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Hundefutter für Neufundländer: Taurin & Gelenke

Spezielles Hundefutter für Neufundländer mit optimiertem Tauringehalt und Gelenkschutz. Ideal für große Wasserhunde bis 68 kg.

Größe
66–71 cm
Gewicht
54–68 kg
Lebenserwartung
9–10 Jahre
Herkunft
Kanada
FCI-Gruppe
Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde
Illustration: Hundefutter für Neufundländer: Taurin & Gelenke

Neufundländer auf einen Blick: Rasse, Größe und Ernährungs-Besonderheiten

Der Neufundländer gehört zu den wenigen Riesenrassen, die Sanftheit und echte Arbeitsmotivation in sich vereinen. Mit einem Gewicht zwischen 54 und 68 kg und einer Schulterhöhe von 66 bis 71 cm bewegt er sich klar in der Kategorie „Riesenrasse“ (FCI-Gruppe 2, Sektion Molossoide) – und genau diese Körpermasse ist der entscheidende Ausgangspunkt für alle Ernährungsentscheidungen.

Was den Neufundländer ernährungsphysiologisch besonders macht, ist die Kombination aus drei Faktoren: verlangsamtem massenspezifischen Stoffwechsel (Riesenrassen haben einen niedrigeren Energieumsatz pro Kilogramm Körpermasse als kleinere Hunde), bekannten Gelenkdispositionen (Hüft- und Ellbogendysplasie, Osteochondrosis dissecans, Kreuzbandriss) und kardiologischen sowie renalen Besonderheiten (dilatative Kardiomyopathie, Cystin-Urolithiasis). Das Futter muss all diese Aspekte gleichzeitig berücksichtigen.

Hinzu kommt eine kritische Wachstumsphase: Neufundländer-Welpen wachsen langsam und entwickeln ihr Skelett bis zum 18. Lebensmonat. In dieser Zeit ist eine exakte Kalzium- und Phosphorkontrolle im Futter wichtiger als bei fast jeder anderen Rasse – zu hohe Mineralstoffgehalte können Skelettentwicklungsstörungen begünstigen. Diese Seite beleuchtet, worauf es beim Futter für den Neufundländer wirklich ankommt.

Größe und Statur des Neufundländers

So groß wird ein NewfoundlandSchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmNewfoundlandSchulterhöhe 71 cmca. 71 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Der Neufundländer ist eine der schwersten Rassen Europas. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 71 cm bei einem Idealgewicht von bis zu 68 kg; Hündinnen sind mit 66 cm und rund 54–63 kg etwas leichter, aber ebenfalls klar im Riesenrassen-Bereich angesiedelt. Zum Vergleich: Ein Labrador Retriever wiegt 25–36 kg, ein Berner Sennenhund 35–55 kg – der Neufundländer übertrifft beide deutlich.

Diese Masse hat direkte Konsequenzen für die Futterwahl. Riesenrassen haben einen geringeren Energiebedarf pro Kilogramm Körpergewicht als mittelgroße Hunde – Expertenkonsens und Studiendaten legen für Neufundländer einen Reduktionsfaktor von etwa 0,9 auf den rechnerischen Grundumsatz nahe. In der Praxis bedeutet das: Ein ausgewachsener Neufundländer braucht deutlich weniger Kalorien, als eine einfache Gewichtshochrechnung vermuten lässt.

Das wasserabweisende Doppelfell (Deckhaar mit Unterwolle) ist ein weiteres körperliches Merkmal, das die Ernährung beeinflusst: Es schützt zwar vor Kälte und Nässe, führt aber bei Hitze zu starker Wärmebelastung. Hitzestress erhöht den Flüssigkeitsbedarf und kann die Futteraufnahme reduzieren – Nassfutter oder Wasserbeimischung kann in solchen Phasen sinnvoll sein.

Wesen und Charakter des Neufundländers

Der FCI-Standard beschreibt den Neufundländer als Hund, der in seiner Erscheinung Wohlwollen und Milde ausdrückt – majestätisch, fröhlich und unternehmungslustig, bekannt für Liebenswürdigkeit und Gelassenheit. Diese Charakterbeschreibung ist keine Romantisierung, sondern lässt sich in konkretem Verhalten beobachten: Die Rasse neigt kaum zu Dominanzaggressivität, begegnet Fremden mit ruhiger Neugier und gehört zu den lautstärkearmen Riesenrassen.

Für die Ernährung ist das Wesen auf zwei Wegen relevant. Erstens: Der Neufundländer ist kein hyperaktiver Antriebstyp – er bewegt sich lieber ausdauernd als explosiv. Diese moderate, gleichmäßige Aktivität spiegelt sich im Kalorienbedarf wider: kein erhöhter Leistungsbedarf, aber auch kein Sofa-Tier, das fast nichts verbraucht. Rund 1,8 Stunden Bewegung täglich gelten als Richtwert, verteilt auf zwei bis drei Einheiten.

Zweitens: Neufundländer sind familienbezogene Hunde mit ausgeprägtem Sozialbedarf. Stress durch Isolation, Langeweile oder Veränderungen im Haushalt kann sich in verändertem Fressverhalten äußern – sowohl in Appetitverlust als auch in kompensatorischem Fressen. Stabile Fütterungszeiten und -routinen unterstützen das Wohlbefinden dieser Hunde spürbar.

Herkunft des Neufundländers und Bedeutung für die heutige Ernährung

Die Rasse entwickelte sich über Jahrhunderte auf der kanadischen Atlantikinsel Neufundland als unverzichtbarer Arbeitshund für Fischer und Seefahrer. Kanadische Fischer verließen sich auf den Neufundländer als Rettungshund im Wasser: Die Rasse ist mit teilweise verwachsenen Zehen für das Schwimmen optimiert und stark genug, um einen Erwachsenen aus dem Wasser zu ziehen. Diese Herkunft als ausdauernder Arbeitshund in einem kalten, feuchten Klima prägte einen Organismus, der für Effizienz ausgelegt ist – nicht für Hochleistung auf Abruf.

Die frühen Beschreibungen der Rasse durch den englischen Naturforscher Joseph Banks (1766) belegen große, dichtbehaarte Arbeitshunde, die Fischernetze aus dem Wasser zogen und Lasten zwischen Schiff und Küste beförderten. Diese Tiere lebten von dem, was die Fischerei hergab – eiweißreiche Kost, oft fischbasiert, ohne systematische Rationsplanung.

Für die heutige Ernährung ist diese Herkunft in zweierlei Hinsicht relevant: Erstens verträgt der Neufundländer fischbasierte Futterquellen in der Regel gut – Lachs und andere marine Rohstoffe sind als Hauptzutaten geeignet und liefern gleichzeitig die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die für die bei dieser Rasse besonders wichtige Gelenkgesundheit relevant sind. Zweitens ist der Neufundländer auf ein kühles Klima ausgelegt; Futtermengen und Energiebedarf verändern sich saisonal, wenn hohe Temperaturen die Aktivität einschränken.

Pflege des Neufundländers und Bezug zur Ernährung

Das Fell des Neufundländers ist ein Zweischichtsystem: wasserabweisendes Stockhaar als Deckhaar, kombiniert mit weicher, dichter Unterwolle. Diese Struktur erfordert mindestens zwei- bis dreimal wöchentliches Bürsten; in den Fellwechselphasen im Frühjahr und Herbst täglich. Für die Ernährung bedeutet das: Zink, Biotin und essenzielle Fettsäuren sind wichtige Nährstoffe für Fell- und Hautgesundheit; ein Futter, das diese Mikronährstoffe in ausreichender Menge enthält (FEDIAF empfiehlt für adulte Hunde mindestens 18 mg Zink pro 1000 kcal ME), unterstützt die Fellqualität von innen.

Ein weiterer pflegerelevanter Aspekt ist die Anfälligkeit für Hitzestress. Die dichte Unterwolle lässt sich im Sommer nicht vollständig ablegen; hohe Außentemperaturen belasten den Neufundländer stark. In Hitzeperioden sinkt die Futteraufnahme häufig – das ist physiologisch normal. Futter sollte dann nicht erzwungen werden; wichtiger ist ausreichende Wasserversorgung.

Auch die Zahn- und Maulhygiene verdient Beachtung: Wie bei allen großen Rassen können Zahnbelag und Zahnstein entstehen. Kauhygiene-Artikel oder spezielle Futterkonsistenzen, die die mechanische Reinigung unterstützen, können ergänzend sinnvoll sein – im Einzelfall mit der tierärztlichen Praxis besprechen.

Gesundheit des Neufundländers: rassetypische Erkrankungen und Ernährungsrelevanz

Der Neufundländer hat eine für Riesenrassen typische Lebenserwartung von 9–10 Jahren. Das Gesundheitsprofil der Rasse ist gut dokumentiert und umfasst mehrere Dispositionen, die direkte Ernährungskonsequenzen haben.

Bewegungsapparat: Hüft- und Ellbogendysplasie, OCD, Kreuzband

Hüftdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) sind in der Neufundländer-Population gut dokumentiert. Hinzu kommen Osteochondrosis dissecans (OCD), bei der Knorpelgewebe in Gelenken geschädigt wird, sowie eine multifaktorielle Prädisposition für Kreuzbandrisse. All diese Erkrankungen werden durch Übergewicht erheblich verschlechtert: Bereits eine moderate Gewichtsreduktion bei betroffenen Hunden verbessert klinische Lahmheitssymptome nachweislich. Gewichtskontrolle ist damit eine der wirksamsten nicht-pharmakologischen Maßnahmen.

Dilatative Kardiomyopathie (DCM)

Die dilatative Kardiomyopathie ist eine der schwerwiegendsten Rasseprädispositionen: Das Herz vergrößert sich, verliert Pumpkraft und kann zu Herzversagen führen. Die Prädisposition beim Neufundländer ist klinisch anerkannt. Jährliche Herzauskultationen ab dem zweiten Lebensjahr gelten als Vorsorge-Empfehlung. Im Ernährungskontext wird der Aminosäure Taurin Beachtung geschenkt, da ein Zusammenhang zwischen Taurinmangel und DCM bei bestimmten Rassen diskutiert wird – dies sollte im Einzelfall mit dem Tierarzt besprochen werden.

Cystin-Urolithiasis

Der Neufundländer trägt eine autosomal-rezessiv vererbte Mutation im Gen SLC3A1, die zu erhöhter Cystinausscheidung über den Urin und damit zu Blasensteinen aus Cystin führen kann. Diätetisch relevant: Methionin als Vorläufer von Cystin sollte im Futter nicht übermäßig hoch sein; ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist essenziell.

Weitere Dispositionen

Belegt sind außerdem kongenitales idiopathisches Megaösophagus (Speiseröhrenerweiterung, Evidenzgrad B), Myoklonus-Epilepsie vom Lafora-Typ, Hämophilie B (X-chromosomal-rezessiv), subvalvuläre Aortenstenose sowie primäre Zilienfehlbildung. Für Hunde mit Megaösophagus ist die Futterkonsistenz und -haltung beim Fressen besonders kritisch – hier ist zwingend tierärztliche Begleitung erforderlich.

Ernährung und Nährstoffbedarf des Neufundländers

Der Energiebedarf des Neufundländers folgt keiner einfachen Gewichtshochrechnung. Riesenrassen haben einen geringeren massenspezifischen Grundumsatz als der NRC-Standardhund, und für den Neufundländer legt der Expertenkonsens einen Reduktionsfaktor von etwa 0,9 nahe. Das bedeutet: Ein 60-kg-Neufundländer benötigt weniger Kalorien, als eine schlichte Formel „Körpergewicht × Standardfaktor“ ergäbe. Übergewicht ist bei dieser Rasse die häufigste ernährungsbedingte Risikokonstellation und direkt mit Gelenkverschleiß verknüpft.

Protein

Für adulte Hunde empfiehlt der NRC einen Mindestbedarf von 20 g Protein pro 1000 kcal ME, mit einem empfohlenen Richtwert von 25 g/1000 kcal ME. Für den Neufundländer im Normalzustand ist ein moderater Proteingehalt im Futter sinnvoll – ausreichend für den Muskelerhalt, aber nicht exzessiv hoch. Bei bekannter Cystin-Urolithiasis kann eine diätetische Proteinreduktion (und Methioninlimitierung auf ≤ 1,5 g/1000 kcal) sinnvoll sein; dies ist eine Maßnahme, die mit dem Tierarzt abgestimmt werden sollte.

Fett und Energie

FEDIAF empfiehlt für adulte Hunde mindestens 13,75 g Fett pro 1000 kcal ME. Für den Neufundländer bei normaler Aktivität ist ein moderater Fettgehalt (orientierend 10–14 % der Trockenmasse) geeignet. Bei Übergewicht oder Arthrosemanagement ist eine Energierestriktion die wirksamste diätetische Maßnahme; parallel kann ein höherer Rohfaseranteil (mindestens 4 % der Trockenmasse) die Sättigung bei reduzierter Kalorienzufuhr unterstützen.

Kalzium und Phosphor beim Welpen – kritisch

Die wichtigste Einzelmaßnahme in der Welpenernährung des Neufundländers ist die strikte Einhaltung der Kalzium-Obergrenze. Peer-reviewte Studiendaten (Hazewinkel et al. sowie NRC 2006) zeigen, dass überhöhte Kalziumzufuhr bei Riesenwelpen Skelettentwicklungsstörungen (DOD, Osteochondrose) auslösen kann. Der empfohlene Richtwert liegt bei maximal 1 % Kalzium in der Trockenmasse; entsprechend ist ausschließlich Welpenfutter für Riesen- oder Großrassen geeignet, kein universelles Welpenallrounder-Futter. Diese Maßnahme beginnt ab dem Abgabezeitpunkt (ca. Woche 8) und sollte bis mindestens zum 18. Lebensmonat beibehalten werden.

Wasseraufnahme

Bei Cystin-Neigung ist eine hohe Wasseraufnahme essenziell, um die Cystinkonzentration im Urin zu verdünnen. Ein spezifisches Uringewicht unter 1,020 gilt als Ziel. Nassfutter oder Wasserzusatz zum Trockenfutter kann hier sinnvoll sein.

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Trockenfutter, Nassfutter oder BARF – welches Futter für den Neufundländer?

Alle gängigen Futterformen – Trockenfutter, Nassfutter, BARF (Rohfütterung) und Kombikost – können für den Neufundländer grundsätzlich geeignet sein, wenn sie vollständig und bedarfsdeckend formuliert sind. Die rasse-spezifischen Dispositionen geben jedoch konkrete Hinweise, welche Futterart in welcher Situation Vorteile bietet.

Trockenfutter

Für die meisten Neufundländer-Halter ist gut formuliertes Trockenfutter aus dem Segment „Riesenrasse“ oder „Large/Giant Breed“ der praktikabelste Ausgangspunkt. Voraussetzung: Das Futter muss die Kalzium-Phosphor-Kontrolle für Riesenwelpen sicherstellen – erkennbar am Hinweis „für Großrassen-Welpen“ und an einem Kalziumgehalt, der den Richtwert von maximal 1 % Trockenmasse nicht überschreitet. Bei Verdacht auf Cystin-Urolithiasis sollte der Natriumgehalt des Futters beachtet werden (Richtziel < 0,3 % Trockenmasse). Trockenfutter hat bei dieser Rasse den Nachteil, dass es die Wasseraufnahme nicht fördert – bei cystinurie-prädisponierten Tieren ein relevanter Punkt.

Nassfutter

Nassfutter hat beim Neufundländer zwei Vorteile: Es erhöht die Flüssigkeitszufuhr (relevant bei Cystin-Urolithiasis), und es ist bei Hunden mit Megaösophagus oder Schluckbeschwerden oft besser tolerierbar. Nachteil ist der höhere Preis bei einer Rasse dieser Größe – ein ausgewachsener Neufundländer benötigt erhebliche Tagesmengen. Kombikost (Trocken- und Nassfutter gemischt) ist eine pragmatische Lösung, sofern die Gesamtkalorien korrekt kalkuliert werden.

BARF (Rohfütterung)

BARF ist für den Neufundländer grundsätzlich möglich, erfordert aber erhöhte Sorgfalt. Kritische Punkte:

  • Kalzium-Phosphor-Balance beim Welpen: Knochenanteile müssen exakt dosiert sein; ein zu hoher Knochenanteil führt zu Kalziumüberschuss – in der Wachstumsphase besonders riskant.
  • Taurin-Versorgung: Bei Rohfütterung kann Taurin unterversorgt sein; bei DCM-prädisponierten Rassen wie dem Neufundländer sollte die Taurinversorgung regelmäßig mit dem Tierarzt geprüft werden.
  • Hygiene und Vollständigkeit: Rohfütterung ohne ernährungsberaterische Begleitung birgt das Risiko von Nährstofflücken oder -überschüssen. Eine Begleitung durch einen qualifizierten Tierernährungsberater oder Tierarzt mit Ernährungskompetenz wird empfohlen.

Vegane oder vegetarische Fütterung ist für den Neufundländer als karnivoren Allesfresser nur unter sehr sorgfältiger Nährstoffplanung und tierärztlicher/ernährungsberaterischer Begleitung vertretbar – die Bedarfsdeckung für alle essenziellen Aminosäuren, Vitamin B12 und Taurin muss sichergestellt sein.

Nahrungsergänzung für den Neufundländer: was sinnvoll sein kann

Nahrungsergänzungsmittel sind beim Neufundländer kein Universalmittel, aber bestimmte Substanzen werden im Zusammenhang mit den bekannten Rasseprädispositionen wissenschaftlich diskutiert. Keine der folgenden Überlegungen ersetzt tierärztliche Beratung; konkrete Dosierungen und Präparatewahl sollten immer im Einzelfall abgestimmt werden.

Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA)

Marinen Omega-3-Fettsäuren (Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure) wird in mehreren kontrollierten Studien eine entzündungshemmende Wirkung auf Gelenkknorpel zugeschrieben – randomisierte Studien zeigen klinische Verbesserungen von Lahmheitssymptomen bei Hunden mit Osteoarthrose. Für einen Neufundländer mit Gelenk-Prädisposition (HD, ED, Arthrose) kann die Ergänzung mit einem hochwertigen Fischöl-Präparat sinnvoll sein. Die NRC-Empfehlung für EPA+DHA liegt beim adulten Hund bei 0,11 g/1000 kcal ME; bei gelenktherapeutischem Einsatz werden höhere Mengen diskutiert – dies ist mit dem Tierarzt abzustimmen.

Vitamin E

Vitamin E schützt als fettlösliches Antioxidans Synovialzellen und Knorpelgewebe vor oxidativem Stress. Bei gleichzeitiger Omega-3-Ergänzung erhöht sich der Vitamin-E-Bedarf, da mehrfach ungesättigte Fettsäuren die Lipidperoxidation fördern. FEDIAF empfiehlt für adulte Hunde mindestens 9 IE Vitamin E pro 1000 kcal ME; bei hoch dosierter Omega-3-Ergänzung kann im Einzelfall ein höherer Bedarf bestehen.

Taurin

Bei Neufundländern mit DCM-Risiko oder bei Rohfütterung, die möglicherweise keine ausreichende Taurinversorgung gewährleistet, kann eine Taurin-Supplementierung im Gespräch mit dem Tierarzt sinnvoll sein. Die Evidenz für taurinbedingtes DCM bei dieser Rasse ist noch nicht abschließend geklärt; die Prüfung des Taurinspiegels im Blutserum ist eine mögliche diagnostische Maßnahme.

Diätetische Maßnahmen bei Cystin-Urolithiasis

Bei genetisch bestätigter oder klinisch nachgewiesener Cystin-Urolithiasis (Mutation SLC3A1) sind diätetische Anpassungen ein anerkannter Bestandteil der Begleittherapie: reduzierter Methioningehalt im Futter (Methionin ist der Vorläufer von Cystin), Natriumreduktion, erhöhte Wasseraufnahme und ggf. Harnalkalinisierung. Diese Maßnahmen sind ausnahmslos mit dem behandelnden Tierarzt abzustimmen.

Gelenkergänzung (Glucosamin/Chondroitin)

Glucosamin und Chondroitinsulfat werden häufig bei Hunden mit Gelenkproblematik eingesetzt. Die Evidenzlage ist weniger eindeutig als bei marinen Omega-3-Fettsäuren; einige Studien zeigen mäßige positive Effekte auf Knorpelgesundheit. Als adjuvante Maßnahme bei Neufundländern ab dem fünften Lebensjahr oder bei nachgewiesener Arthrose wird der Einsatz gelegentlich empfohlen – immer in Rücksprache mit dem Tierarzt.

Passendes Futter für den Neufundländer finden

Die Suche nach dem richtigen Futter für einen Neufundländer ist anspruchsvoll: Die Rasse braucht ein Produkt, das die Kalziumgrenzen für Riesenwelpen einhält, bei Erwachsenen eine moderate Energiedichte bietet, bei Cystin-Disposition den Natriumgehalt und die Methioninmenge im Blick behält und gleichzeitig hochwertige Proteinquellen sowie ausreichend marine Fettsäuren enthält.

Der Futterfilter auf futter.de ermöglicht es, Produkte gezielt nach Größenklasse (Giant Breed), Lebensphase (Welpe/Adult/Senior), Kalziumgehalt und weiteren Nährwertparametern zu filtern – ohne Verkaufsdruck und produktneutral auf Basis von Nährwertdeklarationen. Besonders für eine Rasse mit diesem Anforderungsprofil ist eine datengestützte Auswahl sinnvoller als eine Entscheidung allein nach Verpackungsversprechen.

Hinweis: Die Futterauswahl ersetzt keine tierärztliche Ernährungsberatung, insbesondere nicht bei bestehenden Erkrankungen (Arthrose, Cystinurie, DCM, Megaösophagus). Bei diesen Diagnosen sollte die Diät individuell mit dem Tierarzt oder einer tierärztlichen Ernährungsfachkraft geplant werden.

Quellen

  1. [1]FCI-Rassestandard CHIEN DE TERRE-NEUVEfci_standard
  2. [2]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  3. [3]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  4. [4]Studie: Cystine urolithiasisstudy
  5. [5]Studie: Canine degenerative myelopathy, hereditary canine spinal muscular atrophystudy
  6. [6]Studie: Haemophilia Bstudy
  7. [7]Studie: Congenital idiopathic megaesophagusstudy
  8. [8]Studie: Myoclonus epilepsy of Laforastudy
  9. [9]Studie: Osteochondritis dissecansstudy
  10. [10]Studie: Primäre Zilienfehlbildungstudy
  11. [11]Studie: Ruptur des vorderen Kreuzbandes; CCL-Erkrankung; Kreuzbanderkrankungstudy
  12. [12]Studie: Subaortic stenosisstudy
  13. [13]Studie zu calcium (puppy_kitten)study
  14. [14]Typische Rassekrankheiten beim Hund - [GEO]web
  15. [15]Futter erwachsener Hund: Ratgeber zur richtigen Ernährungweb
  16. [16]Grundlagen zur Fütterung des Hundes - Dr. Weyrauchweb

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Häufige Fragen

Fragen zur Ernährung & Haltung

Autor

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Fachliche Prüfung

Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

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