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Pferdefutter Arabofriese: Energiebalance

Pferdefutter für den Arabofriese: Ausgewogene Rationen balancieren Araberhitze und Friesenstärke optimal. Jetzt informieren.

Stockmaß
155–170 cm
Herkunft
Niederlande / Belgien
Illustration: Pferdefutter Arabofriese: Energiebalance

Arabofriese auf einen Blick: Wenn zwei Stoffwechselwelten aufeinandertreffen

Der Arabofriese ist ein verhältnismäßig junges Warmblut, das seit den 1970er Jahren gezielt aus Friesenpferden und reinblütigen Arabern gezüchtet wird. Das Zuchtziel – ein nervenstarkes, ausdauerndes Sportpferd mit den raumgreifenden Gängen des Friesenpferdes, aber ohne dessen Inzuchtprobleme – hat eine Rasse hervorgebracht, die in ihrer körperlichen Erscheinung und ihrer Konstitution bemerkenswert variabel ist.

Für die Ernährungspraxis bedeutet das: Ein Arabofriese mit starkem Araberanteil im Phänotyp arbeitet metabolisch ähnlich wie ein Vollblut – er verwertet Energie effizient, neigt kaum zu Übergewicht und braucht bei sportlicher Belastung eine entsprechend energiedichte Ration. Ein Arabofriese mit ausgeprägtem Friesentypus hingegen zeigt die für Kaltblüter typische Leichtfuttrigkeit: Der Energiebedarf ist niedriger, die Neigung zu Gewichtszunahme und metabolischen Störungen ist höher.

Bei der Ration steht – wie bei allen Pferden – Raufutter als unverzichtbare Basis im Mittelpunkt. Kraftfutter, Mineralfutter und gezielte Ergänzungen richten sich nach der individuellen Konstitution, der Arbeitsbelastung und der Lebensphase. Dieser Ratgeber beleuchtet alle Aspekte der Pferdefutter-Auswahl für den Arabofriesen entlang dieser rassetypischen Besonderheit.

Größe und Statur: Warmblut mit breitem Körperbau-Spektrum

So groß wird ein ArabofrieseSchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmArabofrieseSchulterhöhe 155–170 cmca. 163 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Der Arabofriese zählt mit einer Widerristhöhe von 155 bis 170 cm zu den großrahmigen Warmblutrassen. Damit ist er deutlich größer als ein Durchschnittspony, bewegt sich aber im typischen Bereich sportlich genutzter Warmblüter.

Das Körpergewicht variiert je nach Typausprägung erheblich: Ein Arabofriese mit schlankem Arabertyp ist deutlich leichter und muskulöser gebaut als ein Tier, das den massigeren Friesenkörperbau geerbt hat. Diese Schwankungsbreite hat direkte Konsequenzen für die Futterberechnung: Der Tagesraufutterbedarf orientiert sich am tatsächlichen Körpergewicht – als Richtwert gelten mindestens 1,5 kg Trockenmasseanteil Raufutter je 100 kg Körpergewicht pro Tag. Bei einem 550-kg-Pferd sind das rechnerisch mindestens 8,25 kg Heu-Trockenmasse täglich.

Der Zuchtzweck als vielseitiges Sportpferd für Dressur, Fahrsport und Freizeitreiten spiegelt sich in einer soliden Muskulatur und einem guten Herz-Lungen-Volumen wider. Diese Leistungsanlage beeinflusst den Energiebedarf unmittelbar: Regelmäßig sportlich beanspruchte Tiere benötigen eine höhere Gesamtenergiezufuhr als Pferde in leichter Freizeitnutzung. Die Körperkondition (BCS) sollte stets als zentrales Steuerungsinstrument der Ration herangezogen werden.

Wesen und Charakter: Nervenstärke trifft Ausdauer

Das ausdrückliche Zuchtziel für den Arabofriesen ist ein nervenstarkes, schnell lernendes Pferd mit Härte und Ausdauer im Sport. Diese Eigenschaften spiegeln die Kombination aus der Sensibilität und Intelligenz des Araberpferdes und der Gutmütigkeit sowie dem ruhigeren Temperament des Friesen wider.

In allen drei Grundgangarten – Schritt, Trab und Galopp – wird ein schwungvoller, raumgreifender, taktsicherer Gang mit aktivem Schub aus der Hinterhand erwartet. Diese Bewegungsqualität erfordert eine gut entwickelte Muskulatur, die durch eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Protein- und Energieversorgung unterstützt wird.

Besonders erwähnenswert aus Ernährungsperspektive: Der Arabofriese soll über eine feine Haut, ein gutes Herz-Lungen-Volumen und eine rasche Erholung des Pulses nach Belastung verfügen. Diese physiologischen Eigenschaften – typisch für das Araberpferd – begünstigen eine effiziente Thermoregulation und Sauerstoffversorgung bei sportlicher Arbeit. Sie können aber auch bedeuten, dass Pferde mit ausgeprägtem Arabertyp empfindlicher auf schlechte Futterqualität oder unregelmäßige Versorgung reagieren. Ein strukturiertes Fütterungsmanagement mit verlässlichem Rhythmus ist daher besonders wichtig.

Das ruhigere Grundtemperament – verglichen mit reinen Araberpferden – macht den Arabofriesen im Alltag gut handhabbar, entbindet jedoch nicht davon, die individuellen Stoffwechseleigenschaften jedes Einzeltieres im Blick zu behalten.

Herkunft und Geschichte: Orientalisches Blut als Zuchtprogramm

Der Arabofriese ist eine vergleichsweise junge Rasse mit klarem züchterischem Konzept. In den 1970er Jahren begann Professor Hillner mit der gezielten Kreuzung von Friesenstuten und einem reinblütigen ägyptischen Araber-Hengst namens Gharib aus dem Landgestüt Marbach. Ziel war es, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Friesen zu verbessern sowie die hohe Inzuchtrate der Rasse zu senken – ohne das charakteristische schwarze Erscheinungsbild zu verlieren.

Dabei griff Hillner auf eine historische Tradition zurück: Bereits vor rund 400 Jahren hatte orientalisches Blut die Entwicklung des Friesenpferdes beeinflusst. Die erste Generation der neuen Zucht war zudem explizit auf die Eliminierung der Tetman-Blutlinie ausgerichtet, die zwar für guten Trab und viel Langhaar bekannt war, aber auch für geringen Arbeitswillen stand. Bereits nach der zweiten Generation entstand ein leistungsfähiges Sportpferd mit raumgreifenden Gängen und ausreichend Arbeitswillen auf Warmblutniveau.

Seit 2006 ist der Arabofriese als eigenständige Rasse in allen EU-Ländern offiziell anerkannt, der Zuchtverband EAFS (European Arabo-Friesian Studbook) hat seinen Sitz in Belgien; das Hauptzuchtgebiet liegt in den Niederlanden. Seit 2024 werden auch reine Warmblutzüchtungen durchgeführt.

Für die heutige Ernährungspraxis ist diese Herkunft hochrelevant: Araberpferde haben sich in kargen Wüstenregionen mit nährstoffarmen Gräsern und sporadischer Wasserverfügbarkeit entwickelt – eine evolutionäre Anpassung an Effizienz. Friesen hingegen sind ein nordeuropäisches Kaltblut mit Anpassung an feuchte Weiden und energiereiche Gräser. Die Kreuzungsindividuen tragen beide Dispositionen in sich – mit entsprechend breitem Spektrum im Energiestoffwechsel.

Pflege: Langhaar, Huf und Bewegung als tägliche Aufgabe

Der Arabofriese erbt vom Friesen häufig das charakteristische Langhaar – Mähne, Schweif und Kötenbehang – das regelmäßige Pflege erfordert, um Verfilzungen, Scheuerstellen und Hautreizungen im Bereich der Köten zu vermeiden. Gleichzeitig bringt viel Kötenbehang ein erhöhtes Risiko für die sogenannte Mauke (Dermatitis der Fesselbeuge) mit sich, besonders bei feuchten Haltungsbedingungen.

Die tägliche Hufpflege ist obligatorisch – sowohl aus hygienischen Gründen als auch zur Früherkennung von Hufveränderungen. Da metabolische Erkrankungen wie EMS oder Hufrehe ihre erste Manifestation häufig an den Hufen zeigen, ist eine aufmerksame, regelmäßige Kontrolle von Hufsohle, Strahlen und Hufwärme Teil des Gesundheitsmonitorings.

Der Arabofriese ist als Sportpferd auf regelmäßige Bewegung angewiesen. Mangelnde Auslastung begünstigt Übergewicht, Muskelschwund und metabolische Entgleisungen – besonders bei Tieren mit starkem Friesenanteil. Täglicher Auslauf, idealerweise in Verbindung mit strukturierter Arbeit, ist daher auch aus ernährungsphysiologischer Sicht relevant: Bewegung verbessert die Insulinsensitivität und unterstützt ein gesundes Körperkonditions-Management (BCS).

Die Stallhaltung sollte ausreichend Raufutterzugang rund um die Uhr sicherstellen, um lange Fresspausen zu vermeiden, die das Magengeschwürrisiko erhöhen. Eine gute Einstreu und saubere Haltungsbedingungen unterstützen zudem Haut- und Hufgesundheit.

Gesundheit: Robuster als der Friese – aber nicht ohne Risiken

Der Arabofriese gilt in verfügbaren Quellen als insgesamt gesündere Rasse als das reinrassige Friesenpferd – das war schließlich eines der zentralen Zuchtziele. Bisher sind keine rassetypischen Erbkrankheiten bekannt, die spezifisch für den Arabofriesen beschrieben wurden. Dennoch sind bestimmte gesundheitliche Risiken nicht zu ignorieren, die sich aus dem genetischen Erbe beider Ausgangsrassen ergeben.

Equines Metabolisches Syndrom (EMS) und Hufrehe: Arabofriesen mit ausgeprägtem Friesentypus können die für Kaltblüter typische Leichtfuttrigkeit erben. Bei unzureichender Bewegung und zu energiereicher Ration entstehen Fettdepots (besonders im Nackenbereich und an der Kruppe), die den Hormonstoffwechsel beeinflussen und über eine Insulinresistenz zu Hufrehe führen können. Bei Verdacht auf EMS oder Insulinresistenz ist eine Ration mit niedrigem Gehalt an löslichen Kohlenhydraten (NSC) sowie eine tierärztliche Abklärung dringend angeraten.

PSSM (Polysaccharid-Speichermyopathie): Bei Pferden mit Kaltblutanteil – und der Friese gehört zu den prädisponierten Rassen – ist PSSM als Störung im Glykogenstoffwechsel der Muskulatur beschrieben. Betroffene Pferde zeigen häufig Symptome wie Steifheit, Schweißausbrüche oder Verweigerung der Arbeit. Eine getreide- und zuckerarme Ration mit erhöhtem Fettanteil wird bei PSSM-Verdacht diskutiert; die Diagnose sollte stets durch den Tierarzt gesichert werden.

Cushing-Syndrom (PPID): Mit zunehmendem Alter steigt bei Pferden aller Rassen das Risiko für die Pars-intermedia-Dysfunktion (Cushing). Die erhöhte Cortisolwirkung begünstigt Hufrehe und Immunschwäche. Ältere Arabofriesen sollten regelmäßig tierärztlich kontrolliert werden, und die Ration sollte im Seniorenalter besonders kohlenhydratarm gestaltet werden.

Magengeschwüre: Pferde mit sportlicher Belastung und intensivem Training – wozu der Arabofriese oft eingesetzt wird – haben ein erhöhtes Risiko für equine Magengeschwüre (EGUS), insbesondere wenn Fütterungsintervalle zu lang sind oder Kraftfutter nicht bedarfsgerecht eingesetzt wird. Kontinuierliche Raufutterversorgung ist die wichtigste präventive Maßnahme.

Ernährung und Bedarf: Individuell kalkulieren statt pauschal füttern

Der Energiebedarf des Arabofriesen lässt sich nicht mit einer pauschalen Formel beschreiben – er hängt maßgeblich von Körperbau, Typausprägung, Arbeitsbelastung und Lebensphase ab. Als Orientierungsrahmen dient die Gruber-Tabelle der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, die Erhaltungsbedarf und Leistungsbedarf getrennt ausweist.

Erhaltungsbedarf: Der Erhaltungsbedarf umfasst die Nährstoff- und Energiemenge, die für die Funktion lebenswichtiger Organe, Thermoregulation und natürliche Bewegung notwendig ist. Für einen Arabofriesen mit ausgeprägtem Friesentyp liegt dieser Bedarf tendenziell niedriger als bei einem arabertypischen Individuum gleichen Gewichts – aufgrund der unterschiedlichen Stoffwechselaktivität.

Leistungsbedarf: Mit steigender Arbeitsintensität – von leichter Freizeitarbeit über mittlere Trainingsarbeit bis zu Turniersport oder intensivem Fahrsport – steigt der Energiebedarf proportional. Arabofriesen im sportlichen Einsatz können deutlich mehr Energie benötigen als Freizeitpferde; hier ist Kraftfutter als Ergänzung gerechtfertigt.

Körperkondition (BCS) als zentrales Steuerungsinstrument: Die regelmäßige Beurteilung der Körperkondition nach dem Body Condition Score (BCS) ist beim Arabofriesen besonders wichtig. Ein BCS zwischen 4 und 6 auf der 9-Punkte-Skala gilt als angemessen. Sichtbare Fettdepots im Nacken, an Kruppe oder Schulter sind Warnsignale für eine Überversorgung.

Fohlen und Jungpferde: In der Aufzuchtphase ist eine ausgewogene Versorgung mit Energie, Protein (essenziellen Aminosäuren wie Lysin und Methionin) sowie Mineralien – insbesondere Calcium und Phosphor im richtigen Verhältnis – entscheidend für eine gesunde Skelettentwicklung. Überversorgung mit Energie ist in dieser Phase ebenso schädlich wie Unterversorgung.

Ältere Arabofriesen: Im Seniorenalter verändert sich der Verdauungsapparat: Die Kaueffizienz nimmt ab, die Nährstoffaufnahme kann nachlassen. Weiches Raufutter (Heulage, eingeweichte Heucobs) und speziell formuliertes Seniorenfutter können dann sinnvoll sein. Gleichzeitig steigt das Cushing- und Hufrehe-Risiko, was eine kohlenhydratarme Ration umso wichtiger macht.

Futter für den Arabofriesen: Raufutter als Basis, Kraftfutter mit Bedacht

Raufutter – die unverzichtbare Grundlage: Heu, Heulage oder Weidegras bilden die unverzichtbare Ernährungsbasis für jeden Arabofriesen, unabhängig von Typ und Nutzung. Als Richtwert gilt eine Raufuttermenge von mindestens 1,5 kg Trockenmasse je 100 kg Körpergewicht täglich – besser mehr, sofern der Energiegehalt des Heus dies erlaubt. Heu sollte möglichst kontinuierlich verfügbar sein, um lange Fresspausen zu vermeiden: Ein leerer Magen erhöht das Risiko für Magengeschwüre und Koliken erheblich.

Die Heuqualität ist beim Arabofriesen mit Friesentyp von besonderer Bedeutung: Strukturreiches, spät geschnittenes Heu mit niedrigem Zuckergehalt (NSC) ist für Pferde mit metabolischem Risiko deutlich besser geeignet als energiereiches Frühschnitt-Heu. Im Zweifelsfall kann eine Heuanalyse sinnvoll sein. Stark zuckerhaltiges Heu kann bei EMS-gefährdeten Pferden durch mehrstündiges Wässern im Zuckergehalt reduziert werden.

Bei Atemwegsproblemen (häufig durch Heustaub ausgelöst) ist bedampftes Heu oder Heulage eine bewährte Alternative – Heulage weist allerdings einen höheren Energiegehalt auf, was bei leichtfuttrigen Friesentyp-Arabofriesen berücksichtigt werden muss.

Weide – Chancen und Risiken: Weidegang ist für Arabofriesen wertvoll, muss aber gerade im Frühjahr (üppiges, zuckerreiches Junggas) mit Bedacht gemanagt werden. Ein schrittweises Anweiden über mehrere Wochen schützt vor abrupten Rationsumstellungen und reduziert das Hufrehe-Risiko. Bei metabolisch gefährdeten Tieren kann eine Zeitbegrenzung des Weidegangs oder ein Weideschutzkorb sinnvoll sein.

Kraftfutter – nur bei nachgewiesenem Mehrbedarf: Für Arabofriesen in leichter Freizeitarbeit ist Kraftfutter in der Regel nicht notwendig, wenn die Raufutterration durch ein geeignetes Mineralfutter ergänzt wird. Bei mittlerer bis schwerer Arbeitsbelastung kann Kraftfutter den Mehrbedarf an Energie sinnvoll decken. Arabofriesen mit Friesentyp reagieren empfindlicher auf stärke- und zuckerreiche Kraftfutter (Hafer, Gerste, Müsli mit hohem Getreidanteil). Energiedichte, getreidearme oder -freie Alternativen – beispielsweise auf Basis von Öl, Rübenschnitzeln oder Luzerne – sind vorzuziehen, sobald metabolische Risiken bestehen. Arabertypische Individuen mit höherem Energiebedarf vertragen klassische Kraftfutter in der Regel besser, sollten jedoch ebenfalls nicht übermäßig damit versorgt werden.

Mineralfutter – immer ergänzen: Raufutter allein deckt den Mineralbedarf des Pferdes selten vollständig. Ein bedarfsgerechtes Mineralfutter ist daher bei allen Arabofriesen sinnvoll, die wenig oder gar kein Kraftfutter erhalten. Die Auswahl sollte auf die regionale Heuzusammensetzung abgestimmt sein – idealerweise nach Heuanalyse.

Nahrungsergänzung für den Arabofriesen: Gezielt statt pauschal

Nahrungsergänzungsmittel können bei konkretem Bedarf sinnvoll sein – sie ersetzen jedoch weder eine ausgewogene Grundration noch eine tierärztliche Diagnose. Beim Arabofriesen sind folgende Ergänzungsbereiche besonders relevant:

Mineralfutter und Spurenelemente: Da europäische Heuqualitäten häufig Defizite bei Selen, Zink, Kupfer und Jod aufweisen, ist ein ausgewogenes Mineralfutter die wichtigste Ergänzung für jeden Arabofriesen – unabhängig von Typ und Nutzungsart. Ob ein Mineralstoffmangel tatsächlich vorliegt, lässt sich durch eine Blutuntersuchung und/oder Heuanalyse objektivieren.

Elektrolyte bei sportlicher Belastung: Der Arabofriese wird häufig im Sport eingesetzt; das arabische Erbe sorgt für eine feine Haut und effiziente Wärmeabgabe durch Schwitzen. Bei intensiver Arbeit – besonders im Sommer – gehen mit dem Schweiß nennenswerte Mengen an Natrium, Chlorid, Kalium und Magnesium verloren. Eine Elektrolytergänzung kann in solchen Phasen sinnvoll sein; die Wasserversorgung muss dabei stets sichergestellt sein.

Öl als Energieträger: Bei PSSM-Verdacht oder EMS-Risiko wird diskutiert, hochwertige Pflanzenöle (z. B. Leinöl) als Energieträger einzusetzen, da Fett eine stärke- und zuckerarme Alternative zu Getreide darstellt. Dabei ist auf eine schrittweise Eingewöhnung zu achten; die Gesamtfettmenge in der Ration sollte im Auge behalten werden. Im Einzelfall ist die Abklärung mit dem Tierarzt oder einer Pferdeernährungsberatung empfehlenswert.

Biotinfutter für Huf und Fell: Da der Arabofriese häufig dichtes Langhaar und kräftige Hufe erbt, kann eine Biotinergänzung bei Hufqualitätsproblemen im Einzelfall diskutiert werden – die Datenlage zu Biotin bei Pferden ist moderat positiv, aber nicht abschließend gesichert. Auch hier gilt: erst Ursache (z. B. Rationsdefizite) klären, dann gezielt ergänzen.

Magnesium: Magnesium wird manchmal bei nervösen oder gestressten Pferden ergänzt. Da arabertypische Arabofriesen sensibler reagieren können, wird diese Ergänzung diskutiert – belastbare Studien speziell für diese Rasse fehlen jedoch. Tierärztliche Rücksprache ist ratsam.

Fütterungsmanagement: Rhythmus, Heuqualität und Wasserversorgung

Ein strukturiertes Fütterungsmanagement ist beim Arabofriesen mindestens ebenso wichtig wie die Auswahl der richtigen Futtersorten. Die folgenden Grundsätze bilden das Fundament:

Fresspausen minimieren: Als Dauerfresser benötigt das Pferd möglichst kontinuierlichen Zugang zu Raufutter. Fresspausen von mehr als vier Stunden erhöhen das Risiko für Magengeschwüre und Koliken erheblich. Bei metabolisch gefährdeten Arabofriesen lässt sich die Aufnahmemenge über Heunetze mit engerer Maschenweite regulieren, ohne den Fressrhythmus zu unterbrechen.

Regelmäßiger Fütterungsrhythmus: Kraftfutter sollte – wenn nötig – in mehreren kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt werden und nie auf leeren Magen. Eine Portion Raufutter vor dem Kraftfutter schützt die Magenschleimhaut und verlangsamt die Stärkeaufnahme.

Heuqualität regelmäßig prüfen: Schimmeliges, staubiges oder schlechtriechendes Heu ist tabu. Eine professionelle Heuanalyse (Trockenmassegehalt, Energiewert, NSC, Mineralien) ermöglicht eine präzise Rationsberechnung und ist beim Arabofriesen – gerade bei Friesentypus – empfehlenswert.

Wasserversorgung: Ein Pferd von 500–600 kg trinkt täglich 25–60 Liter Wasser, bei Arbeit und Wärme deutlich mehr. Sauberes Wasser muss jederzeit frei zugänglich sein; Wassermangel fördert Verstopfungskoliken und beeinträchtigt die Verdauung.

Weide- und Anweidemanagement: Das Anweiden im Frühjahr sollte über mindestens zwei bis drei Wochen schrittweise erfolgen – beginnen mit kurzen Weidegängen (20–30 Minuten), die täglich leicht gesteigert werden. Metabolisch gefährdete Arabofriesen sollten auch im Sommer bei zuckerreichem Gras (z. B. nach Trockenstress) zeitlich begrenzt auf der Weide sein.

Futteränderungen immer schrittweise: Jede Umstellung – ob neues Heu, anderes Kraftfutter oder Wechsel von Heu auf Weide – muss graduell über mindestens eine Woche erfolgen, um das empfindliche Mikrobiom des Dickdarms nicht zu destabilisieren.

Quellen

  1. [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  2. [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  3. [3]Wikipedia: Arabofriesewikipedia
  4. [4]Arabofriese Pferderasse - HorseDealweb
  5. [5]Arabofriese im Rassenportrait | ehorses Magazinweb
  6. [6]Pferde rassenspezifisch füttern - Pavoweb
  7. [7]Artikel übersicht | Pavoweb
  8. [8]Welchen Einfluss hat die Ernährung auf die Gesundheit meines ...web
  9. [9][PDF] Gruber Tabelle - Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft - LfLweb

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

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Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

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