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Rasse-Ratgeber · Pferd

Pferdefutter Araberpinto: Leichtfuttrig

Pferdefutter für den Araberpinto: Effiziente Stoffwechsel-Verwaltung mit artgerechter Raufutter-Basis. Jetzt lesen.

Stockmaß
147–157 cm
Gewicht
410–500 kg
Herkunft
Nordamerika / international
Illustration: Pferdefutter Araberpinto: Leichtfuttrig

Araberpinto – auf einen Blick

Der Araberpinto (auch Pintabian genannt) ist kein gewöhnliches Buntpferd: Mit einem Vollblutaraberanteil von mindestens 99 Prozent – in Deutschland anerkannt ab 90 Prozent – steht er genetisch nahezu auf dem Niveau des reinrassigen Arabers und trägt dessen charakteristische Eigenschaften: schlanker, trockener Körperbau, fein strukturierte Knochen, lebhaftes Temperament und ein überaus effizienter Energiestoffwechsel.

Genau dieser Stoffwechsel ist der entscheidende Ausgangspunkt für alle Überlegungen zur Ernährung. Araberpintos sind klassische Leichtfuttrige: Sie decken ihren Energiebedarf bei Freizeitnutzung und moderater Arbeit meistens allein aus einer hochwertigen Raufutterbasis. Zu energiereiche Rationen – üppige Koppeln mit viel Fruktan, stark zuckerhaltiges Heu oder unnötiges Kraftfutter – können bei dieser Rasse schnell zu Übergewicht, Insulinresistenz, Equinem Metabolischen Syndrom (EMS) und in der Folge zu Hufrehe führen.

Die Rasse ist selten: Weltweit sind nur etwa 300 Tiere registriert. Umso wichtiger ist ein informiertes Fütterungsmanagement, denn spezifische Erfahrungswerte aus großen Populationsstudien fehlen – es gelten im Wesentlichen die Ernährungsprinzipien des Vollblutarabers.

Größe, Statur und Gewicht des Araberpintos

So groß wird ein AraberpintoSchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmAraberpintoSchulterhöhe 147–157 cmca. 152 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Der Araberpinto bewegt sich mit einer Widerristhöhe von 147 bis 157 Zentimetern im oberen Ponymaß bis hin zum mittelgroßen Warmblutbereich. Das Körpergewicht liegt typischerweise zwischen 410 und 500 Kilogramm, wobei der typische arabische Körperbau – trocken, muskulös, mit feiner Haut und schlankem Fundament – den Araberpinto eher am leichteren Ende dieser Spanne ansiedelt.

Als Vollbluttyp (Arbeitszweck: Vollblut) unterscheidet er sich deutlich von Kaltblütern oder schweren Warmblütern: weniger Muskelmasse, weniger Knochenmasse, aber hohe Ausdauer und Bewegungseffizienz. Diese Körperstruktur hat direkten Einfluss auf den Futterplan: Der Erhaltungsbedarf fällt im Vergleich zu schwer gebauten Rassen geringer aus, der Bedarf an Energie je Kilogramm Körpergewicht ist aber bei intensiver Arbeit oder langen Ausdauerritten deutlich spürbar.

Orientierungswerte für den Raufutterbedarf (Trockenmasse, Richtwert):

  • Erhaltung / leichte Arbeit: ca. 1,5–2 % des Körpergewichts täglich
  • Bei einem 450-kg-Tier: rund 6,75–9 kg Heu pro Tag
  • Bei intensiver Ausdauerarbeit kann der Bedarf temporär steigen

Der Body-Condition-Score (BCS) sollte regelmäßig kontrolliert werden – beim arabisch geprägten Leichtfuttrigen bereits bei einem BCS von 5–6 (Skala 1–9) kritisch beobachten, da Fettdepots an Kamm und Kruppe rasch entstehen können.

Wesen und Charakter – Bedeutung für das tägliche Futterregime

Araberpintos gelten als ausgesprochen intelligent, menschenbezogen, leistungsbereit und vielseitig. Sie sind temperamentvoll, reagieren sensibel auf ihre Umgebung und zeigen die typische arabische Feinfühligkeit – Eigenschaften, die sich nicht nur im Umgang, sondern auch in der Reaktion auf Fütterungsfehler niederschlagen.

Ein unausgeglichener Energiestoffwechsel oder anhaltende Langeweile im Stall (z. B. durch lange Fresspausen ohne Raufutter) kann bei sensiblen, hochintelligenten Pferden dieses Typs zu Stereotypien wie Koppen oder Weben führen. Die kontinuierliche Raufutterversorgung – möglichst Heu zur freien Verfügung oder in kleinen, über den Tag verteilten Rationen – ist daher nicht nur aus physiologischen Gründen wichtig, sondern unterstützt auch das psychische Gleichgewicht.

Ihre Ausdauer und Leistungsbereitschaft machen Araberpintos auch für längere Ausritte, Distanzreiten und Westernreiten geeignet. Bei intensiverer Nutzung steigt der Energiebedarf entsprechend – hier ist eine regelmäßige BCS-Kontrolle und ggf. Anpassung der Ration sinnvoll. Die Vielseitigkeit der Rasse bedingt, dass der Futterplan je nach Nutzungsform sehr unterschiedlich ausfallen kann: vom reinen Raufutterplan eines Freizeitpferdes bis hin zu einer angepassten Sportpferde-Ration mit gezielter Kraftfutterergänzung.

Herkunft des Araberpintos und Bedeutung für die heutige Ernährung

Der Araberpinto ist eine vergleichsweise junge Farbzucht des Vollblutarabers. Da die Tobiano-Scheckung im genetischen Repertoire des reinrassigen Arabers nicht vorkommt, mussten Schecken über mindestens sieben Kreuzungsgenerationen mit Vollblutarabern zurückgekreuzt werden, um sowohl das Scheckenmuster zu erhalten als auch den arabischen Typ zu festigen. In Deutschland vergibt der ZSAA die Anerkennung bereits ab einem Araberanteil von über 90 Prozent.

Mit weltweit rund 300 registrierten Pferden gehört der Araberpinto zu den seltenen Pferderassen. Diese geringe Populationsgröße hat Konsequenzen für die Wissensgrundlage: Rassetypische Fütterungsstudien existieren kaum; die Ernährungsempfehlungen orientieren sich an den sehr gut dokumentierten Erkenntnissen zum Vollblutaraber.

Der Ursprung im Orient – der Araber stammt aus dem ariden Klima der arabischen Halbinsel – prägt den Stoffwechsel bis heute: Ursprünglich an karge, rohfaserreiche Kost angepasst, verwertet die Rasse Energie sehr effizient. Üppige Weiden und stark energiereiche Kraftfutterrationen entsprechen nicht dem evolutionären Ernährungskonzept dieser Pferde und erhöhen das Risiko für Stoffwechselerkrankungen. Dieses Erbe ist beim Fütterungsmanagement stets im Hinterkopf zu behalten.

Pflege des Araberpintos – ernährungsrelevante Aspekte

Die Pflege des Araberpintos ist geprägt durch sein arabisches Erbe: Die feine, oft dünnhäutige Haut und das seidige Fell erfordern schonende Pflege, sind aber weitgehend unkompliziert. Ernährungsrelevant sind vor allem folgende Bereiche:

Zahnpflege und Futterverwertung: Regelmäßige Zahnchecks (mindestens einmal jährlich durch eine Fachtierärztin oder einen Fachtierarzt) sind essenziell, um eine effiziente Raufutterverwertung sicherzustellen. Schlecht gekautes Heu wird unvollständig aufgeschlossen und erhöht das Kolikrisiko.

Hufpflege und Hufrehe-Prävention: Beim leichtfuttrigen Araberpinto ist regelmäßige Hufpflege Teil der aktiven Rehe-Prävention. Auffälligkeiten an den Hufen – Ringe im Hufhorn, veränderte Huftemperatur, Empfindlichkeit – können auf metabolische Probleme hinweisen und sollten tierärztlich abgeklärt werden.

Bewegung als Futterregulator: Ausreichend Bewegung – täglich, möglichst im Auslauf oder auf der Koppel – ist beim Araberpinto nicht nur Tierwohl, sondern direkter Teil des Gewichts- und Stoffwechselmanagements. Bewegungsmangel bei gleichzeitig energiereicher Ration ist ein klassischer EMS-Auslöser.

Fell und Scheckzeichnung: Die Pigmentierung in den weißen Fellpartien ist geringer; entsprechend empfindlicher reagiert die Haut in diesen Bereichen auf Sonnenbrand und Insektenstich-Reaktionen. Ein gutes Weidemanagement mit Schutzmöglichkeiten ist Teil einer artgerechten Haltung.

Gesundheit des Araberpintos – rassetypische Dispositionen

Araber und arabisch geprägte Rassen wie der Araberpinto gelten grundsätzlich als robust und langlebig. Dennoch gibt es stoffwechselbedingte Risiken, die beim Fütterungsmanagement zentrale Bedeutung haben.

Equines Metabolisches Syndrom (EMS) und Insulinresistenz

Pferde mit arabischem Blutanteil werden von Halterinnen und Haltern häufig als „leichtfuttrig“ beschrieben: Ihr Organismus verwertet Kalorien sehr effizient – eine evolutionäre Anpassung an karge Weidebedingungen. Genau diese Eigenschaft macht sie anfällig für das Equine Metabolische Syndrom (EMS), sobald das Futterangebot den tatsächlichen Bedarf übersteigt. EMS ist durch Insulinresistenz, Fettdepots an Kamm, Kruppe und Schulter sowie eine hormonelle Dysregulation charakterisiert. Im Verdachtsfall ist eine tierärztliche Diagnose und Beratung unbedingt erforderlich.

Hufrehe (Laminitis)

Hufrehe ist die gefürchtetste Folgeerkrankung bei stoffwechselgefährdeten Pferden. Übergewicht, Insulinresistenz und zu hohe Aufnahme von nicht-strukturellen Kohlenhydraten (Stärke, Zucker, Fruktane) aus dem Futter gelten als häufigste ernährungsbedingte Auslöser. Typische Warnsignale sind Entlastungstänzeln, die klassische Rehestellung, erhöhte Huftemperatur und Empfindlichkeit der Zehen. Bei entsprechenden Zeichen sollte umgehend tierärztlicher Rat eingeholt werden.

Depigmentierung und Hautempfindlichkeit

Bei Arabern tritt eine genetisch bedingte Depigmentierung (Auflösung der Pigmentzellen in bestimmten Hautbereichen) als relativ häufige Erscheinung auf. Beim Araberpinto kommen durch die weißen Scheckpartien weitere pigmentarme Hautflächen hinzu, die auf Sonnenstrahlung und Insekten sensibler reagieren können.

Magengeschwüre

Vollblüter und arabisch geprägte Pferde zeigen eine gewisse Neigung zu equinen Magengeschwüren (EGUS), insbesondere bei langen Fresspausen, Stress und intensiver Trainingsbelastung. Eine kontinuierliche Raufutterverfügbarkeit ist die wirkungsvollste ernährungsbedingte Präventionsmaßnahme.

Energiebedarf und Ernährung des Araberpintos nach Lebensphase

Der Araberpinto hat als arabisch geprägter Vollbluttyp einen im Vergleich zu Kaltblütern und schweren Warmblütern relativ geringen Erhaltungsbedarf. Gleichzeitig steigt der Bedarf bei sportlicher Nutzung oder in besonderen Lebensphasen deutlich an – eine differenzierte Betrachtung nach Nutzung und Altersphase ist daher unerlässlich.

Erhaltungsbedarf und leichte Arbeit

Bei Freizeitnutzung (wenige Stunden leichte Arbeit pro Woche) deckt eine hochwertige Raufutterbasis den Energiebedarf des Araberpintos in der Regel vollständig. Kraftfutter ist in dieser Phase häufig nicht notwendig und erhöht das Übergewichtsrisiko. Ziel ist ein stabiler BCS von 4–5 auf der 9-stufigen Skala.

Moderate bis intensive Arbeit

Bei regelmäßigem Training, Distanzreiten oder Westernturniersport steigt der Energiebedarf spürbar. Hier kann eine gezielte Kraftfutterergänzung sinnvoll sein – jedoch bedarfsgerecht und schrittweise eingeführt. Vorsicht bei stärke- und zuckerreichen Mischfuttermitteln: Auch bei höherer Arbeitsbelastung sollten nicht-strukturelle Kohlenhydrate im Blick behalten werden.

Fohlen und Jungpferde

Wachsende Araberpintos haben einen erhöhten Bedarf an Protein, Kalzium, Phosphor und Spurenelementen. Eine bedarfsdeckende, aber nicht übermäßige Energieversorgung ist essenziell, um orthopädische Entwicklungsstörungen (OCD) zu vermeiden. Wachstumsphasen sollten ernährungsberaterisch oder tierärztlich begleitet werden.

Stuten in Trächtigkeit und Laktation

Hochtragende Stuten (ab dem 9. Trächtigkeitsmonat) und laktierende Stuten haben signifikant erhöhten Energie-, Protein- und Mineralstoffbedarf. Raufutter allein reicht in dieser Phase selten aus; eine gezielte Ergänzung ist angezeigt – stets nach tierärztlicher oder ernährungsberaterischer Beratung.

Senioren ab ca. 18–20 Jahren

Ältere Araberpintos können an nachlassender Zahnsubstanz leiden und Heu schlechter verwerten. Eingeweichte Heucobs, Schnitzel oder spezielles Seniorenfutter können dann eine sinnvolle Ergänzung darstellen, um den Nährstoffbedarf weiter zu decken.

Futter für den Araberpinto: Raufutter, Kraftfutter und Mineralfutter im Überblick

Raufutter – die unverzichtbare Basis

Heu ist das wichtigste Einzelfuttermittel für den Araberpinto. Es sollte staubarm, schimmelfrei und von guter, aber nicht übermäßig energiereicher Qualität sein – erstes Schnittgut mit hohem Grasanteil und vielen nicht-strukturellen Kohlenhydraten (NSC) ist für leichtfuttrige, EMS-gefährdete Pferde weniger geeignet als spätes, strukturreiches Heu mit niedrigerem Zuckergehalt. Bei Atemwegsproblemen oder Staubempfindlichkeit kann bedampftes Heu oder qualitativ hochwertige Heulage eine Alternative sein.

Die Raufuttermenge sollte mindestens 1,5 Prozent des Körpergewichts als Trockenmasse pro Tag betragen – ein Richtwert, der lange Fresspausen und damit Magengeschwür- sowie Kolikrisiken reduziert. Bei einem 450-kg-Araberpinto entspricht das etwa 6,75 kg Heu täglich als Untergrenze.

Weide ist für Araberpintos wertvoll, aber sorgfältig zu managen: Frisches Gras im Frühjahr und Herbst enthält hohe Fruktanmengen, die bei leichtfuttrigen Pferden Hufrehe auslösen können. Anweiden über mehrere Wochen in kleinen, täglich gesteigerten Einheiten ist Pflicht; die Weidezeit kann durch ein Weidegitter oder Paddock-Zugang reguliert werden.

Kraftfutter – nur bedarfsgerecht

Kraftfutter (Hafer, Gerste, Müsli, Pellets) ist beim Araberpinto kein Standard, sondern eine Ausnahme – einzusetzen, wenn Raufutter den Energiebedarf nachweislich nicht mehr deckt (intensive Arbeit, Zucht, Senioren). Stärke- und zuckerarme Varianten sind dabei zu bevorzugen; zuckerbetonte Müslimischungen oder Melassepellets sollten bei EMS-Verdacht oder bestehender Insulinresistenz gemieden werden. Kraftfuttergaben sind auf mehrere kleine Portionen über den Tag zu verteilen (maximal ca. 0,3–0,5 kg stärkehaltiges Futter pro Mahlzeit als grobe Orientierung; die genaue Menge ist individuell mit Fachleuten abzustimmen).

Mineralfutter – regelmäßige Ergänzung

Heu und Weide allein decken den Mineralstoff- und Spurenelementbedarf des Pferdes selten vollständig ab – Natrium, Magnesium, Zink, Kupfer und Selen sind häufig unterrepräsentiert. Ein bedarfsgerechtes Mineralfutter (Pulver, Pellets oder Leckstein) bildet daher eine sinnvolle Ergänzung zur Raufutterbasis. Die Auswahl sollte an die Heuanalyse und den regionalen Boden angepasst werden.

Nahrungsergänzung beim Araberpinto – gezielt und evidenzbasiert

Nahrungsergänzungsmittel können beim Araberpinto in bestimmten Situationen sinnvoll sein – vorausgesetzt, sie sind tatsächlich indiziert und ersetzen keine ausgewogene Grundration. Folgende Bereiche sind beim arabisch geprägten Vollbluttyp besonders relevant:

Mineralstoff- und Spurenelementversorgung

Wie bei allen Pferden empfiehlt sich eine regelmäßige Heuanalyse (Trockenmassegehalt, Energie, Rohprotein, Mineralstoffe), um Versorgungslücken gezielt zu schließen. Besonderes Augenmerk gilt Selen (regional oft defizitär), Zink, Kupfer und Jod. Überdosierungen – insbesondere bei Selen – sind gefährlich; eine Supplementierung sollte daher auf Basis einer Analyse oder tierärztlichen Empfehlung erfolgen.

Elektrolyte bei Ausdauerarbeit

Als ausdauerndes Vollblutpferd, das auch im Distanzsport eingesetzt wird, schwitzt der Araberpinto bei intensiver Belastung erheblich. Elektrolyte (Natrium, Chlorid, Kalium, Magnesium) gehen mit dem Schweiß verloren und können bei langen Ritten ergänzt werden. Eine freie Natriumchlorid-Quelle (Salzleckstein) sollte dauerhaft verfügbar sein.

Omega-3-Fettsäuren und Fell-/Hautpflege

Bei Pferden mit ausgedehnten Weißfellpartien und empfindlicher Haut wird die Ergänzung mit Omega-3-reichen Ölen (z. B. Leinöl) diskutiert, um die Hautbarriere zu unterstützen. Belastbare klinische Studiendaten speziell für den Araberpinto fehlen; im Einzelfall kann eine tierärztliche Einschätzung sinnvoll sein.

Präbiotika und Darmgesundheit

Stressanfällige Vollblutpferde zeigen mitunter eine empfindliche Darmflora – insbesondere bei Futterwechseln, Transporten oder intensiver Trainingsphase. Präbiotische oder probiotische Ergänzungen werden in der Pferdeernährung diskutiert; eine generelle Empfehlung lässt sich daraus nicht ableiten. Bei wiederkehrenden Verdauungsproblemen ist tierärztliche Abklärung vorrangig.

Grundsatz: Nahrungsergänzung ersetzt keine ausgewogene Grundration aus hochwertigem Raufutter und einem bedarfsgerechten Mineralfutter. Alle Ergänzungen im Zweifel mit Tierarzt oder Pferdeernährungsberatung absprechen.

Fütterungsmanagement für den Araberpinto: Heu, Rhythmus und Weide

Ein durchdachtes Fütterungsmanagement ist beim Araberpinto die wichtigste Präventionsmaßnahme gegen EMS, Hufrehe und Magengeschwüre. Folgende Punkte sollten im Alltag konsequent umgesetzt werden:

Heuqualität und Heuanalyse

Nicht jedes Heu eignet sich gleichermaßen für den Araberpinto. Energiearmes, rohfaserreiches Heu (später Schnitt, geringer NSC-Gehalt) ist dem ersten Schnitt mit hohem Zucker- und Eiweißgehalt vorzuziehen. Eine labortechnische Heuanalyse – mindestens einmal je neuer Heucharge – schafft Planungssicherheit und zeigt, ob Mineralstoffe gezielt ergänzt werden müssen. Bei staubendem Heu und atemwegsempfindlichen Pferden ist das Bedampfen oder Wässern eine bewährte Maßnahme.

Fütterungsrhythmus und Fresspausen

Das Pferd ist ein Dauerfresser, dessen Magen kontinuierlich Magensäure produziert – unabhängig davon, ob Futter im Magen vorhanden ist. Fresspausen von mehr als vier Stunden erhöhen das Risiko für Magengeschwüre und Kolonkolik erheblich. Heu sollte daher möglichst kontinuierlich verfügbar sein, etwa über langsame Heunetze, die die Fressgeschwindigkeit regulieren und gleichzeitig die Raufuttermenge kontrollieren lassen.

Wasserversorgung

Sauberes, frisches Wasser muss jederzeit frei zugänglich sein – mindestens 30–50 Liter täglich bei normalem Temperaturbereich, deutlich mehr bei Hitze oder Ausdauerarbeit. Automatiktränken regelmäßig reinigen und Wasseraufnahme beobachten, da ein Rückgang der Trinkmenge ein frühes Kolikanzeichen sein kann.

Weide- und Anweidemanagement

Frisches Gras im Frühjahr und nach Nachtfrösten kann extrem fruktanreich sein und bei empfindlichen Araberpintos Hufrehe auslösen. Schrittweises Anweiden über mindestens zwei bis vier Wochen (täglich um wenige Minuten steigern) ist unabdingbar. Strips oder Weidegitter helfen, die Grasaufnahme auch in der Saison zu begrenzen. Auf überdüngten oder stark bewachsenen Koppeln ist besondere Vorsicht geboten.

Futterwechsel langsam vollziehen

Jeder Wechsel – ob neue Heucharge, neues Kraftfutter oder Beginn der Weidesaison – muss schrittweise über mindestens sieben bis zehn Tage erfolgen, um die Darmflora nicht zu destabilisieren und Kolikrisiken zu minimieren.

Quellen

  1. [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  2. [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  3. [3]Wikipedia: Araberpintowikipedia
  4. [4]Pferde rassenspezifisch füttern - Pavoweb
  5. [5]Ernährungsbedingte Krankheiten - Pferdegesundweb
  6. [6]Unser alternatives Gesundheitskonzept - Shagya-Araber Zuchtweb
  7. [7]Artikel übersicht - über Mühldorfer Pferdefutterweb
  8. [8]Wie alt werden Pferde: Rassen und Krankheitenweb
  9. [9][PDF] PerNaturam Ratgeber Grundversorgung in der Pferdefütterungweb

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Häufige Fragen

Fragen zur Ernährung & Haltung

Autor

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Fachliche Prüfung

Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

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