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Hundefutter Grönlandhund: Extremenergie

Hundefutter für Grönlandhund mit extremer Energiedichte – 2–3x höher als Standard. Speziell für nordische Schlittenhunderassen.

Größe
55–60 cm
Herkunft
Grönland
FCI-Gruppe
Nordische Schlittenhunde
Illustration: Hundefutter Grönlandhund: Extremenergie

Grönlandhund auf einen Blick: Arktischer Ausdauersportler mit besonderem Energiebedarf

Der Grönlandhund ist kein gewöhnlicher Begleithund – er ist ein nordischer Schlittenhund mit jahrtausendealter Arbeitsgeschichte, der auf Kraft, Ausdauer und Belastbarkeit unter extremen Klimabedingungen gezüchtet wurde. Diese Herkunft prägt nicht nur seinen Charakter, sondern vor allem seinen Stoffwechsel und damit seinen Futterbedarf grundlegend.

Wer einen Grönlandhund hält, steht vor ernährungsbezogenen Fragen, die sich deutlich von denen anderer Rassen unterscheiden: Wie viel Energie braucht ein aktiver Schlittenhund tatsächlich? Welche Futterarten decken den erhöhten Fett- und Proteinbedarf ab? Und was gilt beim Aufzug von Welpen einer großen Arbeitsrasse?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Energiebedarf liegt bei aktiven Tieren deutlich über dem rechnerischen Ruhebedarf – Arbeitsstoffwechselstudien legen einen Faktor von rund 1,25 über dem gewichtsangepassten Grundbedarf nahe.
  • Fett ist die bevorzugte Energiequelle dieser Rasse; qualitativ hochwertiges Protein trägt zur Muskelerhaltung bei.
  • Welpen großer Arbeitsrassen benötigen ein kontrolliertes Calcium-Phosphor-Verhältnis, um Wachstumsstörungen zu vermeiden.
  • Das dichte Doppelkleid erfordert gut versorgte Haut und Fell – relevante Nährstoffe wie Zink, Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren spielen dabei eine Rolle.
  • Der ausgeprägte Jagdinstinkt und das selbstständige Wesen machen eine strukturierte Fütterungsroutine sinnvoll.

Größe und Statur des Grönlandhundes

So groß wird ein GrönlandhundSchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmGrönlandhundSchulterhöhe 60 cmca. 60 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Der Grönlandhund ist nach FCI-Standard ein kräftig gebauter, mittelgroßer bis großer Hund mit einer Widerristhöhe von 55 bis 60 Zentimetern. Obwohl der FCI-Standard keine verbindlichen Gewichtsangaben festlegt, handelt es sich aufgrund des muskulösen, für Zugarbeit optimierten Körperbaus um eine gewichtige Arbeitsrasse – vergleichbar mit anderen nordischen Schlittenhunden wie dem Sibirischen Husky oder dem Alaskan Malamute, die deutlich schwerer wirken als ihre Widerristhöhe vermuten lässt.

Das charakteristische doppelte Haarkleid – dichte, weiche Unterwolle und glattes, grobes Deckhaar – ist evolutionäre Anpassung an arktische Temperaturen und stellt eigene Anforderungen an die Hautgesundheit und Fellversorgung über die Nahrung. Der kräftige Knochenbau und die ausgeprägte Muskulatur machen den Energiebedarf im Arbeits- und Aktivbetrieb besonders relevant.

Für die Ernährung bedeutet diese Statur: Das Futterportionsgewicht orientiert sich am tatsächlichen Körpergewicht und Aktivitätsniveau; pauschale „mittelgroße Rasse“-Angaben auf Futterverpackungen reichen für einen aktiv gehaltenen Grönlandhund in der Regel nicht aus.

Wesen und Charakter: Was die Ernährung beeinflusst

Der Grönlandhund ist laut FCI-Standard durch Energie, mentale Stärke und Kühnheit geprägt. Er gilt als passionierter und unermüdlicher Schlittenhund, der freundlich gegenüber Menschen einschließlich Fremden ist, aber keine ausgeprägte Bindung an eine einzelne Person entwickelt. Als Wachhund ist er nicht geeignet.

Besonders hervorzuheben ist der starke Jagdinstinkt auf Seehund und Eisbär – ein Merkmal, das auch in der Haltung unter mitteleuropäischen Bedingungen spürbar bleibt. Dieser ausgeprägte Trieb bedeutet: Der Grönlandhund wird seinen Aktivitätsbedarf einfordern, und eine Haltung mit zu wenig Auslastung führt nicht nur zu Verhaltensproblemen, sondern auch zu einer Verschiebung des Energiebedarfs nach unten – was eine Anpassung der Futtermenge erfordert.

Das selbstständige, ausdauernde Wesen dieser Rasse beeinflusst die Fütterungsroutine: Strukturierte Mahlzeiten in festen Abständen sind bei Arbeitshunden dieser Art sinnvoller als freies Zufüttern. Bei wenig ausgelasteten Tieren ist das Risiko einer Gewichtszunahme durch unveränderte Futtermengen real – auch wenn Grönlandhunde als Rasse für ihre Genügsamkeit in Extremsituationen bekannt sind.

Herkunft und Geschichte: Überlebensselektion als Ernährungsgrundlage

Der Grönlandhund gehört zu den ältesten Hunderassen der Welt. Für die Inuit war er nicht nur Transport- und Jagdhund, sondern in extremen Situationen auch Fleischreserve – eine nüchterne Erinnerung daran, wie eng Ernährung und Überleben in der Arktis verknüpft waren. Die Zucht konzentrierte sich über Jahrhunderte auf Kraft, Robustheit, Zähigkeit und Ausdauer; ein attraktives äußeres Erscheinungsbild war nachrangig.

Diese Selektionsgeschichte hat einen Stoffwechsel geprägt, der auf Fett als primäre Energiequelle und auf die Verwertung proteinreicher, fettreicher Kost (traditionell: Seehundfleisch, Fisch) ausgelegt ist – nicht auf kohlenhydratreiche Getreidediäten, wie sie viele kommerzielle Hundefutter dominieren.

Ein prägnantes Zeichen der Reinheitsselektion: Der sogenannte Hundeäquator in Westgrönland trennt bis heute das Haltungsgebiet des Grönlandhundes streng von anderen Haushunden, um eine Vermischung mit schwächeren Rassen zu verhindern. Westliche Polarforscher wie Robert Edwin Peary und Roald Amundsen erkannten früh die Überlegenheit dieser Rasse unter polaren Bedingungen und setzten sie gezielt ein.

Für die heutige Ernährungspraxis bedeutet diese Herkunft: Ein Futter mit hohem Tierprotein- und Fettanteil kommt der evolutionären Ernährungsgrundlage dieser Rasse näher als kohlenhydratlastige Rezepturen – auch wenn wissenschaftlich belastbare Rassenvergleichsstudien dazu begrenzt verfügbar sind.

Pflege: Fellpflege, Auslastung und ihr Bezug zur Ernährung

Das dichte Doppelkleid des Grönlandhundes ist sein markantestes Merkmal und gleichzeitig ein Pflegeaspekt, der ernährungsrelevant ist. Während der Fellwechselperioden verliert die Rasse erhebliche Mengen an Unterwolle; regelmäßiges Bürsten ist dann unerlässlich. Eine ausgewogene Versorgung mit hautrelevanten Nährstoffen – insbesondere Zink, essenzielle Fettsäuren und Vitamin E – kann die Fellqualität unterstützen, wobei die Bedarfsdeckung primär über ein vollwertiges Futter erfolgen sollte.

Körperliche Auslastung ist für den Grönlandhund keine Option, sondern Grundbedürfnis. Schlittenhundtraining, Canicross oder Zugarbeit gehören zu den artgemäßen Beschäftigungsformen. Der tatsächliche Energiebedarf variiert je nach Belastungsintensität erheblich – ein im Winter aktiv arbeitender Schlittenhund hat einen fundamental anderen Kalorienbedarf als derselbe Hund in einer bewegungsarmen Ruhephase im Sommer. Diese saisonale Schwankung muss in der Fütterungsplanung berücksichtigt werden.

Darüber hinaus sollten Wasserversorgung und Trinkverhalten – besonders bei körperlicher Belastung in kalten oder heißen Umgebungen – beobachtet werden. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für die Nährstoffverwertung und die Muskelfunktion essenziell.

Gesundheit: Rassetypische Risiken und ihre Bedeutung für die Ernährung

Für den Grönlandhund liegen keine gesicherten rassenspezifischen Krankheitsdispositionen in der gleichen Dichte vor wie bei populäreren Rassen mit langen veterinärmedizinischen Registerdaten. Dennoch lassen sich aus seiner Körpergröße, seinem Arbeitszweck und den bekannten Ernährungsmodifikatoren relevante Gesundheitsaspekte ableiten.

Orthopädische Entwicklungsstörungen beim Welpen (DOD/OCD) Als großrahmige Arbeitsrasse ist der Grönlandhund-Welpe anfällig für entwicklungsbedingte orthopädische Erkrankungen, die durch eine übermäßige Calciumzufuhr während des Wachstums begünstigt werden können. Nach NRC (2006) und FEDIAF (2025) sollte der Calciumgehalt im Wachstumsfutter großer Rassen die obere Grenze von 1,5 % der Trockensubstanz nicht überschreiten, um das Risiko von Osteochondrose (OCD) und ähnlichen Wachstumsstörungen zu minimieren. Der empfohlene Bedarfswert für wachsende Hunde liegt laut NRC 2006 bei 3 g Calcium pro 1.000 kcal ME – sowohl Mangel als auch Überschuss können in der Wachstumsphase problematisch sein.

Muskuloskelettale Belastung durch Arbeitsleistung Der Bewegungsapparat eines aktiv arbeitenden Schlittenhundes unterliegt erheblicher mechanischer Belastung. Entzündliche Prozesse in Gelenken und Muskeln sind bei Arbeitshunden dieser Klasse ein relevantes Thema. Studien zum Energiestoffwechsel von Schlittenhunden weisen auf den erhöhten Bedarf an entzündungsmodulierenden Nährstoffen hin.

Stoffwechsel und Gewichtsmanagement Obwohl der Grönlandhund traditionell als genügsam gilt, kann eine dauerhafte Überversorgung bei wenig ausgelasteten Tieren zu Übergewicht führen – mit entsprechenden Folgen für Gelenke, Herzkreislaufsystem und Lebenserwartung. Auch das Gegenteil – Unterversorgung bei hoher Arbeitsbelastung – ist ein reales Risiko, das in der Literatur zu Schlittenhunden dokumentiert ist.

Bei konkreten Gesundheitsfragen empfiehlt sich stets die Konsultation einer Tierarztpraxis oder einer qualifizierten Ernährungsberatung für Tiere.

Energiebedarf und Nährstoffversorgung: Was der Grönlandhund wirklich braucht

Der Grönlandhund stellt hinsichtlich seines Energiebedarfs besondere Anforderungen, die sich deutlich von denen eines Familien- oder Begleithundes gleicher Größe unterscheiden.

Erhöhter Energiebedarf bei Arbeitsbelastung Stoffwechselstudien an arbeitenden Schlittenhunden zeigen, dass der tatsächliche Erhaltungsbedarf (Maintenance Energy Requirement, MER) aktiver nordischer Schlittenhunde etwa um den Faktor 1,25 über dem gewichtskorrigierten Ruhebedarf (RER) liegt – verglichen mit dem Standard-Erhaltungsfaktor für wenig aktive Hunde. Dieser erhöhte Bedarf resultiert aus der kombinierten Belastung durch intensive Muskelarbeit, Thermoregulation in Kälteumgebungen und dauerhaften Ausdauerleistungen. Bei stark wechselndem Aktivitätsniveau – etwa saisonal zwischen Schlitteneinsatz im Winter und reduzierter Bewegung im Sommer – muss die Futtermenge entsprechend angepasst werden.

Fett als zentrale Energiequelle Der Fettbedarf von Arbeitshunden liegt deutlich über dem Mindestbedarf für Erhaltung. Laut NRC 2006 beträgt der empfohlene Fettbedarf für adulte Hunde mindestens 13,8 g pro 1.000 kcal ME; für wachsende Hunde liegt der empfohlene Wert bei 21,3 g pro 1.000 kcal ME. Bei aktiven Schlittenhunden ist ein höherer Fettanteil im Futter aus energetischen Gründen sinnvoll – Fett liefert mehr als doppelt so viel Energie pro Gramm wie Kohlenhydrate oder Protein und belastet den Verdauungstrakt weniger als sehr kohlenhydratreiche Rationen.

Protein für Muskelaufbau und -erhalt Protein ist für Arbeits- und Schlittenhunde essenziell: NRC 2006 empfiehlt für adulte Hunde mindestens 25 g Rohprotein pro 1.000 kcal ME als empfohlenen Bedarfswert. Für Welpen liegt dieser Wert mit 43,8 g pro 1.000 kcal ME deutlich höher – entsprechend dem erhöhten Aufbaubedarf in der Wachstumsphase. Tierisches Protein mit hoher biologischer Wertigkeit sollte bevorzugt werden.

Calcium und Phosphor: Besondere Sorgfalt beim Welpen Welpen großer Arbeitsrassen wie dem Grönlandhund sind besonders empfindlich gegenüber Imbalancen im Calcium-Phosphor-Haushalt. FEDIAF 2025 und NRC 2006 geben für wachsende Hunde Mindest- und Obergrenzen vor: Der empfohlene Calciumwert für wachsende Hunde liegt bei 3 g pro 1.000 kcal ME (NRC 2006), die sichere Obergrenze bei 4,5 g pro 1.000 kcal ME (NRC 2006). Phosphor sollte für Welpen mindestens 2,5 g pro 1.000 kcal ME betragen (NRC 2006). Eine unkontrollierte Supplementierung von Calcium beim Welpen – etwa durch zusätzliche Mineralpräparate zu einem bereits bedarfsdeckenden Fertigfutter – kann zu Entwicklungsstörungen führen und ist ohne tierärztliche oder ernährungsberaterische Begleitung nicht empfehlenswert.

Zink und Hautgesundheit Zink ist für die Haut- und Fellgesundheit besonders relevant. FEDIAF 2025 gibt für adulte Hunde einen Mindestwert von 18 mg Zink pro 1.000 kcal ME an; NRC 2006 empfiehlt 15 mg. Ein qualitativ hochwertiges Fertigfutter sollte diese Werte abdecken. Bei nordischen Rassen mit dichtem Fell wird eine ausreichende Zinkversorgung in der Fachliteratur als relevant eingestuft.

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Futterarten im Vergleich: Trockenfutter, Nassfutter und BARF für den Grönlandhund

Die Wahl der Futterart ist beim Grönlandhund keine reine Geschmacksfrage – sie hat direkte Auswirkungen auf Energiedichte, Nährstoffverfügbarkeit und praktische Handhabung, besonders bei aktiv arbeitenden Tieren.

Trockenfutter Hochwertiges Trockenfutter mit einem hohen Anteil tierischer Proteine und einem ausreichenden Fettgehalt ist für den Grönlandhund prinzipiell geeignet. Vorteile: gute Lagerfähigkeit, definierter Nährstoffgehalt, einfache Handhabung auch bei großen Mengen. Für aktive Tiere ist auf eine ausreichend hohe Energiedichte (kcal/100 g) zu achten, da das Futter sonst in impraktikabel großen Mengen gefüttert werden müsste. Trockenfutter mit Getreide als Hauptenergielieferant entspricht weniger der evolutionären Ernährungsgrundlage dieser Rasse – ob dies klinisch relevant ist, ist wissenschaftlich nicht abschließend belegt.

Nassfutter Nassfutter hat einen deutlich höheren Feuchtigkeitsgehalt (ca. 70–80 %), was die Energiedichte pro 100 g senkt und die benötigte Menge erhöht. Für Hunde mit sehr hohem Energiebedarf kann das logistisch und kostentechnisch aufwendig werden. Als Ergänzung oder für weniger aktive Grönlandhunde kann Nassfutter sinnvoll sein – besonders wenn die Flüssigkeitsaufnahme gefördert werden soll.

BARF (biologisch artgerechte Rohfütterung) BARF – also die Fütterung mit rohem Fleisch, Knochen, Innereien und pflanzlichen Anteilen – entspricht konzeptionell am ehesten der traditionellen Ernährung des Grönlandhundes. Tatsächlich wurden und werden Schlittenhunde in Grönland oft mit rohem Fisch und Seehundfleisch gefüttert. Eine gut konzipierte BARF-Ration kann den erhöhten Energie- und Proteinbedarf dieser Rasse sehr gezielt abdecken. Wichtig: BARF erfordert fundiertes Ernährungswissen, um alle Nährstoffe bedarfsdeckend zu liefern – insbesondere bei Welpen mit dem kritischen Calcium-Phosphor-Verhältnis. Ohne ernährungsberaterische Begleitung besteht das Risiko von Mangelversorgung oder Imbalancen. Hygienische Aspekte (Keimbelastung roher tierischer Produkte) sind ebenfalls zu berücksichtigen.

Vegetarische oder vegane Ernährung Eine rein pflanzliche Ernährung ist für den Grönlandhund unter ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten keine empfehlenswerte Option – der hohe Bedarf an tierischem Protein und Fett sowie die evolutionäre Ausrichtung auf Fleisch- und Fischkost sprechen dagegen. Wenn eine solche Ernährungsform dennoch gewünscht wird, ist eine engmaschige ernährungsberaterische und tierärztliche Begleitung unbedingt erforderlich.

Futter für Welpen großer Rassen Für Grönlandhund-Welpen sollte explizit ein Futter verwendet werden, das für große Rassen in der Wachstumsphase formuliert ist – also mit kontrolliertem Calcium- und Phosphorgehalt. Allgemeine Welpenfutter ohne Größenklassen-Differenzierung können eine Überversorgung mit Calcium begünstigen, die bei großrahmigen Welpen mit Wachstumsstörungen assoziiert ist.

Nahrungsergänzung für den Grönlandhund: Sinnvolle Ergänzungen an Dispositionen gekoppelt

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für ein vollwertiges Grundfutter – wer ein bedarfsdeckendes, qualitativ hochwertiges Fertigfutter oder eine ernährungsberaterisch begleitete BARF-Ration füttert, muss in der Regel nicht supplementieren. Dennoch gibt es Situationen, in denen eine gezielte Ergänzung beim Grönlandhund diskutiert wird.

Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) Die für nordische Schlittenhunde im Kontext von Ausdauerarbeit und muskuloskelettaler Belastung diskutierten Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sind der am besten belegte Kandidat für eine Ergänzung. WSAVA-Ernährungsleitlinien und ACVN-Expertenkonsens legen für arbeitende Ausdauerhunde einen erhöhten Bedarf nahe – als Orientierungsgröße wird ein EPA+DHA-Gehalt von mindestens 0,5 % der Trockensubstanz diskutiert. Quellen wie Fischöl oder Algenöl können hier infrage kommen. Im Einzelfall sollte die Supplementierung mit einer Tierarztpraxis oder Ernährungsberatung abgestimmt werden, da sowohl Menge als auch Quelle relevant sind und eine Überdosierung von Vitamin A (bei fettlöslichen Vitaminen in Lebertran) vermieden werden sollte. Der NRC-Basis-Empfehlungswert für EPA+DHA bei adulten Hunden liegt bei 0,11 g pro 1.000 kcal ME – bei aktiven Schlittenhunden wird ein höherer Wert als sinnvoll erachtet.

Zink Nordische Rassen mit dichtem Fell können von einer ausreichenden Zinkversorgung profitieren. Fertigfutter sollte den Mindestwert von 18 mg Zink pro 1.000 kcal ME (FEDIAF 2025) abdecken. Eine zusätzliche Supplementierung ist bei bedarfsdeckendem Futter nicht notwendig und kann bei Überdosierung zu Kupfer-Antagonismus führen.

Vitamin E Vitamin E als fettlösliches Antioxidans ist besonders relevant, wenn der Fettanteil im Futter erhöht ist – was beim aktiven Grönlandhund der Fall sein kann. FEDIAF 2025 gibt für adulte Hunde einen Mindestwert von 9 IU pro 1.000 kcal ME an. Bei fettreichen Rationen sollte darauf geachtet werden, dass der Vitamin-E-Gehalt proportional mitsteigt. Eine eigenständige Hochdosis-Supplementierung ist ohne fachliche Begleitung nicht empfehlenswert.

Gelenk-Ergänzungen (Glucosamin, Chondroitin) Bei arbeitenden Hunden mit hoher Gelenkbelastung werden Glucosamin- und Chondroitin-haltige Ergänzungen in der Praxis häufig eingesetzt. Die wissenschaftliche Evidenz für deren Wirksamkeit beim Hund ist begrenzt und nicht abschließend belegt; eine Empfehlung kann daher nicht ausgesprochen werden. Im Einzelfall – besonders bei älteren oder stark arbeitenden Tieren – kann die Abklärung mit einer Tierarztpraxis sinnvoll sein.

Calcium-Supplementierung beim Welpen: Vorsicht Eine eigenständige Calcium-Supplementierung beim Grönlandhund-Welpen ist bei Verfütterung eines bedarfsdeckenden Fertigfutters ausdrücklich nicht empfehlenswert. Die Überversorgung mit Calcium in der Wachstumsphase ist mit orthopädischen Entwicklungsstörungen assoziiert – eine fachliche Begleitung ist hier besonders wichtig.

Das passende Futter für den Grönlandhund finden

Wer das passende Hundefutter für einen Grönlandhund sucht, steht vor einer spezifischen Herausforderung: Die Rasse ist selten, kaum ein Futterhersteller formuliert explizit für nordische Schlittenhunde, und die verfügbaren Optionen müssen anhand der rassespezifischen Anforderungen – erhöhter Energiebedarf, hoher Tierproteinanteil, kontrollierter Calciumgehalt beim Welpen, ausreichend Omega-3-Fettsäuren – bewertet werden.

Der Futtersuche-Bereich auf futter.de ermöglicht eine datengestützte, herstellerunabhängige Filterung nach Nährstoffprofil, Lebensphase und Größenklasse. So lassen sich Futter identifizieren, die den erhöhten Fett- und Proteinbedarf eines aktiven Schlittenhundes sowie die besonderen Anforderungen an Welpenfutter großer Rassen abbilden – ohne Verkaufsdruck und ohne Markenpräferenzen. Eine neutrale Nährstoffanalyse ist gerade bei einer Rasse wie dem Grönlandhund, für die keine fertigen „Rasse-Futter“ existieren, der sinnvollste Ausgangspunkt.

Quellen

  1. [1]FCI-Rassestandard CHIEN DU GROENLANDfci_standard
  2. [2]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  3. [3]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  4. [4]Studie zu mer_kcal_per_kg075 (adult)study
  5. [5]Wikipedia: Grönlandhundwikipedia
  6. [6]Grönlandhund - Steckbrief, Charakter, Wesen und Haltungweb
  7. [7]Die Ernährung des Hundes: Wichtiges im Überblick | Dr. Samweb
  8. [8]Rasse gleich Klasse? Krankheiten bei Rassehunden - hundeprofilweb
  9. [9]Grundlagen zur Fütterung des Hundes - Dr. Weyrauchweb
  10. [10]Typische Rassekrankheiten beim Hund - [GEO]web

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Häufige Fragen

Fragen zur Ernährung & Haltung

Autor

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Fachliche Prüfung

Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

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