Hundefutter für Hovawart: Schilddrüse
Hundefutter für Hovawart mit optimaler Energiedichte und Jodversorgung. Unterstützt die Schilddrüsengesundheit bei genetischer Neigung.
- Größe
- 58–70 cm
- Gewicht
- 29–41 kg
- Lebenserwartung
- 10–14 Jahre
- Herkunft
- Deutschland
- FCI-Gruppe
- Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde

Hovawart: Das Wichtigste auf einen Blick
Der Hovawart vereint in einem Körper, was selten zusammenkommt: die Körpermasse eines Molossoiden, den Bewegungsdrang eines Arbeitshundes und eine hormonelle Prädisposition, die den Energiestoffwechsel direkt beeinflusst. Wer Futter für einen Hovawart wählt, hat es also nicht mit einem „normalen Großhund“ zu tun, sondern mit einer Rasse, bei der Übergewicht, Schilddrüsenunterfunktion und Gelenkgesundheit in einem direkten Zusammenhang stehen können.
Die drei zentralen Ernährungsthemen beim Hovawart sind:
- Gewichtsmanagement: Die dokumentierte Hypothyreose-Neigung verlangsamt den Grundumsatz und begünstigt Adipositas – kalorische Dichte und Fettgehalt im Futter sind daher kritische Parameter.
- Gelenkschutz: Als Großrasse mit 29–41 kg Körpermasse sind Hüft- und Ellbogengelenksdysplasie (HD/ED) relevante Wachstumsrisiken; das Kalzium-Phosphor-Verhältnis im Welpenfutter ist nicht verhandelbar.
- Nährstoffbilanz bei Rohfütterung: BARF ist grundsätzlich möglich, setzt aber bei dieser Rasse besonderes Augenmerk auf Jodversorgung und Fettgehalt voraus.
Für den aktiven, gesunden Hovawart ohne Schilddrüsenprobleme gilt ein hoher Proteinbedarf (orientierend 25–30 % Trockenmasse) bei moderatem Fettgehalt. Sobald eine Hypothyreose diagnostiziert ist, verschieben sich diese Parameter erheblich – dann ist die enge Abstimmung mit einer tierärztlichen Ernährungsberatung unerlässlich.
Größe und Statur des Hovawarts
Der Hovawart ist gemäß FCI-Standard eine große, kräftig gebaute Rasse mit harmonischen Körperverhältnissen. Rüden erreichen eine Widerristhöhe von 63–70 cm, Hündinnen 58–65 cm; das Gewicht liegt im Bereich von 29–41 kg, wobei gut bemuskelte Rüden die obere Grenze regelmäßig ausschöpfen.
Diese Größenklasse hat unmittelbare Ernährungskonsequenzen: Als Hund über 25 kg Körpermasse gilt er nach FEDIAF-Systematik als Großrasse, für die spezifische Wachstumsnormen bei Kalzium und Phosphor gelten. Das Skelett wächst bis etwa zum 16.–18. Lebensmonat – in dieser Zeit ist kontrolliertes, nicht überschnelles Wachstum der entscheidende Faktor für langfristige Gelenkgesundheit.
Das lange, leicht gewellte Fell mit geringer Unterwolle täuscht über die tatsächliche Körperkonstitution hinweg: Beim Hovawart ist eine Body-Condition-Score-Beurteilung unter dem Fell zwingend, da Übergewicht optisch lange unsichtbar bleibt – ein relevanter Punkt angesichts der Hypothyreose-Prädisposition.
Wesen und Charakter
Der Hovawart ist ein selbstsicherer, ausgeglichener Hund mit ausgeprägtem Schutztrieb und einer engen Familienbindung. Der FCI-Standard beschreibt ihn als „von der Veranlagung her ausgeglichen und gutartig, mit Schutztrieb, Selbstsicherheit und Belastbarkeit, mittlerem Temperament und sehr guter Nasenveranlagung“.
Diese Wesensbeschreibung ist für die Ernährungspraxis relevanter, als sie zunächst erscheint: Ein Hund mit hohem Arbeitswillen und 2,4 Stunden täglichem Bewegungsbedarf hat einen signifikant anderen Energieumsatz als ein Hund derselben Größe mit wenig Aktivität. Hovawarts, die regelmäßig in der Rettungshundarbeit, beim Fährtensuchen oder in anderen sportlichen Disziplinen eingesetzt werden, können einen deutlich erhöhten Kalorienbedarf entwickeln.
Gleichzeitig neigt die Rasse – besonders in Phasen reduzierter Auslastung, bei Haltungsfehlern oder nach dem Eintritt der Geschlechtsreife – dazu, Aktivität zu reduzieren und Gewicht zuzunehmen. Die Futtermenge muss daher nicht einmalig festgelegt, sondern regelmäßig an den tatsächlichen Aktivitätslevel angepasst werden. Wer Futter für den Hovawart wählt, sollte auch das Temperament des individuellen Hundes im Blick haben.
Herkunft und Geschichte – was das für die Ernährung bedeutet
Der Name „Hovawart“ entstammt dem Mittelhochdeutschen: hova (Hof) und wart (Hüter/Wächter). Schriftliche Erwähnungen des Hofwächterhundes reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück; der Sachsenspiegel (um 1220–1235) führte ihn als schützenswertes Gut auf.
Der originale Hovawart-Typ verschwand im 19. und frühen 20. Jahrhundert fast vollständig, als der Hof als Wirtschaftsform an Bedeutung verlor. Die Wiederbegründung der Rasse begann in Deutschland in den 1920er-Jahren durch gezielte Einkreuzung ähnlich erscheinender Hofhunde; der Rassestandard wurde später beim FCI unter der Nummer 190 eingetragen.
Aus ernährungshistorischer Perspektive ist bedeutsam, dass der Hovawart als Hofhund über Jahrhunderte kein spezialisiertes Futter, sondern Küchenabfälle, Reste und gelegentlich Frischfleisch erhielt – eine gemischte, proteinbetonte Ernährung. Die moderne Rassenrekonstitution fußt auf robusten Landschlägen, nicht auf hochgezüchteten Speziallinien; das erklärt den vergleichsweise breiten Verdauungstrakt und die gute Verträglichkeit unterschiedlicher Proteinquellen, die Züchter und Tierärzte beim Hovawart beobachten. Trotzdem darf historische Robustheit nicht mit Immunität gegenüber ernährungsbedingten Fehlern verwechselt werden.
Fell, Pflege und der Einfluss auf die Ernährung
Das Fell des Hovawarts – lang, leicht gewellt, mit geringer Unterwolle – ist sein prägendstes äußeres Merkmal. Es wächst besonders dicht an Brust, Bauch, den Rückseiten der Läufe und der Rute. Für die Fellgesundheit sind zwei ernährungsrelevante Nährstoffe besonders wichtig: Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA) und Zink.
Ein Mangel an essenziellen Fettsäuren zeigt sich beim Hovawart durch stumpfes, brüchiges Fell, verstärkte Schuppen und erhöhte Verfilzungsneigung. Zink ist für die Integrität der Hautbarriere essenziell; nach FEDIAF 2025 liegt der Mindestgehalt für adulte Hunde bei 18 mg Zink pro 1.000 kcal Umsetzbare Energie. Ein hochwertiges Alleinfuttermittel deckt diesen Bedarf in der Regel ab – kritisch wird es bei langen BARF-Phasen ohne gezielte Mineralisierung.
Der Fellwechsel (Frühjahr und Herbst) ist beim Hovawart moderat, da die Unterwolle gering ausgeprägt ist. Dennoch steigt in dieser Phase der Nährstoffbedarf für Haut und Fell kurzzeitig an. Bürstintervalle von 2–3 Mal pro Woche (im Fellwechsel täglich) helfen, die Durchblutung der Haut anzuregen und die Nährstoffverteilung im Haarfollikel zu unterstützen. Ein direkter Zusammenhang zwischen Hautproblemen und Hypothyreose ist belegt – Fellveränderungen können daher auch ein frühes Schilddrüsensignal sein, das tierärztlich abgeklärt werden sollte.
Gesundheit und rassetypische Erkrankungen beim Hovawart
Der Hovawart gilt innerhalb der Gebrauchshunderassen als vergleichsweise robust. Dennoch dokumentiert die OMIA-Datenbank drei genetisch relevante Erkrankungen, die für Haltung, Zucht und Ernährung bedeutsam sind.
Hämophilie B (Faktor-IX-Mangel)
Die Hämophilie B ist eine X-chromosomal rezessiv vererbte Blutgerinnungsstörung, die auf einem Defekt im F9-Gen beruht. Sie betrifft vorwiegend männliche Hovawarts. Aus ernährungsrelevanter Sicht sind keine spezifischen diätetischen Interventionen belegt; relevant ist jedoch, dass bei Verletzungen – auch durch rohes Fleisch mit spitzen Knochen – ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht. DNA-Tests zur Trägererkennung sind in der Hovawart-Zucht verfügbar.
Degenerative Myelopathie (DM) / Hereditäre spinale Muskelatrophie (HCSMA)
Beide Erkrankungen sind autosomal rezessiv und mit dem SOD1-Gen assoziiert. Die degenerative Myelopathie beginnt typischerweise mit Schwäche der Hinterhand und schreitet langsam fort. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht wird diskutiert, ob eine antioxidanzienreiche Ernährung (Vitamin E, Selen) den oxidativen Stress im Nervensystem modulieren kann – belastbare Nachweise für eine diätetische Verlangsamung des Krankheitsverlaufs fehlen bisher. Eine veterinärneurologische Begleitung ist bei Symptomen unerlässlich.
Hypothyreose
Die Hypothyreose ist beim Hovawart die ernährungsmedizinisch folgenreichste Erkrankung. Eine verminderte Schilddrüsenfunktion reduziert den Grundumsatz, begünstigt Gewichtszunahme, Hyperlipidämie (erhöhte Triglyzeride und Cholesterin) und Fellveränderungen. Die Erkrankung beginnt schleichend – häufig ab dem dritten Lebensjahr – und ist medikamentös gut behandelbar. Ernährungsanpassungen (reduzierte Energiedichte, weniger Fett, erhöhte Ballaststoffe) können die medikamentöse Therapie sinnvoll ergänzen, ersetzen sie jedoch nicht. Die Jodversorgung sollte im physiologischen Bereich bleiben: sowohl Jodmangel als auch exzessive Jodzufuhr können die Schilddrüsenfunktion negativ beeinflussen. Eine jährliche Schilddrüsenkontrolle (TSH, T4) wird für Hovawarts ab dem dritten Lebensjahr empfohlen.
Energiebedarf und Nährstoffbedarf des Hovawarts
Der Nährstoffbedarf des Hovawarts ergibt sich aus drei zusammenwirkenden Faktoren: Körpermasse (29–41 kg), Aktivitätslevel (ca. 2,4 Stunden täglich) und dem individuellen Hormonstatus – insbesondere ob eine Hypothyreose vorliegt oder nicht.
Energiebedarf des adulten Hovawarts
Für einen aktiven, gesunden Hovawart ohne Schilddrüsenpathologie liegt der geschätzte Erhaltungsbedarf nach NRC-Berechnungsgrundlagen bei einer für Hunde dieser Größe und Aktivität üblichen Spanne. Als Ausgangspunkt dient das metabolische Körpergewicht (MKG = KG^0,75). Bei Hypothyreose kann eine Energierestriktion auf orientierend 60–70 kcal pro kg metabolisches Körpergewicht indiziert sein – die konkrete Anpassung gehört in tierärztliche Hände.
Protein
Hochwertiges Protein aus tierischen Quellen (Fleisch, Fisch, Ei) sollte den Ernährungsmittelpunkt bilden. Der NRC-Mindestwert für adulte Hunde liegt bei 20 g Protein pro 1.000 kcal, der empfohlene Richtwert bei 25 g/1.000 kcal. Für einen aktiven Arbeitshund dieser Größe sind 25–30 % Trockenmasse-Anteil im Futter praxisgerecht. Bei gleichzeitiger Gewichtsreduktion (Hypothyreose) sollte der Proteingehalt bei mindestens 25 % Trockenmasse verbleiben, um Muskelmasse zu erhalten – übermäßige Zufuhr über 35 % Trockenmasse ist nicht erforderlich.
Fett
Fett liefert beim Ausdauerhund die wichtigste Energiereserve. FEDIAF 2025 definiert einen Mindestwert von 13,75 g Fett pro 1.000 kcal für adulte Hunde. Bei einem aktiven, gesunden Hovawart sind 12–18 % Fett in der Trockenmasse sinnvoll. Bei diagnostizierter Hypothyreose und begleitender Hyperlipidämie kann eine Reduktion auf ≤ 10 % Trockenmasse indiziert sein.
Kalzium und Phosphor – besonders kritisch beim Welpen
Als Großrasse unterliegt der Hovawart-Welpe spezifischen Kalziumnormen: NRC 2006 empfiehlt im Wachstum 3 g Kalzium pro 1.000 kcal als Richtwert, FEDIAF 2025 setzt das Minimum für das Wachstum bei 2,5 g/1.000 kcal. Die sichere Obergrenze liegt nach NRC bei 4,5 g/1.000 kcal – Überschreitungen begünstigen Osteochondrose und Gelenkverprobungen. Für adulte Hovawarts gilt ein NRC-Richtwert von 1 g Kalzium/1.000 kcal. Das Kalzium-Phosphor-Verhältnis sollte im Bereich von 1,2:1 bis 1,4:1 liegen.
Lebensphase
- Welpen (8 Wochen – ca. 12 Monate): Speziell für Großrassen-Welpen formuliertes Futter mit kontrolliertem Ca/P-Verhältnis und moderater Energiedichte. Vier Mahlzeiten täglich bis zur 12. Woche, dann schrittweise Reduktion.
- Junghund (12–18 Monate): Skelettreife erst mit 16–18 Monaten abgeschlossen; Welpenfutter oder Junghundfutter großer Rassen bis zur vollständigen Skelettreife empfehlenswert.
- Adulter Hovawart: Futter nach tatsächlichem Aktivitätslevel dosieren; regelmäßige Body-Condition-Score-Kontrolle.
- Senior (ab ca. 8 Jahren): Leichter verdauliche Proteinquellen, angepasste Energiedichte, erhöhte Omega-3-Versorgung für Gelenke.
Du weißt jetzt, worauf es beim Futter ankommt — die passenden Sorten für den Hovawart zeigt dir unsere datenbasierte Futtersuche.
Futtersuche öffnenWelches Futter eignet sich für den Hovawart?
Der Hovawart ist in der Futterwahl keine problematische Rasse – er hat keinen bekannt empfindlichen Magen-Darm-Trakt und verträgt eine breite Palette an Proteinquellen. Dennoch hat jede Futterform im Kontext der rassetypischen Erkrankungen spezifische Vor- und Nachteile.
Trockenfutter
Trockenfutter ist für den Hovawart eine praktikable Basiswahl, wenn es als Alleinfuttermittel nach FEDIAF-Normen deklariert ist und für große Rassen oder alle Rassen-Größen konzipiert wurde. Vorteile: einfache Lagerung, kalkulierbare Nährstoffdichte, in der Regel bedarfsgerecht mineralisiert. Für Hovawarts mit Hypothyreose ist die genaue Analyse des Fettgehalts auf der Deklaration entscheidend – fettreiche Trockenfutter (über 18 % in der Frischmasse) können bei verlangsamtem Stoffwechsel problematisch werden. Getreidefrei formulierte Trockenfutter werden diskutiert: Es gibt Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen hülsenfruchtreichen, getreidefreien Diäten und dilatativer Kardiomyopathie (DCM) bei großen Hunden – ein abschließendes wissenschaftliches Urteil steht noch aus; bei dieser Futterform empfiehlt sich eine regelmäßige kardiologische Kontrolle.
Nassfutter
Nassfutter (Feuchtigkeitsgehalt 70–82 %) hat einen niedrigeren Energiegehalt pro Gramm Futter, was bei gewichtsempfindlichen Hovawarts (Hypothyreose) strukturell hilfreich sein kann. Kombinationsfütterung aus Trocken- und Nassfutter ist möglich, erfordert jedoch eine sorgfältige Gesamtkalorien-Kalkulation, um nicht unbewusst zu überfüttern. Qualitätsmerkmal: hoher Fleischanteil an erster Stelle der Zutatenliste, vollständige Deklaration als Alleinfuttermittel.
BARF (Rohfütterung)
Ein gesunder, adulter Hovawart ohne Hämophilie B kann grundsätzlich roh gefüttert werden. Die Rasse hat keinen bekannt erhöhten Risikofaktor für Pankreatitis und verträgt rohe Proteinquellen in der Regel gut. Kritische Punkte beim Hovawart-BARF:
- Fettgehalt kontrollieren: Rohes Fleisch kann je nach Zuschnitt sehr fettreich sein. Bei Hypothyreose-Verdacht oder -Diagnose sind fettarme Proteinquellen (Pansen, mageres Geflügel, Fisch) vorzuziehen.
- Jodversorgung sichern: Fast jede selbst zusammengestellte BARF-Ration ist ohne gezielten Meeresfisch- oder Algenanteil joddefizitär – kritisch beim Hovawart mit Schilddrüsendisposition. Gleichzeitig kann übermäßige Jodzufuhr die Schilddrüse ebenfalls belasten; die Dosierung gehört in ernährungsberaterische Hände.
- Kalzium-Phosphor-Balance: Reines Muskelfleisch ohne Knochen oder Mineralzusatz erzeugt ein Ca:P-Defizit. Rohknochen oder kalziumhaltige Zusätze sind notwendig.
- Hämophilie-Risiko: Bei männlichen Hovawarts mit unbekanntem F9-Genotyp sollten spitze Röhrenknochen mit Bedacht eingesetzt werden.
BARF ohne fundierte Kenntnisse und ohne ernährungsberaterische Begleitung ist gerade beim Hovawart mit Hypothyreose-Prädisposition nicht empfehlenswert.
Vegetarische und vegane Ernährung
Diese Ernährungsformen sind für Hunde generell möglich, wenn sie nach FEDIAF-Normen vollständig supplementiert sind. Für einen großen Arbeitshund mit dem Aktivitätsprofil des Hovawarts fehlen belastbare Langzeitdaten. Eine entsprechende Ernährung sollte nur unter ernährungsberaterischer Begleitung umgesetzt werden; die vollständige Bedarfsdeckung – insbesondere Taurin, L-Carnitin, essentielle Aminosäuren – muss nachgewiesen sein.
Nahrungsergänzung für den Hovawart
Nahrungsergänzungsmittel für Hunde sind kein Ersatz für ein vollwertiges Alleinfuttermittel – bei einem Hovawart mit spezifischen Prädispositionen können einzelne Ergänzungen aber im Einzelfall sinnvoll sein, wenn die Indikation veterinärmedizinisch abgeklärt ist. Wichtig: Überdosierungen bestimmter Mikronährstoffe (fettlösliche Vitamine, Kalzium, Jod) können schaden. Im Zweifel immer zuerst das Grundfutter analysieren, bevor supplementiert wird.
Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA)
EPA und DHA aus Fischöl oder Meeresalgen gelten als gut dokumentierte entzündungsmodulierende Fettsäuren. Der NRC-Richtwert für adulte Hunde liegt bei 0,11 g EPA+DHA pro 1.000 kcal. Für den Hovawart kann eine zusätzliche Versorgung in folgenden Situationen diskutiert werden: Gelenkprobleme (HD/ED), entzündliche Hautzustände, sowie generell im Seniorenalter. Die Dosierung im Einzelfall mit dem Tierarzt abklären.
L-Carnitin
L-Carnitin unterstützt den Transport langkettiger Fettsäuren in die Mitochondrien und wird im Zusammenhang mit der Hypothyreose-bedingten Adipositas sowie mit der dilatativen Kardiomyopathie beim Großhund diskutiert. Bei Hovawarts mit nachgewiesener Hypothyreose und Gewichtsproblemen kann eine Ergänzung im Einzelfall sinnvoll sein – hierzu ist ernährungsmedizinische Beratung notwendig.
Gelenkunterstützung (Glucosamin, Chondroitin, MSM)
Diese Verbindungen werden häufig bei Hunden mit Gelenkdispositionen eingesetzt. Die wissenschaftliche Datenlage ist für Hunde heterogen – es gibt Hinweise auf einen gewissen supportiven Effekt, belastbare Belege für eine Prävention der HD fehlen. Als begleitende Maßnahme bei bereits diagnostizierten Gelenkveränderungen kann die Diskussion mit dem Tierarzt sinnvoll sein.
Zink und Vitamin E
Zink (FEDIAF-Minimum für adulte Hunde: 18 mg/1.000 kcal) ist für die Hautbarriere und die Immunfunktion essenziell. Vitamin E (FEDIAF-Minimum: 9 IU/1.000 kcal) wirkt antioxidativ und ist bei langen BARF-Phasen mit hohem Fischöleinsatz besonders zu beachten, da mehrfach ungesättigte Fettsäuren den Vitamin-E-Bedarf erhöhen können. Vollwertige Alleinfuttermittel decken beide Nährstoffe in der Regel ab.
Jod – ausdrücklich keine Eigeninitiative
Da der Hovawart eine dokumentierte Hypothyreose-Prädisposition hat, ist die Versuchung groß, Jod zu supplementieren. Das ist ausdrücklich ohne tierärztliche Diagnose und Dosierungsvorgabe nicht empfehlenswert: Überschüssiges Jod kann die Schilddrüse ebenso schädigen wie Jodmangel. Die Jodversorgung sollte im physiologischen Bereich (orientierend 1,5–9 µg/1.000 kcal gemäß Datenlage) bleiben.
Das passende Hovawart-Futter finden
Angesichts der beschriebenen Besonderheiten – Hypothyreose-Prädisposition, Großrassen-Wachstumsanforderungen, hoher Aktivitätslevel und mögliche Begleiterkrankungen – ist die Futterwahl für den Hovawart keine triviale Entscheidung. Nicht jedes Futter, das als „für große Rassen geeignet“ vermarktet wird, erfüllt die spezifischen Nährstoffparameter, die ein Hovawart mit reduziertem Stoffwechsel oder in der Wachstumsphase braucht.
Der Futtersuche-Finder auf futter.de ermöglicht eine datenbasierte Vorauswahl anhand von Nährstoffdeklaration, Futterart und Rassemerkmalen – ohne Werbedruck und Marken-Priorisierung. Wer einen Hovawart mit diagnostizierter Hypothyreose, einer Junghund-Phase oder einem erhöhten Aktivitätsprofil hat, kann die entsprechenden Filter setzen und erhält eine auf die tatsächlichen Nährstoffparameter gestützte Auswahl.
Die endgültige Entscheidung – insbesondere bei Erkrankungen, beim Welpen oder beim adipösen Senior – sollte immer in Absprache mit einer tierärztlichen oder ernährungsberaterischen Fachkraft getroffen werden.
Quellen
- [1]FCI-Rassestandard HOVAWARTfci_standard
- [2]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
- [3]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
- [4]Studie: Haemophilia Bstudy
- [5]Studie: Canine degenerative myelopathy, hereditary canine spinal muscular atrophystudy
- [6]Studie: Hypothyreosestudy
- [7]Wikipedia: Hovawartwikipedia
- [8]Gesundheitweb
- [9]Hovawart - Anna Pieczynska - Domowa hodowla hovawartów ENORMOUS (FCI) - ENORMOUS (FCI) Kennelweb
- [10]Gesunde Ernährungweb
- [11]Grundlagen zur Fütterung des Hundes - Dr. Weyrauchweb
- [12]Ernährungsberatung Hund | Ihren Hund richtig ernährenweb
Hinweis
Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.
Fragen zur Ernährung & Haltung
futter.de-Redaktion. KI-gestützt erstellt aus unserer geprüften Datenbasis, redaktionell kuratiert.
Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.
Wie wir arbeiten. Fehler gefunden? Sag uns Bescheid.