-Relation und damit einen niedrigeren Grundumsatz bezogen auf das Körpergewicht. Der tägliche Erhaltungsbedarf eines Hackney-Ponys liegt entsprechend deutlich unter dem eines gleich schwer erscheinenden Warmbluts. Die Konsequenz: Selbst bei moderatem Raufutterangebot kann das Tier rasch zunehmen, wenn Futterqualität und -menge nicht regelmäßig an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden.
Body Condition Score (BCS) als Steuerinstrument: Da das genaue Körpergewicht im Alltag selten gewogen wird, empfiehlt sich die regelmäßige BCS-Beurteilung (Skala 1–9 nach Henneke). Ein Wert zwischen 4 und 5 gilt für das Hackney-Pony als ideal. Sichtbare oder gut tastbare Fettpolster an Hals, Kruppe und hinter der Schulter sind ein frühes Warnsignal für eine energetische Überversorgung und sollten zum Anlass genommen werden, das Raufutter zu reduzieren oder auf strukturärmere Qualitäten umzustellen.
Wesen und Charakter: Temperament mit Einfluss auf die Energieversorgung
Das Hackney-Pony gilt als ausgesprochen temperamentvolles, selbstbewusstes und aufmerksames Tier. Es ist leistungswillig, eifrig und gelehrig – Eigenschaften, die es zum Einsatz in Showwettbewerben und im Fahrsport prädestinieren. Gleichzeitig besitzen Hackney-Ponys, wie viele Ponyrassen, einen eigenen Willen und fordern konsequente, feinfühlige Arbeit vom Menschen.
Das Temperament hat eine direkte Relevanz für die Ernährungsplanung: Ein aktiv genutztes, regelmäßig trainiertes Showpony hat einen spürbar höheren Energieumsatz als ein wenig beschäftigtes Freizeitpony. Dennoch sollte auch bei regelmäßiger Nutzung die leichtfuttrige Grundnatur der Rasse nie außer Acht gelassen werden. Die Faustregel lautet: Zunächst die Raufutterqualität und -menge anpassen, bevor an Kraftfutter gedacht wird.
Darüber hinaus sorgt das temperamentvolle Wesen dafür, dass Hackney-Ponys bei artgerechter Haltung mit ausreichend Bewegung, Sozialkontakt und Beschäftigung deutlich ruhiger und ausgeglichener sind. Stress – etwa durch Einzelhaltung, lange Fresspausen oder unzureichende Beschäftigung – kann zu nervösem Verhalten, Stereotypien und einem veränderten Fressverhalten führen. Die kontinuierliche Raufutterverfügbarkeit dient somit nicht nur der Verdauungsgesundheit, sondern auch dem psychischen Wohlbefinden.
Herkunft und Geschichte: Von englischen Wegen zur modernen Showrasse
Das Hackney-Pony ist die Ponyvariante des englischen Hackneys und entwickelte sich aus Kreuzungen großer Hackneys mit robusten einheimischen Ponyschlägen – vor allem mit dem Welsh Pony und dem Fell Pony. Diese Einkreuzungen kleinwüchsiger, genügsamer Gebirgsponys legten den Grundstein für die ausgeprägte Leichtfuttrigkeit, die die Rasse bis heute kennzeichnet. Das Zuchtziel war ein kleines, aber höchst aktionsfähiges Fahrpony mit spektakulärem Kniehub.
Ursprünglich als Arbeits- und Kutschenpony genutzt, wurde das Hackney-Pony im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts zunehmend auf Showklassen und Fahrsportwettbewerbe spezialisiert. Die vier heute anerkannten Zuchtrichtungen spiegeln diese Entwicklung wider. Im deutschsprachigen Raum wird die Rasse unter anderem vom Bayerischen Zuchtverband für Kleinpferde und Spezialpferderassen betreut.
Die historische Abstammung von robusten Ponyschlägen ist der Schlüssel zum Verständnis der heutigen Ernährungsbedürfnisse: Die Gene der leien, genügsamen Gebirgsponys sind im Stoffwechsel des Hackney-Ponys fest verankert. Wer die Rasse mit einer Ration füttert, die für ein sportliches Warmblut konzipiert wäre, riskiert rasch Übergewicht und in der Folge Stoffwechselerkrankungen. Die Ernährung muss sich an der robusten Herkunft orientieren – nicht am eleganten Erscheinungsbild im Showring.
Haltung und Pflege: Bewegung, Weide und ihr Einfluss auf die Ration
Das Hackney-Pony ist trotz seiner Showpferd-Optik ein robustes Tier, das artgerechte Haltung mit ausreichend Bewegung, frischer Luft und Sozialkontakt benötigt. Offenstall- oder Paddockboxen-Haltung mit Laufmöglichkeiten ist der Einzelbox in vielen Fällen vorzuziehen, weil sie die natürliche Bewegungsaktivität fördert und damit den Energieverbrauch erhöht – ein wichtiger Faktor bei dieser leichtfuttrigen Rasse.
Weidehaltung ist für das Hackney-Pony mit Bedacht zu handhaben. Frisches Weidegras – insbesondere im Frühjahr und nach Regenphasen – enthält hohe Mengen an wasserlöslichen Kohlenhydraten (Fruktane), die bei leichtfuttrigen Ponyrassen Hufrehe auslösen können. Ein kontrollierter, zeitlich begrenzter Weidegang oder der Einsatz eines Weidemaulkorbs kann in solchen Situationen sinnvoll sein.
Die Hufpflege ist beim Hackney-Pony von besonderer Bedeutung: Die für die Rasse typischen, steil gewinkelten Hufe mit langen Trachten sind zwar ein Showmerkmal, erfordern aber regelmäßige hufschmiedliche Betreuung. Hufrehe-bedingte Veränderungen an der Hufkapsel wären hier besonders gravierend. Regelmäßiges Wiegen oder die BCS-Kontrolle sollte fester Bestandteil der Pflegeroutine sein, um Übergewicht frühzeitig zu erkennen und die Ration entsprechend anzupassen.
Gesundheit: EMS, Hufrehe und die Folgen ernährungsbedingter Überversorgung
Nach aktuellem Wissensstand sind beim Hackney-Pony keine rassetypischen erblichen Erkrankungen bekannt. Die größten Gesundheitsrisiken der Rasse liegen – wie bei Ponyrassen generell – im Bereich ernährungsbedingter Stoffwechselstörungen.
Equines Metabolisches Syndrom (EMS): EMS ist eine Insulindysregulation, die bei leichtfuttrigen Pony- und Robustrassen überproportional häufig auftritt. Betroffene Tiere zeigen eine verminderte Insulinsensitivität, neigen zu Übergewicht und entwickeln charakteristische Fettdepots an Hals (sogenannte Cresty Neck), hinter der Schulter und an der Kruppe. EMS gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für wiederkehrende Hufrehe-Episoden. Die Ernährung spielt in der Prävention und im Management von EMS eine zentrale Rolle: Energie- und zuckerreduzierte Rationen, konsequente Kontrolle des Weidezugangs sowie die Vermeidung von stärke- und zuckerreichen Kraftfuttermitteln gelten als grundlegende Maßnahmen. Bei Verdacht auf EMS ist die Einbeziehung einer tierärztlichen Fachkraft unverzichtbar.
Hufrehe (Laminitis): Hufrehe ist eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut, die durch eine Überversorgung mit Stärke und Zucker, durch Fruktan-reiche Weidephasen oder im Rahmen von EMS ausgelöst werden kann. Ponyrassen gelten in der Fachliteratur als besonders anfällig. Präventiv sind eine konstante Kontrolle der Futterenergie, das Management des Weidezugangs und eine regelmäßige BCS-Beurteilung die wichtigsten Instrumente.
Koliken und Magengesundheit: Wie alle Pferde ist auch das Hackney-Pony auf eine kontinuierliche Raufutteraufnahme angewiesen. Lange Fresspausen – mehr als drei bis vier Stunden ohne Raufutteraufnahme – erhöhen das Risiko für Magengeschwüre und Koliken. Dies gilt unabhängig von der Rasse, ist aber gerade bei Ponys in restriktiver Fütterung (z. B. bei gezielter Gewichtsreduktion) besonders zu beachten: Auch eine kalorienbegrenzte Ration sollte nicht durch lange Fresspausen erreicht werden, sondern durch die Wahl energieärmerer Heuqualitäten oder strukturierter Heunetze.
Energiebedarf und Ration: Wie viel Futter das Hackney-Pony wirklich braucht
Als Dauerfresser benötigt das Pferd – und damit auch das Hackney-Pony – eine weitgehend kontinuierliche Raufutteraufnahme. Der Richtwert liegt bei mindestens 1,5 % des Körpergewichts an Trockenmasse täglich, verteilt auf möglichst viele Mahlzeiten oder idealerweise als freier Zugang zu Heu. Dieser Wert gilt als Untergrenze für die Darmgesundheit; bei leichtfuttrigen Ponys wird die Menge jedoch häufig nach oben auf etwa 2 % des Körpergewichts ausgedehnt, wenn gleichzeitig auf sehr energiearmes Heu geachtet wird.
Erhaltungsbedarf: Ein nicht oder kaum bewegtes Hackney-Pony hat einen vergleichsweise niedrigen Erhaltungsbedarf. Die leichtfuttrige Natur bedeutet, dass der Organismus selbst aus strukturarmen Raufutterquellen effizient Energie gewinnt. In der Regel reichen hochwertiges, aber energiearmes Heu plus ein bedarfsdeckendes Mineralfutter vollständig aus.
Leistungsbedarf (Sport/Show): Showpferde, die regelmäßig in Fahrsportwettbewerben eingesetzt werden, haben einen höheren Energieumsatz. Dennoch sollte der Mehrbedarf zunächst durch ein energetisch wertvolleres Heu (z. B. erstem Schnitt mit höherem Rohprotein- und Energiegehalt) gedeckt werden, bevor Kraftfutter hinzugefügt wird. Erst wenn sich trotz optimierter Raufutterversorgung eine Unterversorgung abzeichnet (sinkender BCS, Leistungsabfall), ist eine maßvolle Kraftfuttergabe zu erwägen.
Zucht, Trächtigkeit und Laktation: In diesen Lebensphasen steigt der Nährstoffbedarf für Energie, Protein, Kalzium und Phosphor. Die leichtfuttrige Grundveranlagung des Hackney-Ponys bleibt jedoch auch hier relevant – eine schleichende Überversorgung ist genauso problematisch wie eine Unterversorgung. Qualitativ hochwertiges Raufutter und ein speziell auf tragende oder säugende Stuten ausgelegtes Mineralfutter bilden die sinnvolle Basis; im Einzelfall ist eine ernährungsberaterische Begleitung empfehlenswert.
Fohlen und Jungpferde: In der Aufzuchtphase ist eine ausgewogene Mineral- und Nährstoffversorgung entscheidend für die korrekte Knochenentwicklung. Auch hier gilt, dass die leichtfuttrige Veranlagung ab dem ersten Lebenstag berücksichtigt werden sollte, um spätere Stoffwechselprobleme zu vermeiden.
Senior: Ältere Hackney-Ponys können Probleme mit der Raufutteraufnahme entwickeln, etwa durch Zahnverlust oder verminderte Verdauungseffizienz. In solchen Fällen können aufgeweichte Heucobs oder Heuraufen mit feinerem Material sinnvoll sein. Auch im Seniorenalter bleibt der kalorienbewusste Ansatz das Fundament der Ernährungsplanung.
Futter im Detail: Raufutter, Kraftfutter und Mineralfutter für das Hackney-Pony
Raufutter – die unverzichtbare Basis
Heu bildet das Fundament jeder Ration für das Hackney-Pony. Für leichtfuttrige Ponyrassen empfiehlt sich bevorzugt spät geschnittenes, strukturreiches Heu mit niedrigerem Energiegehalt – oft als „zweiter oder dritter Schnitt“ beschrieben. Wichtig ist dabei jedoch, dass das Heu trotz niedrigem Energiegehalt mikrobiologisch einwandfrei, staubarm und schimmelfrei ist. Staubiges oder schimmeliges Heu gefährdet die Atemwegsgesundheit; in solchen Fällen kann das Bedampfen des Heus sinnvoll sein.
Heulage (Grassilage mit höherem Trockenmassegehalt) kann als Alternative eingesetzt werden, weist jedoch in der Regel einen höheren Energiegehalt als vergleichbares Heu auf – was beim Hackney-Pony erhöhte Vorsicht erfordert. Wird Heulage gegeben, sollte die tägliche Menge entsprechend angepasst und der BCS engmaschig kontrolliert werden.
Weidegras ist für das Hackney-Pony zwar natürlich und erwünscht, aber mengenmäßig zu begrenzen: Besonders im Frühjahr und Frühsommer enthält frisches Gras hohe Fruktan-Gehalte, die bei empfindlichen Ponys Hufrehe auslösen können. Ein zeitlich limitierter Weidegang (z. B. zwei bis vier Stunden täglich, bevorzugt in den frühen Morgenstunden, wenn der Fruktan-Gehalt niedriger ist) oder der Einsatz eines Weidemaulkorbs sind praktikable Maßnahmen.
Kraftfutter – nur im Ausnahmefall
Für das Hackney-Pony in Freizeit- oder leichter Shownutzung ist Kraftfutter in der Regel nicht erforderlich. Wenn es eingesetzt wird – etwa bei intensiv genutzten Sportponys – sollten ausschließlich ponygerechte, energie- und zucker- sowie stärkereduzierte Produkte verwendet werden. Klassisches Getreide wie Hafer oder Gerste ist für leichtfuttrige Ponys wenig geeignet; strukturierte Müslis mit hohem Raufaseranteil und niedrigem nicht-strukturellen Kohlenhydratanteil (NSC) sind vorzuziehen. Abrupte Futterwechsel sind generell zu vermeiden – jede Umstellung erfolgt schrittweise über mehrere Tage, um die Darmflora nicht zu destabilisieren.
Mineralfutter – nicht verzichtbar
Selbst wenn das Hackney-Pony ausschließlich mit Raufutter versorgt wird, deckt dieses allein selten den vollständigen Bedarf an Mengen- und Spurenelementen. Ein hochwertiges Mineralfutter ist daher fester Bestandteil jeder Ration. Gerade bei energiereduzierter Fütterung, bei der die Raufuttermenge oder Kraftfuttermenge bewusst niedrig gehalten wird, darf an der Mineralstoffversorgung nicht gespart werden. Speziell auf Ponys und energiereduzierte Rationen abgestimmte Mineralfutterprodukte sind hier besonders sinnvoll.
Nahrungsergänzung für das Hackney-Pony: Gezielt statt reflexartig
Das Prinzip „weniger ist mehr“ gilt beim Hackney-Pony nicht nur für die Gesamtration, sondern auch für Nahrungsergänzungsmittel. Der Einsatz von Ergänzungsfuttermitteln sollte immer bedarfsorientiert und – insbesondere bei Verdacht auf Stoffwechselstörungen – in Absprache mit einer tierärztlichen oder ernährungsberaterischen Fachkraft erfolgen.
Mineralfutter und Vitamine: Wie bereits dargestellt, ist ein qualitativ hochwertiges Mineralfutter die wichtigste Ergänzung zur raufutterbasierten Ration. Es sollte die Versorgung mit Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Selen, Zink, Kupfer und den fettlöslichen Vitaminen A, D und E sicherstellen. Besonders bei Haltung ohne Weidegang oder bei Pferden, die ausschließlich mit Heu versorgt werden, kann die Vitamin-E- und Selenversorgung lückenhaft sein – hier kann eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein, sollte aber analytisch überprüft werden.
Elektrolyte: Bei intensiv genutzten Showponys oder in der wärmeren Jahreszeit kann durch Schwitzen ein erhöhter Elektrolytverlust (vor allem Natrium, Kalium, Chlorid) entstehen. Eine bedarfsgerechte Elektrolytergänzung kann in solchen Situationen unterstützend wirken; grundsätzlich sollte jedoch immer frisches Wasser in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, und ein Leckstein kann die tägliche Natriumversorgung ergänzen.
Biotinpräparate und Hufgesundheit: Bei Rassen mit bekannter Hufrehe-Prädisposition wird Biotin gelegentlich zur Unterstützung der Hufhornqualität diskutiert. Ein sicher belegter Effekt bei gesunden Ponys ohne Mangelzustand ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt; im Einzelfall und in Absprache mit dem Tierarzt kann eine Supplementierung erwogen werden.
Kräuter und Phytotherapeutika: Kräutermischungen werden in der Praxis häufig eingesetzt, ihre Wirksamkeit ist jedoch für die meisten Indikationen nicht ausreichend evidenzbasiert belegt. Bei Ponys mit EMS-Verdacht sollten Zusatzfuttermittel immer auf ihren Zucker- und Melasseanteil geprüft werden – auch vermeintlich „natürliche“ Produkte können erhebliche Zuckermengen enthalten.
Grundsätzlich gilt: Vor der Einführung jedes neuen Ergänzungsmittels sollte die Basisration analysiert und mögliche Lücken identifiziert werden. Eine pauschale Supplementierung ohne Bedarfsanalyse kann im Zweifelsfall sogar zu Überdosierungen einzelner Nährstoffe führen.
Fütterungsmanagement im Alltag: Heu-Qualität, Rhythmus und Wasserversorgung
Ein durchdachtes Fütterungsmanagement ist beim Hackney-Pony mindestens ebenso wichtig wie die Wahl der richtigen Futterqualität. Die folgenden Punkte bilden die praktische Grundlage für eine gesunde Ernährung.
Heu-Qualität und Heu-Analyse: Die regelmäßige Analyse des eigenen Heus (Energie-, Rohprotein-, Zucker- und Mineralstoffgehalt) ist gerade bei leichtfuttrigen Ponyrassen ein lohnendes Instrument. Nur wer den tatsächlichen Energiegehalt des Heus kennt, kann die tägliche Menge sinnvoll steuern. Im Zweifelsfall ist strukturreiches, spät geschnittenes Wiesenheu die sicherere Wahl.
Fresspausen vermeiden: Das Pferd ist auf kontinuierliche Raufutteraufnahme ausgelegt. Fresspausen von mehr als drei bis vier Stunden begünstigen die Bildung von Magengesäure ohne Pufferung durch Speichel und Futterbrei – ein bekannter Risikofaktor für Magengeschwüre. Bei gezielter Kalorienreduktion sollte nicht die Fressdauer, sondern die Energiedichte des Futters reduziert werden. Heunetzе mit engerer Maschenweite oder strukturierte Raufutterautomaten verlängern die Fresszeit und reduzieren gleichzeitig die aufgenommene Menge.
Fütterungsrhythmus: Mindestens zwei, idealerweise drei oder mehr Heugaben täglich – oder Dauerzugang über Heunetze – sind empfehlenswert. Wenn morgens und abends Heu gereicht wird, sollte die Menge so bemessen sein, dass eine kleine Reserve bis zur nächsten Gabe übrig bleibt.
Wasserversorgung: Frisches, sauberes Wasser muss jederzeit frei verfügbar sein. Ein Pferd von 200–300 kg Körpermasse trinkt täglich 20–40 Liter; bei Wärme, Arbeit oder Laktation deutlich mehr. Eingeschränkter Wasserzugang kann zu verminderter Futteraufnahme, Obstipationskoliken und Allgemeinproblemen führen.
Anweidung im Frühjahr: Der Übergang auf die Weide muss beim Hackney-Pony besonders langsam und kontrolliert erfolgen. Empfohlen wird ein schrittweiser Anweidebeginn von wenigen Minuten täglich, der über mehrere Wochen ausgedehnt wird. Bewölkte, feuchte Tage nach kalten Nächten begünstigen besonders hohe Fruktan-Gehalte im Gras; an solchen Tagen sollte der Weidegang besonders restriktiv gehandhabt werden.
Futterwechsel: Jeder Wechsel der Futterart – sei es von Heu zu Heulage, von einer Kraftfuttersorte zur anderen oder beim Hersteller des Mineralfutters – sollte schrittweise über mindestens sieben bis zehn Tage erfolgen, um Verdauungsstörungen zu vermeiden.
Quellen
- [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
- [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
- [3]Wikipedia: Hackney-Ponywikipedia
- [4]Hackney Pony im Rasseportrait - ehorsesweb
- [5]Ponygerechte Haltung & Fütterung: Natürlich gesund versorgtweb
- [6]Ponys richtig Füttern - Tipps & Rationen | MASTERHORSEweb
- [7]Zuchtprogramm für die Rasse Hackney des Bayerischen ...web
- [8]Artgerechte Fütterung von Ponys - Pavoweb
- [9]Hackney-Pony » Pferdeflüsterei - dein pferdefreundlicher Shop & Blogweb
Hinweis
Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.
Fragen zur Ernährung & Haltung
futter.de-Redaktion. KI-gestützt erstellt aus unserer geprüften Datenbasis, redaktionell kuratiert.
Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.
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