Pferdefutter Britisches Warmblut: PSSM
Pferdefutter für Britische Warmblüter: Stärkearm füttern, Raufutter optimal nutzen – PSSM-Prävention für Sportpferde.
- Stockmaß
- 155–178 cm
- Herkunft
- Großbritannien

Britisches Warmblut: Futter und Energiebedarf auf einen Blick
Das Britische Warmblut verbindet die Robustheit britischer Einheimischarassen mit der Bewegungsqualität kontinentaleuropäischer Warmblutlinien. Das Ergebnis ist ein kompaktes, sportliches Pferd, das im Springsport, in der Dressur und in der Vielseitigkeit eingesetzt wird – aber auch als Freizeitpferd verbreitet ist. Genau diese Nutzungsbreite prägt seinen Futterbedarf entscheidend.
Raufutter ist unverzichtbare Grundlage: Wie für jedes Pferd bildet Raufutter – Heu, Heulage oder Weide – die Basis der Ration. Lange Fresspausen sind bei dieser sensiblen Magenphysiologie zu vermeiden, da sie das Risiko für Magengeschwüre und Koliken erhöhen.
Kraftfutter nur nach Leistung: Im aktiven Turniereinsatz steigt der Energiebedarf deutlich über den Erhaltungsbedarf hinaus. Freizeitpferde und wenig belastete Senioren hingegen können häufig mit einer gut kalkulierten Raufutterration und einem gezielten Mineralfutter auskommen.
Dispositionen beachten: Warmblutpferde als Gruppe zeigen eine erhöhte Anfälligkeit für Myofibrilläre Myopathie (MFM) als Form von PSSM Typ 2. Zudem besteht bei falscher Energieversorgung ein Risiko für Equines Metabolisches Syndrom (EMS) und Hufrehe. Beide Aspekte haben direkte Konsequenzen für die Futterauswahl.
Größe und Statur des Britischen Warmblutas
Das Britische Warmblut gehört mit einem Stockmaß von 155 bis 178 cm zu den mittelgroßen bis großrahmigen Warmblutpferden. Die Rasse ist typischerweise kompakt gebaut, mit ausgeprägtem Widerrist, kurzem bis mittelangem Rücken und gutem Fundament – Eigenschaften, die auf seinen Ursprung aus der Kreuzung britischer Kaltblut- und Halbblutlinien mit kontinentaleuropäischen Warmblütern hinweisen.
Bezug zum Energiebedarf: Ein 600 kg schweres Warmblut im Erhaltungsstoffwechsel benötigt nach den Richtwerten der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) rund 63 MJ umsetzbare Energie (ME) täglich. Größere Exemplare dieser Rasse – insbesondere Pferde im oberen Stockmaßbereich – haben entsprechend höhere absolute Bedarfswerte. Dieses Körpergewicht fließt direkt in die Berechnung der täglichen Raufuttermenge ein: Als Orientierungswert gilt ein Angebot von mindestens 1,5 % des Körpergewichts an Trockenmasseanteil Raufutter pro Tag.
Typ-Einordnung: Als Warmblut liegt das Britische Warmblut hinsichtlich Verdauungsphysiologie und Futtereffizienz zwischen den hochblütigen, oft leichtfuttrigen Vollblütern und den sehr genügsamen Kaltblütern – eine mittlere Leistung, die bei intensiver Nutzung eine gezielte Energieergänzung erfordert, bei geringer Belastung aber schnell zu Überversorgung führen kann.
Wesen und fütterungsrelevante Wesenseigenschaften
Das Britische Warmblut gilt als ausgeglichen und kooperativ. Es wird als für Erwachsene und fortgeschrittene Jugendliche geeignetes Sportpferd beschrieben, das dank seiner ruhigen Grundveranlagung auch in praxisnahen Trainings- und Turniersituationen zuverlässig reagiert.
Fütterungsrelevanz des Temperaments: Ein ausgeglichenes Warmblutpferd zeigt bei bedarfsgerechter Fütterung in der Regel keine futterinduzierten Verhaltensauffälligkeiten. Gleichwohl gilt: Wird ein Sportpferd dieser Rasse mit übermäßig stärke- und zuckerreichen Rationen gefüttert, können Unruhe, erhöhte Nervosität oder Rittigkeitsprobleme die Folge sein – ein Phänomen, das in der Pferdeernährung gut dokumentiert ist.
Leistungsabfall als Warnsignal: Verhaltensveränderungen wie Steifheit nach der Arbeit, Widerwillen beim Aufsteigen oder nachlassende Leistungsbereitschaft können auf Muskelprobleme hinweisen – etwa auf eine Myofibrilläre Myopathie (MFM), die bei Warmblütern gehäuft vorkommt. In solchen Fällen ist eine fütterungsseitige und veterinärmedizinische Abklärung dringend anzuraten, bevor Rationsänderungen vorgenommen werden.
Fresspausen und Stressverhalten: Warmblüter, die in Boxen mit eingeschränktem Raufutterangebot gehalten werden, können Stereotypien wie Koppen oder Weben entwickeln, die mit Futterstress in Verbindung gebracht werden. Kontinuierliche Raufutterverfügbarkeit ist daher nicht nur nutritiv, sondern auch verhaltensbiologisch bedeutsam.
Herkunft des Britischen Warmblutas und Bezug zur heutigen Ernährung
Das Britische Warmblut entstand ab den 1970er Jahren als gezielte Zuchtinitiative in Großbritannien. Ziel war es, ein leistungsfähiges Sportpferd zu schaffen, das die Robustheit und den trittfesten Charakter britischer Einheimischarassen – darunter Cleveland Bay, Thoroughbred und diverse Halbblutlinien – mit der Bewegungsqualität und dem Modell kontinentaleuropäischer Warmblüter wie Hannoveraner, Holsteiner und Trakehner verband.
Das „British Warmblood Society“ übernahm dabei die Zuchtbuchführung und orientierte sich an den Selektionsprinzipien, die auf dem Kontinent zur Entstehung leistungsstarker Dressur- und Springpferde geführt hatten. Das Ergebnis ist eine Rasse, die speziell für den Einsatz im Springsport und in der Dressur entwickelt wurde, aber auch im Freizeitsport verbreitet ist.
Ernährungshistorischer Bezug: Die Nutzungsgeschichte als gezüchtetes Sportpferd bedeutet, dass das Britische Warmblut – im Gegensatz zu alten Gebirgs- oder Steppenpferderassen – nicht für extreme Futterknappheit selektiert wurde. Es ist kein klassisches „easy keeper“ wie etwa Islandpferde oder Kaltblüter, reagiert aber gleichwohl empfindlich auf Überversorgung mit Energie, wenn die Arbeitsbelastung gering ist. Die Ration muss deshalb stets den tatsächlichen Einsatz widerspiegeln und nicht eine angenommene sportliche Idealform.
Haltung, Pflege und deren Einfluss auf die Ernährung
Das Britische Warmblut ist in der Regel anspruchslos in der Haltung, sofern seine sportlichen Grundbedürfnisse erfüllt werden. Sowohl Boxenhaltung mit regelmäßigem Auslauf als auch Offenstall- oder Paddockboxensysteme werden praktiziert.
Haltungsform und Raufuttermanagement: In der Boxenhaltung besteht das Risiko langer Fresspausen, wenn Heu rationiert oder nur zu festen Zeiten angeboten wird. Fresspausen von mehr als drei bis vier Stunden erhöhen nachweislich das Magengeschwür-Risiko, da der Magen des Pferdes kontinuierlich Säure produziert und Speichel – der als Puffer dient – nur beim aktiven Kauen gebildet wird. Heunetz oder Raufen mit engmaschiger Öffnung können die Fressgeschwindigkeit verlangsamen und so die Fressdauer verlängern.
Weidegang: Beim Übergang auf Weide – insbesondere im Frühjahr bei zuckerreichem Aufwuchs – sollte die Anweidezeit schrittweise gesteigert werden. Ein abrupter Wechsel von Heu- auf Weidegras kann die Darmflora destabilisieren und im ungünstigsten Fall eine Kolik begünstigen. Für Pferde mit Anzeichen von Insulinresistenz oder EMS ist der Weidegang besonders sorgfältig zu managen.
Fell und Jahreszeit: Das Britische Warmblut trägt je nach Haltung ein schlichtes Sportpferdefell. Im Winter kann bei Außenhaltung der Energiebedarf zur Thermoregulation ansteigen – ein Faktor, der bei der Rationskalkulation zu berücksichtigen ist.
Gesundheitliche Dispositionen und ihre Bedeutung für das Futter
Das Britische Warmblut gilt als insgesamt robuste Rasse, zeigt aber – wie Warmblüter als Gruppe – spezifische Dispositionen, die sich direkt auf die Ernährungsstrategie auswirken.
PSSM Typ 2 / Myofibrilläre Myopathie (MFM): Warmblutpferde gelten als prädisponiert für PSSM Typ 2, insbesondere in der Ausprägung als Myofibrilläre Myopathie (MFM). Diese neuromuskuläre Erkrankung äußert sich in Muskelabbau, Steifheit, Leistungsabfall und Schwierigkeiten beim Vorwärtstreiben. Fütterungsseitig wird bei betroffenen Pferden eine Reduktion stärkereicher Kraftfutter und eine sorgfältige Versorgung mit Vitamin E sowie Selen diskutiert. Die konkrete Umsetzung einer angepassten Ration sollte immer in Absprache mit einem Tierarzt oder einer Ernährungsfachkraft erfolgen.
Equines Metabolisches Syndrom (EMS) und Hufrehe: EMS entsteht primär durch chronische Energieüberversorgung und führt zu Insulinresistenz – einer der häufigsten Ursachen für rezidivierende Hufrehe beim Pferd. Frühwarnzeichen sind Fettdepots am Hals (sogenannter „Cresty Neck“), an den Flanken und hinter den Schultern sowie wechselnde Fühligkeit und warme Hufe. Für das Britische Warmblut, das in Phasen geringer Nutzung oder im Rentenalter schnell an Energie überschuss gerät, ist ein konsequentes Gewichtsmanagement entscheidend. Präventiv wirken eine Begrenzung des Zucker- und Fruktangehalts in der Ration sowie die Kontrolle des Weidezugangs.
Lahmheit und Bewegungsapparat: Wie bei allen Sportpferderassen besteht durch den regelmäßigen Einsatz im Springsport und in der Dressur ein erhöhtes Risiko für belastungsbedingte Lahmheiten. Eine bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung – insbesondere Calcium, Phosphor und Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Mangan – unterstützt die Struktur von Knochen, Knorpel und Sehnen. Eine gezielte Ernährungsberatung ist empfehlenswert, wenn Sportpferde dauerhaft unter intensiver Belastung stehen.
Magengeschwüre: Sportpferde, die unter Turnierstress stehen, häufig transportiert werden oder lange Fresspausen erleiden, gelten generell als Risikogruppe für Magengeschwüre (Equines Gastrisches Ulkussyndrom, EGUS). Raufutterkontinuität ist die wichtigste Präventionsmaßnahme.
Energiebedarf und Nährstoffversorgung des Britischen Warmblutas
Der Energiebedarf des Britischen Warmblutas hängt maßgeblich von Körpermasse, Alter, Lebensphase und – am stärksten – von der tatsächlichen Arbeitsintensität ab.
Erhaltungsbedarf: Ein 600 kg schweres Warmblut ohne Arbeit benötigt als Orientierungswert rund 63 MJ umsetzbare Energie (ME) täglich. Dieser Wert steigt mit zunehmendem Körpergewicht und sinkt beim älteren, metabolisch eingeschränkten Pferd.
Arbeitsbedarf: Bei leichter Arbeit (gelegentliches Ausreiten, leichtes Training) erhöht sich der Bedarf um circa 20–25 % gegenüber dem Erhaltungswert. Bei mittlerer Belastung (regelmäßiges Training, Turniereinsatz im unteren Niveau) liegt der Mehrbedarf bei etwa 40–50 %. Bei intensiver Belastung (höhere Turnierkategorien, intensives Konditionstraining) kann der Energiebedarf den Erhaltungswert um mehr als 50 % übersteigen. Diese Spanne macht deutlich, wie wenig sinnvoll eine statische Dauerration für ein Sportpferd ist.
Körperkondition (BCS): Als praktisches Kontrollwerkzeug empfiehlt sich die regelmäßige Beurteilung des Body Condition Score (BCS) nach dem gängigen 1–9-Skala-System (z. B. Henneke). Ein BCS von 4–5 (bei Sportpferden auch 5–6) gilt als Zielbereich. Deutliche Abweichungen nach oben oder unten sollten Anlass sein, die Ration zu überprüfen.
Lebensphasen:
- Tragende und säugende Stuten: Der Energiebedarf steigt im letzten Trächtigkeitsdrittel erheblich an; säugende Stuten haben den höchsten Energiebedarf aller Pferdekategorien. Neben Energie ist eine sorgfältige Versorgung mit Calcium, Phosphor und Spurenelementen unverzichtbar.
- Jungpferde: Wachsende Britische Warmblüter benötigen nicht nur mehr Energie, sondern auch ein ausgewogenes Calcium-Phosphor-Verhältnis und eine ausreichende Versorgung mit Spurenelementen. Fehler in der Jungpferdeernährung können orthopädische Entwicklungsstörungen (OCD) begünstigen.
- Sportpferde im Volltraining: Hoher Energiebedarf, erhöhter Vitamin-E- und Selenbedarf durch oxidativen Stress bei Ausdauerbelastung.
- Senioren und wenig belastete Freizeitpferde: Übergewicht und EMS-Risiko steigen; Raufuttermanagement steht im Vordergrund.
Raufutter, Kraftfutter und Mineralfutter für das Britische Warmblut
Raufutter als unverzichtbare Grundlage: Für das Britische Warmblut gilt – wie für alle Pferderassen – dass Raufutter 90–100 % der Trockenmasseaufnahme ausmachen sollte. Qualitativ hochwertiges Heu mit ausgewogenen Nährwerten und niedrigem Staubgehalt bildet die Basis. Bedampftes oder gewässertes Heu kann bei atemwegsempfindlichen Pferden oder solchen mit Hufrehe-Risiko sinnvoll sein, da es einerseits die Staubbelastung der Atemwege reduziert und andererseits den wasserlöslichen Zuckeranteil (WSC) senkt.
Heu-Qualität und Stärke-Zucker-Gehalt: Für Britische Warmblüter, die zu EMS oder Insulinresistenz neigen, ist es ratsam, den Zucker- und Fruktangehalt des Heus analysieren zu lassen. Heu mit einem WSC-Wert unter 10 % der Trockenmasse gilt für stoffwechselempfindliche Pferde als risikoärmer. Eine Heuanalyse gibt zugleich Auskunft über den Mineralstoffgehalt und erleichtert die gezielte Ergänzung.
Heulage: Als Alternative zu Heu ist Heulage (halbtrockene Silage) möglich. Sie hat einen höheren Wassergehalt und häufig einen etwas höheren Energiegehalt als Heu – die tägliche Frischmenge muss entsprechend angepasst werden, um eine Überversorgung zu vermeiden.
Kraftfutter nach Leistungsanforderung: Nur wenn Raufutter den Energiebedarf nachweislich nicht deckt – etwa im Volltraining – ist Kraftfutter sinnvoll. Für Sportpferde empfehlen sich Produkte, die auf strukturierten Kohlenhydraten (Fasern, Rübenschnitzel) und Ölen (kaltgepresstes Leinöl, Sonnenblumenöl) basieren und arm an schnell fermentierbarer Stärke sind. Hafer und Getreideschrot sind für leistungsintensive Phasen möglich, sollten aber mengenmäßig kontrolliert und auf mehrere Mahlzeiten verteilt werden – eine Einzelgabe über 0,5 kg Stärke gilt als Belastungsgrenze für den Dünndarm.
Mineralfutter als Standard-Ergänzung: Raufutter allein deckt den Mineralbedarf des Pferdes selten vollständig. Ein ausgewogenes Mineralfutter oder ein Mineralleckstein ist für alle Britischen Warmblüter unabhängig von der Nutzungsintensität empfehlenswert. Die Zusammensetzung sollte auf das verwendete Grundfutter abgestimmt sein – insbesondere dann, wenn eine Heuanalyse vorliegt.
Mash: Mash (gekochtes oder aufgequollenes Getreidebrei-Gemisch) kann als gelegentliche Abwechslung oder zur Unterstützung der Darmpassage sinnvoll sein, ersetzt aber kein vollständiges Mineralfutter und ist kein täglicher Futterbestandteil.
Nahrungsergänzung für das Britische Warmblut: Gezielte Ergänzung nach Bedarf
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Grundration, können aber in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Für das Britische Warmblut sind folgende Ergänzungsbereiche besonders relevant:
Vitamin E und Selen: Beide Mikronährstoffe spielen eine zentrale Rolle im antioxidativen Schutz der Muskulatur. Bei Warmblütern mit Myofibrillärr Myopathie (MFM) oder intensiver Ausdauerarbeit wird eine ausreichende Versorgung mit Vitamin E und Selen diskutiert. Wichtig: Selen ist in höheren Mengen toxisch – eine Ergänzung sollte grundsätzlich nur nach Blutanalyse und tierärztlicher Empfehlung erfolgen. Vitamin E in natürlicher Form (d-alpha-Tocopherol) gilt als besser bioverfügbar als synthetische Varianten.
Elektrolyte bei intensiver Arbeit: Schwitzendes Sportpferd verliert erhebliche Mengen an Natrium, Chlorid, Kalium und Magnesium. Bei intensiver Belastung – insbesondere im Sommer oder bei langen Turniertagen – kann eine gezielte Elektrolytergänzung sinnvoll sein. Die einfachste Form ist die dauerhafte Bereitstellung eines Salzlecksteins (NaCl).
Biotinergänzung für Hufqualität: Bei Britischen Warmblütern mit brüchigem Hufhorn kann eine Biotinergänzung nach tierärztlicher Rücksprache in Betracht gezogen werden. Der Effekt tritt erst nach mehreren Monaten ein, da neues Hufhorn langsam nachwächst.
Omega-3-Fettsäuren: Leinöl oder andere Omega-3-reiche Öle werden als entzündungsmodulierend diskutiert und können als Energieträger sinnvoll in Sportpferderationen eingebunden werden. Bei PSSM-/MFM-verdächtigen Pferden ist eine fettreiche Ration als Stärkeersatz ein gängiger Bestandteil angepasster Fütterungskonzepte – stets in fachlicher Begleitung.
Probiotika und Darmflora-Unterstützung: Sportpferde unter Stress oder nach Antibiotikagaben können von probiotischen Präparaten profitieren, die eine stabile Darmflora unterstützen. Die wissenschaftliche Evidenz variiert hier je nach Produkt und Anwendungsfall; im Zweifelsfall tierärztliche Beratung einholen.
Grundsatz: Nahrungsergänzungen sollten nie auf Verdacht und in Kombination verabreicht werden. Eine Heu- und Blutanalyse schafft die Grundlage für eine zielgerichtete Ergänzungsstrategie.
Fütterungsmanagement für das Britische Warmblut: Heu, Rhythmus und Wasser
Eine durchdachte Fütterungsroutine ist für das Britische Warmblut mindestens so wichtig wie die Wahl der Futterkomponenten selbst.
Heu-Qualität und -Menge: Die wichtigste Entscheidung im Fütterungsmanagement ist die Auswahl eines guten Heus. Eine Heuanalyse gibt Auskunft über Energiegehalt, Rohprotein, Mineralstoffe und – besonders relevant bei EMS-Risiko – den Zucker- und Fruktangehalt (WSC). Als Mindestmenge gilt die kontinuierliche Verfügbarkeit von rund 1,5 % des Körpergewichts an Trockenmasse täglich; bei Pferden ohne Übergewicht kann rund um die Uhr verfügbares Heu als physiologisch ideal angesehen werden.
Fütterungsrhythmus und Fresspausen: Das Pferd ist evolutionär auf nahezu kontinuierliche Nahrungsaufnahme ausgelegt. Fresspausen von mehr als drei bis vier Stunden erhöhen das Risiko für Magengeschwüre und Koliken. Sofern das Gewicht es erlaubt, sollte Heu über den gesamten Tag und die Nacht verteilt angeboten werden – Heunetze mit kleinerer Maschenweite können die natürliche Kauzeitstreckung unterstützen. Kraftfutter wird idealerweise auf mindestens zwei, besser drei Mahlzeiten täglich aufgeteilt.
Wasserversorgung: Britische Warmblüter im Sportbetrieb benötigen je nach Belastung und Außentemperatur 30–60 Liter Wasser täglich. Sauberes, frisches Wasser muss dauerhaft und frei zugänglich sein. Nach intensiver Arbeit ist es sinnvoll, das Pferd zunächst abkühlen zu lassen, bevor es in größeren Mengen trinkt.
Weide- und Anweidemanagement: Im Frühjahr – wenn das Gras besonders zucker- und fruktanreich ist – sollte der Weidezugang schrittweise über zwei bis vier Wochen gesteigert werden. Für Pferde mit EMS-Verdacht oder Reheanamnese kann eine weitere Einschränkung oder eine Begrenzung auf frühmorgens (geringerer Zuckergehalt) sinnvoll sein. Ein abrupter Futterwechsel von Heu auf frisches Weidegras birgt immer das Risiko einer Dysbiose im Blinddarm und damit einer Kolikgefahr.
Kontinuität vor Optimierung: Keine Rationsumstellung sollte abrupt erfolgen. Jede Änderung – ob neues Heu, ein anderes Kraftfutter oder ein veränderter Weideanteil – sollte schrittweise über sieben bis zehn Tage eingeführt werden, um die Darmflora anzupassen.
Quellen
- [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
- [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
- [3]Wikipedia: Britisches Warmblutwikipedia
- [4]Britisches Warmblut im Rasseportrait | ehorses Magazinweb
- [5]Pferde rassenspezifisch füttern - Pavoweb
- [6]Schweizer Warmblut Pferderasse - HorseDealweb
- [7]Artikel übersicht - über Mühldorfer Pferdefutterweb
- [8]Der umfassende Guide zur natürlichen Pferdefütterungweb
Hinweis
Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.
Fragen zur Ernährung & Haltung
futter.de-Redaktion. KI-gestützt erstellt aus unserer geprüften Datenbasis, redaktionell kuratiert.
Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.
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