Pferdefutter Andalusier: EMS
Andalusier Pferdefutter mit EMS-Prävention und OCD-Schutz. Perfekt für effiziente Easy-Keeper – jetzt informieren und bestellen.
- Stockmaß
- ab ca. 156 cm
- Gewicht
- 450–550 kg (typisch)
- Lebenserwartung
- 25+ Jahre möglich
- Herkunft
- Spanien (Iberische Halbinsel)

Andalusier Futter auf einen Blick: Der genügsame Barocke
Der Andalusier – offiziell Pura Raza Española (PRE) – ist ein Pferd des Mittelmeerklimas. Jahrhundertelange Zucht auf der kargen Iberischen Halbinsel hat ihm einen Stoffwechsel beschert, der mit vergleichsweise wenig Energie auskommt und Nährstoffe besonders effizient verwertet. Im mitteleuropäischen Stall, wo Heu oft deutlich nährstoffreicher ist als das iberische Trockengrasgras, braucht dieser Effizienzvorteil ein aufmerksames Gegengewicht.
Das Wichtigste in Kürze:
- Raufutter ist absolute Basis: Hochwertiges Heu oder Heulage bildet den Löwenanteil der täglichen Ration – mindestens 1,5 % des Körpergewichts als Trockenmasse pro Tag, kontinuierlich verfügbar.
- Kraftfutter nur nach Bedarf: Ein moderat arbeitender Andalusier benötigt in der Regel kein Getreide oder Müsli; Energie aus Raufutter reicht meist aus.
- Übergewicht aktiv managen: Verfettung erhöht das Risiko für Hufrehe, verstärkt die Prädisposition für Lipombildung im Darm und belastet die Gelenke.
- Mineralfutter nicht vergessen: Raufutter allein deckt den Mineralstoffbedarf selten vollständig – ein gezielt ausgewähltes Mineralfutter ist sinnvoll.
- Besondere Rasse-Disposition: Schimmel-Melanom (ca. 80 % aller Schimmel über 15 Jahre betroffen), Osteochondrose in der Aufzucht und Darmstrangulation durch Lipome im Alter sind relevante Gesundheitsthemen mit direktem Ernährungsbezug.
Größe, Statur und Gewicht: Der barocke Mittelschwere
Der Andalusier gehört zu den Warmblütern im barocken Typ – kompakt und muskulös gebaut, mit ausgeprägtem Hals, konvexem Profil und einem kräftigen, kurzem Rücken. Das Stockmaß liegt typischerweise ab etwa 156 cm Widerristhöhe, wobei Stuten oft etwas kleiner bleiben als Hengste. Das Körpergewicht eines erwachsenen Andalusiers bewegt sich meist im Bereich von 450 bis 550 kg, bei gut konditionierten Hengsten auch etwas darüber.
Was die Statur für die Ernährung bedeutet:
- Ein 500-kg-Andalusier benötigt als Raufutter-Richtwert mindestens 7,5 kg Heu (Trockenmasse) pro Tag; bei höherer Körpermasse entsprechend mehr.
- Die gedrungene, muskelreiche Barockstatur täuscht leicht über Übergewicht hinweg – ein Konditionsindex (Body Condition Score, BCS) nach Henneke ist hilfreicher als ein optischer Eindruck allein.
- Im Vergleich zu leichteren Warmblütern oder Vollblütern ist der Energiebedarf beim Andalusier relativ moderat, da der Erhaltungsbedarf bei kompaktem Körperbau und effizienter Verdauung niedriger ausfällt.
- Schwerere Pferde mit höherem Übergewicht tragen mehr Last auf den Hufen – bei der Hufrehe-Prävention ist das Körpergewicht ein zentraler Hebel.
Wesen und Charakter: Sensibel, lernwillig, personenbezogen
Der Andalusier gilt als eines der intelligentesten und menschenbezogensten Pferde überhaupt. Die Rasse zeigt eine starke Kooperationsbereitschaft und baut tiefe Bindungen zu vertrauten Bezugspersonen auf, während sie Fremden gegenüber eher zurückhaltend ist. Dieses Wesen ist kein Zufall: In seriösen PRE-Zuchten wird seit Jahrhunderten auf Charakter, Gelehrigkeit und ein klares Temperament selektiert.
Relevanz für die Ernährung:
Die Sensibilität des Andalusiers beschränkt sich nicht auf den Reitbetrieb – sie zeigt sich auch im Umgang mit Futterstress. Lange Fresspausen, monotone Haltungsbedingungen oder abrupte Futterwechsel können bei dieser Rasse schneller zu Unruhe, Stereotypien oder Magengeschwüren führen als bei phlegmatischeren Rassen. Die Möglichkeit zur kontinuierlichen Heuaufnahme ist für den sensiblen PRE nicht nur ein Verdauungs-, sondern auch ein Verhaltens-Erfordernis.
Die starke Personenbezogenheit des Andalusiers macht es zudem wichtig, dass der direkte Betreuer Veränderungen im Fressverhalten frühzeitig bemerkt – Appetitverlust oder verändertes Fressverhalten können beim aufmerksamen PRE ein frühes Warnsignal für Unwohlsein sein.
Herkunft und Geschichte: Vom iberischen Kriegspferd zum effizienten Verdauer
Der Andalusier stammt von der Iberischen Halbinsel und hat seinen Namen von der spanischen Region Andalusien. Höhlenmalereien belegen, dass es auf der Iberischen Halbinsel bereits seit 20.000 bis 30.000 Jahren vor Christus Pferde gibt. Im 15. Jahrhundert begannen Kartäusermönche in Jerez de la Frontera mit der systematischen Zucht des spanischen Pferdes – eine Linie, die als Cartujanos bis heute erhalten ist und als edle Unterrasse des Andalusiers gilt.
Der Andalusier beeinflusste im Laufe der Geschichte viele andere Rassen: Lipizzaner, Lusitano, Altér Real, Paso Peruano und zahlreiche amerikanische Rassen tragen iberisches Blut. Im 20. Jahrhundert wurde die Zucht unter dem Namen Pura Raza Española (PRE) vereinheitlicht und strickt im Stutbuch geführt.
Was die Herkunft für die heutige Ernährung bedeutet:
Jahrtausende auf der kargen Iberischen Halbinsel haben den Andalusier metabolisch geprägt: Das natürliche Weidegras der Region ist gräserarm, trocken und nährstoffarm – der Verdauungstrakt des PRE ist auf die effiziente Verwertung geringer Energiemengen ausgelegt. Im mitteleuropäischen Stall mit nährstoffreichem Heu und opulenten Weiden ist diese Eigenschaft zu beachten. Raufutter aus extensiver Bewirtschaftung (z. B. strukturreiches Wiesenheu mit niedrigem Zuckergehalt) kommt dem natürlichen Futterspektrum näher als üppiges Ackergras oder frühgeschnittenes Intensivheu.
Pflege und Haltung: Was der PRE täglich braucht
Der Andalusier – in rund 80 % der Fälle ein Schimmel – hat spezifische Pflegeanforderungen, die sich auch auf seine Gesundheit und mittelbar auf den Ernährungsbedarf auswirken.
Fell und Mähne: Die typisch lange, dichte Mähne und der üppige Schweif erfordern regelmäßiges, schonendes Entwirren. Schimmel verschmutzen schneller und benötigen häufigere Teilwäschen; dabei sollte stets auf pH-neutrale Pflegemittel geachtet werden.
Hufe: Tägliches Auskratzen und regelmäßige Hufschmied-Besuche sind Pflicht. Obwohl der Andalusier für robuste Hufe bekannt ist, erfordert die erhöhte Hufrehe-Prädisposition bei verfetteten Tieren besondere Aufmerksamkeit – Hufpflege und Gewichtsmanagement gehen Hand in Hand.
Bewegung: Der Andalusier braucht täglich ausreichend Bewegungsfreiheit. Mindestens 4–6 Stunden Auslauf auf Paddock oder Weide sowie regelmäßige aktive Arbeitseinheiten sind die Grundlage für ein ausgeglichenes Gewicht und eine gesunde Darmperistaltik. Bewegungsmangel fördert Übergewicht und erhöht indirekt das Kolikrisiko.
Klimatoleranz: Als Pferd des Mittelmeerklimas verträgt der PRE Wärme gut, ist aber anfällig für Elektrolytverluste bei intensiver Sommerarbeit. Im Winter benötigt er bei anhaltender Kälte möglicherweise mehr Energie aus der Ration – eine saisonale Anpassung der Futtermenge ist sinnvoll.
Gesundheit: Vier Dispositionen des Andalusiers mit Ernährungsbezug
Der Andalusier gilt als langlebige, robuste Rasse. Dennoch sind vier rassespezifische Gesundheitsdispositionen bekannt, von denen drei einen direkten oder indirekten Bezug zur Ernährung haben.
1. Schimmel-Melanom (Melanoma Grey Horse)
Rund 80 % aller PRE sind Schimmel – und Schimmel tragen ein deutlich erhöhtes Melanomrisiko. Studien zeigen, dass etwa 80 % aller Schimmel im Alter über 15 Jahren Melanome entwickeln, meist perianal, an Schweifwurzel und Ohren. Die Melanome sind beim Pferd häufig gutartig, können aber im Verlauf wachsen und in seltenen Fällen maligne entarten. Ein direkter Ernährungseinfluss auf die Melanom-Entstehung ist bisher nicht belegt; indirekt wird jedoch diskutiert, ob ein gesundes Immunsystem durch bedarfsgerechte Versorgung mit Antioxidantien (Vitamin E, Selen) das Tumorwachstum möglicherweise verzögern kann. Dies sollte stets mit dem Tierarzt abgeklärt werden.
2. Osteochondrose (OCD)
Osteochondrose ist eine Erkrankung der Gelenkknorpel und des subchondralen Knochens, die vor allem bei jungen, schnell wachsenden Pferden auftritt. Bei PRE-Jungpferden in der Aufzucht ist OCD dokumentiert. Ernährungsseitig ist bekannt, dass eine übermäßige Energiezufuhr – insbesondere durch stärke- und zuckerreiche Kraftfuttergaben – in der Wachstumsphase das OCD-Risiko erhöhen kann. Ein ausgewogenes Kalzium-Phosphor-Verhältnis sowie eine bedarfsgerechte Kupfer- und Zinkversorgung gelten als wichtig für die Knorpelentwicklung; konkrete Dosierungen sollten jedoch durch eine tierärztliche Ernährungsberatung festgelegt werden.
3. Darmstrangulation durch Lipome
Bei älteren Andalusiern – insbesondere übergewichtigen Tieren – können sich im Bauchraum fettgewebshaltige Anhängsel (pedunkuläre Lipome) bilden, die sich um Darmabschnitte wickeln und zu lebensbedrohlichen Strangulationskoliken führen können. Übergewicht gilt als Risikofaktor für die Lipombildung; konsequentes Gewichtsmanagement ist die wichtigste ernährungsseitige Prävention. Bei älteren Pferden sind regelmäßige tierärztliche Kontrollen empfehlenswert.
4. Rezidivierende Augenentzündung (Equine Recurrent Uveitis, ERU)
ERU – eine immer wiederkehrende Entzündung des Augeninneren – ist bei PRE-Linien beschrieben. Ein direkter Ernährungszusammenhang ist nicht belegt; als allgemeine Empfehlung gilt eine bedarfsgerechte Grundversorgung und die Vermeidung von Mangelzuständen. Bei Anzeichen von Augenproblemen ist unverzüglich tierärztliche Hilfe zu suchen.
Ernährungsbedarf des Andalusiers: Lebensphase, Körperkondition und Energie
Der Energiebedarf des Andalusiers ist moderat – und lebt von einer entscheidenden Eigenschaft: dem effizienten Stoffwechsel. Wer das berücksichtigt, schützt das Pferd vor den häufigsten ernährungsbedingten Problemen der Rasse.
Erhaltungsbedarf
Ein erwachsener Andalusier mit rund 500 kg Körpergewicht hat einen Erhaltungsbedarf, der bei angemessener Haltung (täglicher Auslauf, moderate Bewegung) vollständig durch qualitativ hochwertiges Raufutter gedeckt werden kann. Kraftfutter ist in dieser Situation nicht notwendig und kann bei unkontrollierter Gabe rasch zur Überversorgung führen.
Leistungsbedarf
Bei regelmäßiger Dressurarbeit, Turniervorbereitung oder intensiver Ausbildung steigt der Energiebedarf. Hier kann eine vorsichtige Ergänzung mit energiedichtem Futter (z. B. Heucobs, Luzernepellets, begrenzter Hafer) sinnvoll sein – stets in kleinen, häufigen Mahlzeiten und angepasst an die tatsächliche Arbeitsleistung.
Konditionsindex (Body Condition Score)
Der BCS nach Henneke (Skala 1–9) ist das wichtigste Werkzeug zur regelmäßigen Beurteilung des Ernährungszustands. Für den Andalusier wird ein BCS von 4–5 (leicht bis moderat bedeckte Rippen, definierte Hüfte ohne Überpolsterung) angestrebt. Ein BCS über 6 erhöht das Hufrehe-Risiko deutlich und begünstigt Lipombildung im Alter.
Lebensphase: Fohlen und Jungpferd
In den ersten Lebensmonaten ist Muttermilch die alleinige Nahrungsquelle. Ab der 3. bis 4. Lebenswoche beginnen Fohlen mit dem Erkunden von Heu. Nach dem Absetzen (typischerweise 5.–7. Lebensmonat) ist eine Aufzucht-Mineralstoffversorgung mit angepasstem Kalzium-Phosphor-Verhältnis sowie ausreichend Kupfer und Zink sinnvoll. Achtung: Übermäßige Kraftfuttergaben beschleunigen das Wachstum und erhöhen das OCD-Risiko beim PRE nachweislich.
Lebensphase: Senior ab 18 Jahren
Ältere Andalusier zeigen häufig Zahnverschleiß, der die Heuaufnahme erschwert. Ab dem 18. Lebensjahr sind halbjährliche Zahnkontrollen sinnvoll. Heu kann durch eingeweichte Heucobs, Heumash oder Seniorpellets ergänzt werden, um eine ausreichende Trockenmasse-Aufnahme sicherzustellen. Der Proteinbedarf älterer Pferde steigt leicht an – hochwertiges Grobfutter (z. B. Luzerne-Anteil) kann unterstützen. Alle Änderungen sollten schrittweise erfolgen.
Futter für den Andalusier: Raufutter als Fundament, Kraftfutter als Ausnahme
Die Ernährung des Andalusiers folgt dem Grundprinzip aller Pferde – aber mit einem klaren rassespezifischen Schwerpunkt: Raufutter dominiert, Kraftfutter wird sehr zurückhaltend eingesetzt.
Raufutter: Heu, Heulage und Weide
Hochwertiges Wiesenheu bildet die Basis jeder Andalusier-Ration. Empfehlenswert ist strukturreiches, nicht zu früh geschnittenes Heu mit einem niedrigen Gehalt an wasserlöslichen Kohlenhydraten (WSC unter 10 %) und einem moderaten Rohproteingehalt von rund 8–12 %. Energiereiches Ackergras-Heu oder frühgeschnittenes Intensivheu ist für den genügsamen PRE in der Regel zu kalorienreich.
Wichtig: Heu sollte möglichst kontinuierlich angeboten werden – lange Fresspausen über 4 Stunden erhöhen das Magengeschwür-Risiko und fördern Unruhe. Heunetze mit kleiner Maschenweite verlangsamen die Futteraufnahme und verlängern die Fresszeit, was dem natürlichen Dauerfresser-Prinzip entgegenkommt.
Bei staubbehaftetem Heu – insbesondere bei Pferden mit Atemwegsproblemen – ist bedampftes oder eingeweichtes Heu eine sinnvolle Alternative.
Weide ist für Andalusier ambivalent: Frisches Gras im Frühjahr und nach Regenphasen enthält hohe Zuckermengen (Fruktane), die bei empfindlichen Tieren Hufrehe auslösen können. Ein schrittweises Anweiden, kurze Weidezeiten zu Beginn der Saison und das Vermeiden von Weidegängen bei Frost-Tau-Wechsel sind empfehlenswerte Vorsichtsmaßnahmen.
Kraftfutter: Hafer, Gerste, Müsli
Für den moderat arbeitenden Andalusier ist Kraftfutter in der Regel nicht notwendig. Wenn es eingesetzt wird – etwa bei intensiver Dressurarbeit oder Turniersport –, dann in kleinen Mengen, aufgeteilt auf mehrere Mahlzeiten, und immer erst nach der Raufutter-Gabe. Stärke- und zuckerreiche Kraftfutter (z. B. süße Müslis, Melassezusätze) sollten für den PRE konsequent vermieden werden. Energie kann alternativ über Fette (Leinöl, Sonnenblumenöl) zugeführt werden, die den Blutzucker weniger stark beeinflussen.
Mineralfutter
Ein bedarfsgerecht ausgewähltes Mineralfutter ist für den Andalusier Pflicht – Raufutter allein deckt den Mineralstoffbedarf selten vollständig. Besonders Selen, Kupfer, Zink und Jod sind in vielen deutschen Böden und damit im heimischen Heu unterrepräsentiert. In der Aufzuchtphase ist ein speziell auf Jungpferde abgestimmtes Mineralfutter mit angepasstem Kalzium-Phosphor-Verhältnis sinnvoll.
Nahrungsergänzung für den Andalusier: Gezielte Ergänzung statt pauschale Supplementierung
Nahrungsergänzung beim Andalusier sollte immer bedarfsorientiert und – wo medizinisch relevant – in Abstimmung mit einem Tierarzt oder einer Ernährungsfachkraft erfolgen. Pauschale Supplementierungsempfehlungen ohne vorherige Analyse der Grundration können zu Überversorgung führen, die ebenso schädlich ist wie Mangelzustände.
Mineralstoffversorgung als Grundlage
Vor jeder gezielten Ergänzung steht die Analyse des eingesetzten Heus (Heu-Analyse durch ein Fachlabor). Erst auf Basis dieser Daten lässt sich ein sinnvolles Mineralfutter auswählen, das tatsächliche Lücken schließt. Besonders relevant beim Andalusier:
- Selen: In vielen mitteleuropäischen Regionen selenmangelhaft; Selen ist essenziell für Muskulatur und Immunfunktion. Achtung: Selen hat eine enge therapeutische Breite – Überdosierung ist gefährlich.
- Kupfer und Zink: Wichtig für Huf-, Haut- und Knorpelgesundheit; in der Aufzucht des PRE besonders relevant (OCD-Prävention).
- Vitamin E: Als natürliches Antioxidans wird Vitamin E bei älteren Schimmeln diskutiert, da antioxidative Mechanismen möglicherweise das Tumorwachstum bei Melanomen beeinflussen könnten – der Zusammenhang ist noch nicht abschließend belegt und sollte nicht als Therapie missverstanden werden.
Elektrolyte bei Sommerhitze und intensiver Arbeit
Der Andalusier stammt aus einem heißen Klima und verliert bei Schweiß dennoch Elektrolyte. Bei intensiver Arbeit im Sommer kann eine vorsichtige Elektrolyt-Ergänzung (Natrium, Chlorid, Kalium) sinnvoll sein – dosiert nach tatsächlichem Schweißverlust, nicht pauschal. Frisches Wasser muss dabei stets unbegrenzt zur Verfügung stehen; Lecksalz (Salzleckstein) bietet eine niedrigschwellige Ergänzungsmöglichkeit.
Gelenkergänzung im Alter
Für ältere Andalusier mit beginnenden Gelenk- und Arthrose-Problemen – insbesondere nach langer Dressurarbeit – werden verschiedene Präparate auf Basis von Hyaluronsäure, Omega-3-Fettsäuren oder Teufelskralle diskutiert. Die Evidenzlage für diese Mittel beim Pferd ist begrenzt; die Anwendung sollte stets in Rücksprache mit dem Tierarzt erfolgen.
Darmgesundheit und Prä-/Probiotika
Bei stressigen Lebensphasen (Turniersaison, Transport, Futterwechsel) oder nach Antibiotikagabe kann die vorübergehende Unterstützung der Darmflora sinnvoll sein. Auch hier gilt: Im Einzelfall mit dem Tierarzt abklären.
Fütterungsmanagement für den Andalusier: Rhythmus, Heu-Qualität und Wasserversorgung
Die beste Futterauswahl nützt wenig, wenn das Fütterungsmanagement nicht stimmt. Für den Andalusier sind Kontinuität, Heu-Qualität und konsequentes Gewichtsmanagement die drei entscheidenden Stellschrauben.
Heu-Qualität und -Menge
Die Heu-Qualität ist beim genügsamen PRE besonders wichtig: Strukturreiches, spät geschnittenes Wiesenheu mit niedrigem Zuckergehalt (WSC idealerweise unter 10 %) und kontrolliertem Rohproteingehalt ist zu bevorzugen. Eine Heu-Analyse aus dem Fachlabor liefert die Datenbasis für eine fundierte Rationsgestaltung – insbesondere bei Tieren mit erhöhtem Hufrehe-Risiko. Die Tagesmenge sollte mindestens 1,5 % des Körpergewichts in Trockenmasse betragen; bei sehr gutem Heu kann die Menge bei Bedarf leicht reduziert, sollte aber nie dauerhaft unter diesen Richtwert fallen.
Fütterungsrhythmus und Fresspausen
Lange Fresspausen – mehr als 4 Stunden ohne Raufutter – sind beim Pferd generell schädlich und erhöhen das Risiko für Magengeschwüre sowie Koliken. Für den sensiblen Andalusier gilt das in besonderem Maß. Empfehlenswert ist eine Verteilung auf mindestens 3 Heu-Gaben täglich oder – noch besser – die dauerhafte Verfügbarkeit über Heunetze oder ad-libitum-Heuraufen. Kraftfutter sollte stets nach der Raufutter-Gabe angeboten und auf mehrere kleine Portionen verteilt werden.
Weide- und Anweidemanagement
Das Anweiden im Frühjahr sollte sehr schrittweise erfolgen: Beginn mit 15–30 Minuten täglich, Steigerung über mehrere Wochen. Üppige Weiden mit hohem Fruktan-Anteil sind für den metabolisch effizienten PRE ein Hufrehe-Risiko, besonders nach der Winterpause. Ergänzend kann ein Weidemaulkorb sinnvoll sein, wenn der Weidegang aus Managementgründen nicht individuell dosiert werden kann.
Wasserversorgung
Sauberes, frisches Wasser muss für den Andalusier jederzeit und unbegrenzt zugänglich sein – mindestens 20–50 Liter pro Tag, bei Hitze und intensiver Arbeit deutlich mehr. Verschmutzte Tränken oder eingefrorene Wasserstellen im Winter sind häufig unterschätzte Kolikrisiken. Automatiktränken sollten regelmäßig auf Funktion und Sauberkeit geprüft werden.
Abrupte Futterwechsel vermeiden
Jeder Futterwechsel – ob neues Heu, neue Kraftfutter-Charge oder Weideübergang – sollte über mindestens 7–14 Tage schrittweise erfolgen. Der Pansen und die Darmflora des Pferdes benötigen Zeit, um sich an neue Substrat-Zusammensetzungen anzupassen.
Quellen
- [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
- [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
- [3]Studie: Melanoma (Grey Horse)study
- [4]Studie: Osteochondrose (Osteochondritis Dissecans)study
- [5]Studie: Rezidivierende Augenentzündung des Pferdesstudy
- [6]Wikipedia: Andalusierwikipedia
- [7]▷ Andalusier Pferderasse | Pferderassen-Lexikon | HorseDealweb
- [8]Pferdefütterung 🐴 Infos & Tipps für Andalusier & Lusitanos #purarazaespañola #psl #pre #barockpferdweb
- [9]Pferde rassenspezifisch füttern - Pavoweb
- [10]Wie alt werden Pferde: Rassen und Krankheitenweb
- [11]Welchen Einfluss hat die Ernährung auf die Gesundheit meines ...web
Hinweis
Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.
Fragen zur Ernährung & Haltung
futter.de-Redaktion. KI-gestützt erstellt aus unserer geprüften Datenbasis, redaktionell kuratiert.
Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.
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