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Rasse-Ratgeber · Pferd

Pferdefutter Gotland-Pony: Stoffwechsel-Sensibilität

Pferdefutter für das Gotland-Pony: Jahrtausendealte Effizienz im Stoffwechsel erfordert minimales Kraft-, maximal strukturreiches Raufutter. Hufrehe-Prävention im Fokus.

Stockmaß
115–130 cm
Gewicht
ca. 300 kg
Herkunft
Schweden (Insel Gotland)
Illustration: Pferdefutter Gotland-Pony: Stoffwechsel-Sensibilität

Gotland-Pony: Robuster Leichtfutterer aus dem Norden

Das Gotland-Pony – auf Schwedisch auch „Gotlandsruss“ oder „Skogsruss“ (Waldpferd) genannt – ist eine der ältesten Pferderassen Nordeuropas. Jahrhundertelang lebten diese kleinen Ponys halbnomadisch in den Wäldern der schwedischen Insel Gotland und ernährten sich von dem, was die karge Natur ihnen bot. Diese evolutionäre Anpassung an Nahrungsknappheit hat einen hocheffizienten Stoffwechsel hervorgebracht: Das Gotland-Pony kann aus vergleichsweise wenig Futter viel Energie gewinnen.

Genau diese Eigenschaft macht das Gotland-Pony zu einem klassischen Leichtfutterer – und stellt Halterinnen und Halter vor eine der typischsten Herausforderungen der Pony-Ernährung: Übergewicht, Insulinresistenz und Hufrehe drohen, wenn die Futterration nicht konsequent am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet wird. Raufutter bildet die unverzichtbare Basis, Kraftfutter ist in den meisten Haltungssituationen unnötig, und der Weidegang erfordert besondere Aufmerksamkeit – insbesondere im Frühjahr und Herbst, wenn der Fruktan- und Zuckergehalt des Grases hoch ist.

Der folgende Ratgeber beleuchtet, wie das Gotland-Pony artgerecht und bedarfsgerecht versorgt wird, welche Gesundheitsrisiken bei falscher Ernährung drohen und worauf beim Fütterungsmanagement besonders geachtet werden sollte.

Größe, Statur und Gewicht des Gotland-Ponys

So groß wird ein Gotland-PonySchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmGotland-PonySchulterhöhe 115–130 cmca. 123 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Das Gotland-Pony ist ein kleines, kompakt gebautes Pony mit einem Stockmaß von 115 bis 130 cm am Widerrist und einem Körpergewicht von rund 300 kg. Der Körperbau ist gedrungen und muskulös, mit einem kräftigen Rücken, breiter Brust und einem charakteristisch dichtem Fell, das eine gute Isolation gegenüber nordischen Wintern bietet.

Diese Isolationseigenschaft ist fütterungsrelevant: Das dichte Fell und die gut ausgeprägte Unterhautfettschicht bedeuten, dass Gotland-Ponys einen niedrigeren Energiegrundbedarf haben als viele andere Pferderassen vergleichbarer Größe. Der hohe Isolationseffekt reduziert den thermischen Energieaufwand, was sich direkt auf die benötigte Futterration auswirkt.

Typisch für die Rasse sind harte, trockene Hufe mit wenig Behang – ein Zeichen für die ursprüngliche Anpassung an felsiges und feuchtes Terrain. Mitunter treten Stellungsfehler wie Kuhhessigkeit oder leichte Vorderbeinfehlstellungen auf; bei Übergewicht wird dadurch das Fundament zusätzlich belastet. Das Körperkonditions-Scoring (BCS) sollte regelmäßig durchgeführt werden, um Übergewicht frühzeitig zu erkennen, bevor es zu Lahmheiten oder Stoffwechselproblemen kommt.

Wesen und Charakter des Gotland-Ponys

Das Gotland-Pony gilt als lernfähig, aufgeweckt und kooperativ – mit einer deutlich eigenständigen Note. Die Rasse bringt schöne Gangarten und ein ausgezeichnetes Springtalent mit, was sie zu einem beliebten Kinder- und Schulpony macht. Werden Grenzen in der Ausbildung nicht konsequent gesetzt, können sich unliebsame Gewohnheiten festigen; das Pony ist klug genug, Schwachstellen in der Führung zu erkennen und zu nutzen.

Für die Ernährung ist der Charakterzug der Robustheit und Genügsamkeit besonders bedeutsam: Das Gotland-Pony zeigt weniger ausgeprägte Stresssignale bei Futterentzug als manche sensibleren Rassen, was dazu verleiten kann, die Situation zu unterschätzen. Dennoch gilt auch für diese Rasse, dass lange Fresspausen (mehr als drei bis vier Stunden ohne Raufutter) den Magensäure-Haushalt belasten und das Risiko für Magengeschwüre erhöhen können. Kontinuierliche Raufutterverfügbarkeit ist also auch beim robusten Gotland-Pony ein ernährungsphysiologisches Gebot, nicht nur eine Frage des Komforts.

Der lebhafte Charakter und das natürliche Bewegungsbedürfnis des Gotland-Ponys unterstützen einen aktiven Energieverbrauch – Bewegungsmangel in Kombination mit unkontrollierter Futteraufnahme ist eine der häufigsten Ursachen für Übergewicht bei dieser Rasse.

Herkunft und Geschichte des Gotland-Ponys

Das Gotland-Pony ist eine der ältesten Pferderassen Schwedens und zählt zu den ursprünglichsten Ponyrassen Nordeuropas überhaupt. Archäologische Funde von Pferdeüberresten auf der Insel Stora Karlsö belegen eine Besiedlung durch kleine Pferde bereits in der Eisenzeit, vor über 2.000 Jahren. Über einen sehr langen Zeitraum lebten diese Tiere wild oder halbwild in den Wäldern Gotlands – daher der schwedische Name „Skogsruss“ (Waldpferd).

Bauern nutzten die Ponys als genügsame Arbeitstiere in der Landwirtschaft; solange sie in Freiheit lebten, galten sie als Allgemeingut. Ab 1859 bedrohte eine Umgestaltung des Bodennutzungsrechts den Bestand erheblich, woraufhin sich eine Gruppe engagierter Personen für den Schutz der Rasse einsetzte. Zwischen 1880 und 1960 wurden vereinzelt ausländische Hengste eingekreuzt, um die genetische Vielfalt zu verbessern. Seit 1984 ist das Gotland-Pony von den schwedischen Behörden als nationale, schützenswerte Pferderasse anerkannt. Noch heute lebt eine Gruppe wildlebender Gotland-Ponys im Wald Lojsta hed im Zentrum der Insel.

Ernährungshistorischer Bezug: Die jahrtausendelange Selektion unter extremen Bedingungen – karge Waldvegetation, harte Winter, begrenztes Nahrungsangebot – erklärt den hocheffizienten Stoffwechsel der Rasse. Dieses genetische Erbe ist bis heute wirksam und prägt direkt die Anforderungen an eine bedarfsgerechte Ernährung in heutiger Haltung.

Pflege und Haltung des Gotland-Ponys

Das Gotland-Pony ist dank seiner ursprünglichen Herkunft vergleichsweise pflegeleicht. Das dichte, wetterfeste Fell schützt das Pony gut vor Kälte und Nässe, was Robusthaltung oder Offenstallhaltung mit befestigtem Auslauf sehr geeignet macht. Gleichzeitig sollte Schutz vor extremer Sommerhitze und anhaltender Sonneneinstrahlung gewährleistet sein, da übermäßige Wärmebelastung gerade bei adipösen Individuen Stress bedeutet.

Hufpflege hat beim Gotland-Pony besondere Bedeutung: Die naturgemäß harten Hufe profitieren von regelmäßiger Kontrolle und Bearbeitung durch einen Hufschmied oder Hufbearbeiter. Insbesondere bei Tieren mit Neigung zu Übergewicht oder bekannter Stoffwechselproblematik sollte die Hufgesundheit engmaschig überwacht werden, da Hufrehe sich häufig zuerst in veränderten Huftemperaturen und Fühligkeit äußert.

Der Bewegungsbedarf des Gotland-Ponys ist nicht zu unterschätzen: Als ursprünglich frei streifendes Waldpferd profitiert die Rasse von täglicher Bewegung – sei es durch Reitarbeit, Longieren, Freiarbeit oder freien Auslauf. Ausreichend Bewegung ist nicht nur ein Wohlfahrtsaspekt, sondern ein aktiver Schutz vor Übergewicht und metabolischen Erkrankungen. Einzel- oder Boxenhaltung ohne ausreichenden Auslauf erhöht das Risiko für Verhaltensauffälligkeiten und Stoffwechselprobleme gleichermaßen.

Gesundheit des Gotland-Ponys: Stoffwechsel im Fokus

Wie viele ursprüngliche Ponyrassen ist das Gotland-Pony im Allgemeinen robust und langlebig. Die größten Gesundheitsrisiken sind jedoch eng mit seiner Eigenschaft als Leichtfutterer verknüpft: Übergewicht, Insulindysregulation, das Equine Metabolische Syndrom (EMS) und Hufrehe stellen die wichtigsten ernährungsbedingten Erkrankungsrisiken dar.

Equines Metabolisches Syndrom (EMS) und Insulindysregulation

Bei leichtfuttrigen Ponyrassen mit hoher Stoffwechseleffizienz kann ein dauerhaftes Überangebot an leicht verdaulicher Energie – insbesondere durch zucker- und stärkereiche Futtermittel oder unkontrollierten Weidegang – zur Entwicklung von Insulindysregulation führen. EMS-Pferde zeigen häufig typische Frühwarnzeichen wie Fettdepots am Hals (Kammfett), an den Schultern oder am Schweifrüssel, allgemeine Verfettung sowie eine schlechte Körperkonditionsregulation. Da EMS als Risikofaktor für Hufrehe gilt, ist eine frühzeitige Erkennung und konsequente Futteranpassung von großer Bedeutung – im Einzelfall in Absprache mit dem Tierarzt.

Hufrehe (Laminitis)

Hufrehe ist die gefürchtetste Folgeerkrankung bei EMS und Übergewicht. Beim Gotland-Pony ist das Risiko besonders dann erhöht, wenn Weidegang unkontrolliert erfolgt oder die Raufutterration zu energiereich ist. Typische Auslöser sind abrupter Weideauftrieb im Frühjahr (hoher Fruktangehalt im Gras), plötzliche Futterumstellungen sowie anhaltende Überfütterung. Frühsymptome wie wechselnde Fühligkeit, warmere Hufe als üblich oder veränderte Belastung sollten umgehend tierärztlich abgeklärt werden.

Magengeschwüre

Als Dauerfresser mit einem verhältnismäßig kleinen Magen produziert das Pferd kontinuierlich Magensäure. Lange Fresspausen – etwa durch restriktive Heufütterung ohne Pufferwirkung – erhöhen das Risiko für Magengeschwüre (Equines Gastric Ulcer Syndrome, EGUS). Auch beim robusten Gotland-Pony sollte die Raufutterverfügbarkeit möglichst durchgehend gewährleistet sein.

Atemwege

Staubiges oder schimmeliges Heu kann bei sensiblen Individuen Atemwegsreizungen bis hin zu chronischen Atemwegserkrankungen fördern. Bedampftes oder gewässertes Heu sowie gut belüftete Stallungen reduzieren dieses Risiko.

Energiebedarf und Konditionsmanagement beim Gotland-Pony

Das Gotland-Pony hat aufgrund seines hocheffizienten Stoffwechsels einen vergleichsweise niedrigen Energiegrundbedarf. Im Freizeitbereich mit leichter bis mittlerer Reitarbeit deckt in der Regel hochwertiges, nicht zu energiereiches Raufutter den Gesamtbedarf vollständig ab. Kraftfutter ist beim typischen Freizeitpony unnötig und kann bei diesem Leichtfutterer schnell zur Überfütterung führen.

Orientierungswerte für die Raufuttermenge

Als Ausgangspunkt gilt der allgemeine Richtwert von mindestens 1,5 % des Körpergewichts an Trockenmasse täglich aus Raufutter (bei ca. 300 kg entspricht das rund 4,5 kg Heu-Trockenmasse pro Tag). Allerdings ist dieser Wert beim Gotland-Pony immer mit Blick auf die tatsächliche Körperkondition (BCS) zu interpretieren: Zeigt das Pony bereits Übergewicht oder Kammfettansatz, kann die Ration in Absprache mit einer Fachperson kontrolliert reduziert werden – jedoch niemals unter den Mindestbedarf für eine kontinuierliche Verdauungspassage, da sonst das Risiko für Magengeschwüre und Koliken steigt.

Körperkonditions-Scoring (BCS)

Das regelmäßige Beurteilen der Körperkondition – idealerweise nach einer standardisierten BCS-Skala (z. B. Henneke-Skala, 1–9) – ist beim Gotland-Pony besonders wertvoll, da das dichte Fell Gewichtsveränderungen optisch verschleiert. Regelmäßiges Wiegen oder Maßbandmessungen ergänzen die visuelle Einschätzung.

Fütterung nach Lebensphase

Fohlen und Aufzucht: Qualitativ hochwertiges Raufutter mit bedarfsgerechter Mineralstoffversorgung bildet die Grundlage. Eine Übersupplementierung mit Energie ist auch bei Fohlen leichtfuttriger Rassen zu vermeiden, da überschüssige Energie zu unerwünschten Fettdepots führen kann. Auffälligkeiten in der Entwicklung (z. B. Gelenküberbeweglichkeit) sollten tierärztlich bewertet werden.

Adulte Freizeitponys: Raufutter plus Mineralfutter genügen in der Regel vollständig. Kein Kraftfutter, sofern kein nachgewiesener Mehrbedarf besteht.

Sportponys mit höherer Belastung: Nur bei tatsächlichem, durch die Arbeitsbelastung begründetem Energiemehrbedarfist eine gezielte Ergänzung sinnvoll – bevorzugt durch zuckerarme, strukturierte Futtermittel.

Senioren: Ältere Ponys können durch nachlassende Zahnsubstanz Schwierigkeiten beim Zerkauen von Heu entwickeln. In diesen Fällen kann eingeweichtes Heucobs, Heupellets oder ein spezielles Seniorenfutter als Ergänzung sinnvoll sein – die Futterumstellung sollte schrittweise erfolgen und im Zweifelsfall mit dem Tierarzt abgestimmt werden.

Geeignete Futterarten für das Gotland-Pony

Raufutter: die unverzichtbare Basis

Heu ist und bleibt die wichtigste Futtermittelkomponente für das Gotland-Pony. Für Leichtfutterer empfiehlt sich Heu mit moderatem bis niedrigem Energiegehalt – also Heu aus dem zweiten oder dritten Schnitt, das in der Regel strukturreicher und zuckerärmer ist als frühgeschnittenes Erstschinittheu. Ein Wasserlöslicher-Kohlenhydrat-Anteil (WSC) von unter 10 % in der Trockenmasse gilt als günstig für Ponys mit Stoffwechselsensibilität; bei Bedarf kann Heu vor dem Verfüttern eingeweicht werden, um den Zuckergehalt weiter zu senken.

Heulage (fermentiertes Gras-/Heusilage) ist eine Alternative, insbesondere wenn staubarmes Futter aus Atemwegsgründen gewünscht wird. Heulage hat in der Regel einen höheren Energiegehalt als Heu; bei Gotland-Ponys mit Übergewichtsneigung sollte die Menge entsprechend angepasst werden.

Stroh (insbesondere Weizenstroh) kann als Raufutter-Ergänzung dienen, um die Gesamtkalorien zu reduzieren und gleichzeitig das Kauen und die Verdauungspassage zu fördern. Stroh sollte jedoch nicht als alleiniges Raufutter dienen (unzureichende Nährstoffversorgung) und schrittweise eingeführt werden.

Weidegang: kontrolliert und saisonal angepasst

Weidegang ist für das Gotland-Pony wertvoll – als Bewegungsreiz, sozialer Faktor und natürliche Verhaltensausübung. Allerdings birgt unkontrollierter Weidegang gerade im Frühjahr und Herbst erhebliche Risiken: Der Fruktangehalt des Grases ist dann besonders hoch und kann bei empfindlichen Ponys Insulinspitzen und Hufrehe auslösen. Empfehlenswerte Maßnahmen sind zeitlich begrenzter Weidegang (z. B. Nacht- oder frühmorgendlicher Auftrieb, wenn der Zuckergehalt niedriger ist), Paddock-Haltung mit Heuzufütterung als Alternative sowie der Einsatz von Weidekörben bei stark gefährdeten Tieren.

Kraftfutter: nur bei nachgewiesenem Bedarf

Für den typischen Freizeit-Gotland-Pony ist Kraftfutter nicht erforderlich. Wenn in Ausnahmefällen (Sportpony, Rekonvaleszenz, Säugend-Stute, Jungtier) ein Energiemehrbedarf besteht, sind zuckerarme, stärkereduzierte Produkte zu bevorzugen – z. B. ölreiche, pelletierte Futtermittel auf Basis von Luzerne oder Rübenschnitzeln (unmelassiert) anstelle von Müsli mit hohem Zuckeranteil. Hafer und andere stärkereiche Getreidefuttermittel sollten beim Leichtfutterer sehr zurückhaltend eingesetzt werden.

Mineralfutter: unverzichtbares Ergänzungsfundament

Raufutter allein deckt den Mineralstoffbedarf in der Regel nicht vollständig. Ein hochwertiges Mineralfutter (bedarfsgerecht dosiert, kein kalorisches Trägermaterial) ist daher auch für das Gotland-Pony unverzichtbar – insbesondere, weil viele Mineralfutter für Leichtfutterer speziell auf eine kalorienarme Verabreichung ausgelegt sind. Lecksteine aus reinem Viehsalz können ergänzend angeboten werden, ersetzen ein vollwertiges Mineralfutter jedoch nicht.

Nahrungsergänzung für das Gotland-Pony: gezielt statt großzügig

Das Prinzip „weniger ist mehr“ gilt beim Gotland-Pony auch für Nahrungsergänzungsmittel. Da der Nährstoffbedarf bei diesem Leichtfutterer vergleichsweise niedrig ist, besteht kaum Bedarf an kalorischen Ergänzungen; im Vordergrund stehen Mineralstoff- und Vitaminversorgung sowie bei spezifischen Belastungssituationen gezielte Ergänzungen.

Mineralstoffversorgung

Ein bedarfsgerechtes, kalorienarmes Mineralfutter bildet das Fundament jeder Ergänzungsstrategie. Besonders relevant sind:

  • Selen: In vielen europäischen Regionen, darunter Teile Skandinaviens und Mitteleuropas, ist der Selengehalt im Boden und damit im Heu niedrig. Eine Selenversorgung über das Mineralfutter kann sinnvoll sein; eine Überdosierung ist jedoch zu vermeiden und sollte im Zweifelsfall über eine Blut- oder Futteranalyse abgeklärt werden.
  • Magnesium: Wird in Zusammenhang mit Insulindysregulation und Stoffwechselstabilisierung diskutiert; eine Ergänzung kann bei entsprechender Indikation in Betracht gezogen werden – im Einzelfall mit dem Tierarzt oder einer Ernährungsberatung abzustimmen.
  • Zink und Kupfer: Relevant für Hufqualität und Immunfunktion; das Verhältnis dieser Spurenelemente sollte im Mineralfutter ausgewogen sein.

Biotin und Hufpflege-Ergänzungen

Bei Pferden mit Hufproblemen oder nach Hufreheerkrankungen wird Biotin häufig zur Unterstützung der Hufhornqualität eingesetzt. Ob eine solche Ergänzung im Einzelfall sinnvoll ist, sollte fachlich begleitet werden.

Elektrolyte bei Arbeitsbelastung

Sportponys, die regelmäßig stark schwitzen, können zeitweise von einer Elektrolytergänzung profitieren. Der Bedarf ist individuell und von Intensität sowie Dauer der Arbeit abhängig – eine pauschale Elektrolytgabe ohne Bedarf ist nicht empfehlenswert.

Hinweis zu Präbiotika und Verdauungsergänzungen

Bei Ponys mit Neigung zu Verdauungsempfindlichkeit oder nach Antibiotikagabe kann die Unterstützung der Darmflora durch Hefe- oder Präbiotika-Präparate diskutiert werden. Auch hier gilt: Im Zweifelsfall tierärztliche oder ernährungsberaterische Begleitung suchen, bevor Ergänzungen dauerhaft gegeben werden.

Fütterungsmanagement: Heu-Qualität, Rhythmus und Wasserversorgung

Ein konsequentes Fütterungsmanagement ist beim Gotland-Pony wichtiger als bei vielen anderen Rassen, weil der hocheffiziente Stoffwechsel kaum Spielraum für Fehler lässt. Folgende Aspekte sind besonders relevant:

Heu-Qualität und Analyse

Die Qualität des Heus sollte regelmäßig – idealerweise durch eine Futteranalyse – überprüft werden. Für Gotland-Ponys mit Stoffwechselsensibilität sind Energiegehalt, Zuckergehalt (WSC) und Fruktananteil die entscheidenden Parameter. Ein zu energiereiches Heu (z. B. junges Erstschinittheu mit hohem Rohprotein- und Zuckergehalt) kann auch bei zurückhaltender Mengen-Dosierung zur Überfütterung führen.

Fütterungsrhythmus und Fresspausen

Das Pferd ist ein Dauerfresser: Der Magen produziert kontinuierlich Säure, unabhängig davon, ob Futter vorhanden ist. Fresspausen von mehr als drei bis vier Stunden sollten vermieden werden. Raufutter möglichst ad libitum oder über mehrere kleine Portionen verteilt anbieten; Heunetze mit engerer Maschenweite verlangsamen die Futteraufnahme und verlängern die Fresszeit – ein bewährtes Mittel, um die Gesamtkalorienaufnahme zu kontrollieren, ohne Fresspausen zu erzweugen.

Wasserversorgung

Sauberes, frisches Wasser muss jederzeit frei zugänglich sein. Pferde trinken täglich zwischen 20 und 50 Liter, abhängig von Temperatur, Arbeit und Futterart. Im Winter ist darauf zu achten, dass Wasser nicht gefriert; lauwarmes Wasser wird von Pferden in der Kälte besser angenommen.

Anweide- und Weidemanagement

Nach einer Stallperiode oder im Frühjahr sollte der Weideauftrieb schrittweise über zwei bis drei Wochen erfolgen, beginnend mit wenigen Minuten täglich und gradueller Steigerung. Dies gilt besonders für Gotland-Ponys mit bekannter Stoffwechselsensibilität. Auf stark gedüngten oder sehr üppigen Weiden ist besondere Vorsicht geboten.

Keine abrupten Futterwechsel

Jede Futterumstellung – ob Heuwechsel, Einführung eines neuen Mineralfutters oder Beginn der Weidesaison – sollte über mindestens sieben bis zehn Tage schrittweise erfolgen, um Verdauungsunruhe und Kolikrisiken zu minimieren.

Quellen

  1. [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  2. [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  3. [3]Wikipedia: Gotland-Ponywikipedia
  4. [4]Gotland Pony Breed Guide: Health, Characteristics & Nutritionweb
  5. [5]Gotland-Pony | Horse breed | Star Stableweb
  6. [6]Ponygerechte Haltung & Fütterung: Natürlich gesund versorgtweb
  7. [7]Gotland-Pony im Rasseportrait | ehorses Magazinweb
  8. [8]Artgerechte Fütterung von Ponys - Pavoweb
  9. [9]Gotland Pony - DiscoverTheHorseweb

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Häufige Fragen

Fragen zur Ernährung & Haltung

Autor

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Fachliche Prüfung

Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

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