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Hundefutter für Bullmastiff: Gelenkschutz

Hundefutter für Bullmastiff: Größengerechte Ernährung für massive Körpermasse, Gelenkschutz und optimierter Lebenszyklus.

Größe
61–69 cm
Gewicht
41–59 kg
Lebenserwartung
7–9 Jahre
Herkunft
Großbritannien
FCI-Gruppe
Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde
Illustration: Hundefutter für Bullmastiff: Gelenkschutz

Bullmastiff: Auf einen Blick

Der Bullmastiff ist ein stiller Riese: bis zu 59 Kilogramm schwer, mit einer kurzen Schnauze und einem Körperbau, der jeden Ernährungsfehler direkt sichtbar macht – am Gewicht, an den Gelenken, an der Lebensqualität. Was diesen Hund ernährungstechnisch besonders macht, ist die Kombination aus Riesenwuchsklasse, moderatem Bewegungsbedarf und einer unterdurchschnittlich langen Lebenserwartung von nur 7–9 Jahren.

Das bedeutet in der Praxis: Jede Lebensphase hat ein enges Zeitfenster. Der Welpe wächst rasant und ist gleichzeitig anfällig für Knochenentwicklungsstörungen durch falsche Kalzium-Phosphor-Zufuhr. Der Junghund sieht mit 12 Monaten fast erwachsen aus, ist aber orthopädisch noch lange nicht fertig. Der Erwachsene neigt zu Übergewicht, wenn Futtermenge und Energiedichte nicht auf seinen tatsächlichen – eher moderaten – Aktivitätslevel abgestimmt werden. Und der Senior tritt bei dieser Rasse bereits mit etwa sechs Jahren auf den Plan.

Hinzu kommen rassetypische Gesundheitsdispositionen: Augenleiden, Hauttumoren und ein erhöhtes Lymphomrisiko machen eine gezielte, evidenzbasierte Ernährung zur sinnvollen Vorsorgestrategie – auch wenn Futter allein keine Erkrankungen verhindert. Dieser Ratgeber bündelt den aktuellen Wissensstand zu Futterbedarf, Futterarten und Nahrungsergänzung für den Bullmastiff auf Basis von FEDIAF- und NRC-Richtlinien sowie veteriärmedizinisch belegter Rassedispositionen.

Größe und Statur des Bullmastiffs

So groß wird ein BullmastiffSchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmBullmastiffSchulterhöhe 64–69 cmca. 67 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Der Bullmastiff gehört zur FCI-Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde) und wird in der Größenklasse „Riesenrasse“ (Giant) geführt. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 63,5–68,5 cm und ein Gewicht von 50–59 kg, Hündinnen messen 61–66 cm und wiegen 41–50 kg.

Der Körperbau ist kompakt und muskulös: breite Brust, kurze Lende, kräftige Knochen. Dieses Verhältnis aus Muskelmasse und kompaktem Rahmen beeinflusst den Energiebedarf direkt – metabolisch skalieren Riesenrassen anders als mittelgroße Hunde. Nach NRC 2006 ist der metabolische Energiebedarf pro Kilogramm Körpermasse hoch 0,75 bei Riesenrassen um etwa 15 Prozent geringer als der Standardwert – ein Faktor, der bei der Futtermengenkalkulation zwingend berücksichtigt werden sollte, um Übergewicht zu vermeiden.

Der Bullmastiff hat eine leicht verkürzte Schnauze mit abgeschwächten brachyzephalen Merkmalen – kein ausgeprägter Brachyzephalus wie Mops oder Französische Bulldogge, aber im Vergleich zu normoxephalen Rassen eingeschränkte Hitzetoleranz beim Hecheln. Für die Ernährung bedeutet das: In warmen Monaten erhöhter Wasserbedarf und reduzierte Futtermengen bei verringerter Aktivität.

Wesen und Charakter

Der FCI-Standard beschreibt den Bullmastiff als kraftvoll, ausdauernd, aktiv und verlässlich – dazu sehr lebhaft, wachsam und treu sowie körperlich und geistig absolut zuverlässig. Diese Charakteristik hat unmittelbare Relevanz für die Ernährung: Ein Hund, der in erster Linie beobachtet, bewacht und wartet, ist kein Hochleistungssportler. Der Alltagsenergiebedarf eines Bullmastiffs liegt damit deutlich unter dem etwa eines Arbeitsmalinoises oder eines Huskys.

Gleichzeitig ist der Bullmastiff ein Hund mit ausgeprägter Bindung an die Familie und einem tiefen Ruhebedürfnis in den Stunden zwischen den Aktivitätsphasen. Diese Phasen langer Ruhe in Kombination mit einer Körpermasse von bis zu 59 kg können – bei falsch berechneten Futtermengen – schnell zu schleichendem Übergewicht führen. Der Hund zeigt dabei kein offensichtliches Hungergefühl; er ist kein Rasse, die dramatisch um Futter bettelt.

Die Selbstständigkeit und Eigenwilligkeit im Denken, die aus dem Einsatz als lautloser Nachtwächter stammt, setzt sich auch im Fressverhalten fort: Manche Bullmastiffs fressen langsam und bedächtig, andere verschlingen das Futter schnell. Letzteres ist bei einem Hund dieser Größe ein Risikofaktor für Magenprobleme und sollte durch geeignete Napfformen oder Futtermengen-Splitting adressiert werden.

Herkunft und Geschichte

Der Bullmastiff trägt den Beinamen „Hund des Wildhüters“ (englisch: „The Gamekeeper's Night Dog“). Seine Entstehungsgeschichte ist eng mit dem viktorianischen England des 19. Jahrhunderts verknüpft: Großgrundbesitzer standen vor dem Problem professioneller Wilderer, die bewaffnet und gewalttätig auf ihrem Land agierten. Keiner der damals verfügbaren Hunde erfüllte alle Anforderungen allein – der Englische Mastiff war zu langsam und zu friedlich im direkten Einsatz, die damalige Old English Bulldog zu klein.

Durch die gezielte Kreuzung beider Rassen – überwiegend in einem Verhältnis von 60 Prozent Mastiff zu 40 Prozent Bulldog – entstand ein Hund, der groß und stark genug war, um einen Erwachsenen zu Boden zu drücken und festzuhalten, ohne ihn zu beißen. Diese Auswahl auf Körperkraft, Ausdauer und Lautstärkeunterdrückung formte eine Rasse mit sehr spezifischen körperlichen Proportionen: massiver Knochenbau, erhebliche Muskelmasse, kompakter Rahmen.

Für die heutige Ernährung ist dieser Ursprung relevant: Der Bullmastiff wurde nicht für stundenlange Ausdauerleistung gezüchtet, sondern für kurze, intensive Aktionen mit langen Ruhephasen dazwischen. Dieser Arbeitsrhythmus spiegelt sich im moderaten Gesamtenergiebedarf wider – trotz der enormen Körpermasse. Der Bullmastiff wurde 1933 vom AKC anerkannt; der FCI-Standard definiert ihn bis heute in Gruppe 2.

Pflege und Haltung

Das kurze, harte und glatt anliegende Fell des Bullmastiffs ist laut FCI-Standard wetterbeständig und pflegeleicht im Vergleich zu Langhaarrassen. Ein bis zwei Mal pro Woche bürsten mit einer Gummibürste genügt, um abgestorbene Haare zu entfernen und die Haut zu stimulieren. Ganzjährig fällt moderat Haar an – kein ausgeprägter saisonaler Wechsel wie bei Doppelmantelrassen.

Ein für die Ernährung relevanter Pflegepunkt sind die Gesichtsfalten: Viele Bullmastiffs haben Hautfalten im Schnauzenbereich, die Feuchtigkeit und Futterreste sammeln können. Regelmäßiges Trockenwischen nach den Mahlzeiten reduziert Hautirritationen, die bis zu oberflächlichen Infektionen führen können.

Die eingeschränkte Hitzetoleranz – bedingt durch die leicht verkürzte Schnauze und die große Körpermasse – macht die Wasserversorgung zu einem täglichen Pflegethema: Permanent frisches Wasser, mehrere Schüsseln an verschiedenen Orten und die Vermeidung von Fütterung und Bewegung in den Mittagsstunden bei Temperaturen über 25 Grad Celsius sind praxisrelevante Empfehlungen.

Zahnpflege wird bei großen, kurzschnäuzigen Rassen häufig vernachlässigt, ist aber für die Futteraufnahme und allgemeine Gesundheit bedeutsam: Regelmäßiges Zähneputzen oder geeignete Kaustücke unterstützen die Zahngesundheit. Die orthopädischen Liegeflächen – besonders für Senioren ab sechs Jahren – sind ein weiterer Pflegebaustein, der indirekt die Aktivität und damit den Energiebedarf beeinflusst.

Gesundheit und rassetypische Erkrankungen

Mit einer Lebenserwartung von 7–9 Jahren hat der Bullmastiff für seine Größenklasse eine typische, aber objektiv kurze Lebensspanne. Umso wichtiger ist das Verständnis der belegten Rassedispositionen – sowohl für die allgemeine Vorsorge als auch für ernährungsbezogene Präventionsstrategien.

Entropion ist beim Bullmastiff die am stärksten belegte Augenerkrankung: Eine UK-weite VetCompass-Studie mit über 905.000 Hunden ermittelte eine Prävalenz von 6,9 Prozent und ein Chancenverhältnis (Odds Ratio) von 30,7 – der Bullmastiff zählt damit zu den am stärksten betroffenen Rassen. Beim Entropion rollt sich das Augenlid nach innen, was zu dauerhafter Reizung führt. Die Ernährung kann diese strukturelle Anlage nicht verhindern, aber Omega-3-Fettsäuren gelten als entzündungsmodulierend und werden in diesem Kontext diskutiert.

Progressive Retinaatrophie (PRA) ist eine erbliche, degenerative Netzhauterkrankung, die zur Erblindung führt. Sie ist für den Bullmastiff in der veterinärmedizinischen Fachliteratur dokumentiert. Genetische Testung der Elterntiere vor der Verpaarung ist der einzig wirksame präventive Ansatz; die Ernährung kann den Krankheitsverlauf nicht aufhalten.

Mastozytom (Mastzelltumor): Der Bullmastiff zeigt laut MSD Veterinary Manual ein erhöhtes Risiko für diese häufigste Hautkrebsform beim Hund. Regelmäßige Abtastung auf neue Hautveränderungen und jährliche tierärztliche Kontrollen sind empfohlen.

Lymphom: Ebenfalls mit erhöhtem Rasserisiko belegt, besonders die multizentrische Form. Symptome wie Lymphknotenschwellung, Gewichtsverlust und Apathie können unspezifisch sein; halbjährliche Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt ermöglichen eine frühzeitige Erkennung.

Aurales Hämatom (Ohrmuschelbluterguss): Mit einer Prävalenz von 0,59 Prozent und einem Odds Ratio von 5,90 ebenfalls überdurchschnittlich häufig beim Bullmastiff. Häufig sekundär durch Ohrenentzündungen oder Allergien ausgelöst – ein Zusammenhang, der die Futterqualität und mögliche Unverträglichkeiten relevant macht.

Für alle Erkrankungen gilt: Futter ersetzt keine tierärztliche Diagnostik und Behandlung. Veränderungen im Allgemeinbefinden, Gewicht oder Fressverhalten sollten zeitnah veterinärmedizinisch abgeklärt werden.

Energiebedarf und Ernährung des Bullmastiffs

Der Energiebedarf des Bullmastiffs folgt den Gesetzen der metabolischen Skalierung: Riesenrassen verbrauchen pro Kilogramm Körpermasse hoch 0,75 weniger Energie als kleinere Hunde – laut NRC 2006 liegt der Korrekturfaktor bei etwa 0,85. Das bedeutet in der Praxis: Ein 50-Kilogramm-Bullmastiff benötigt weniger Energie, als eine einfache Hochrechnung aus dem Körpergewicht vermuten ließe. Wird das ignoriert, entsteht chronisch leichtes Übergewicht – das bei dieser Rasse Gelenke, Herzkreislauf und Lebensqualität messbar belastet.

Proteinkualität und -menge

Ein ausgewachsener Bullmastiff benötigt hochwertiges tierisches Protein zur Erhaltung seiner erheblichen Muskelmasse. Der NRC-Richtwert für erwachsene Hunde liegt bei 25 g Rohprotein pro 1.000 kcal Umsetzbare Energie als empfohlene Zufuhr, das Minimum bei 20 g/1.000 kcal ME. Für eine muskelstarke Rasse dieser Gewichtsklasse sind Futter mit einem Proteinanteil von 24–30 Prozent in der Trockenmasse praxisnäher, sofern die Quelle hochwertig tierisch ist. Pflanzliche Proteinquellen sind in ihrer biologischen Wertigkeit für Hunde dem tierischen Protein unterlegen.

Fettgehalt und Energiedichte

Der Mindestfettgehalt nach FEDIAF 2025 beträgt 13,75 g/1.000 kcal ME für erwachsene Hunde. Für wenig aktive oder ältere Bullmastiffs ist ein moderater Fettgehalt sinnvoll; Futter mit hoher Energiedichte und mehr als 20 Prozent Fett in der Trockenmasse begünstigt Übergewicht bei einer Rasse, die im Alltag viel Zeit mit Ruhen verbringt.

Lebensphasen im Überblick

  • Welpen (0–6 Monate): Explosive Wachstumsphase. Kalzium maximal 1,0 Prozent der Trockenmasse, Phosphor maximal 0,8 Prozent der Trockenmasse – Überschreitungen dieser Obergrenzen erhöhen das Risiko für Hypertrophe Osteodystrophie (HOD) und Osteochondrose (OCD). Ausschließlich Fertigfutter für Welpen großer/riesiger Rassen (Large/Giant Breed Puppy); keine zusätzlichen Kalzium-Supplemente bei ausgewogenem Fertigfutter. Vier Mahlzeiten täglich bis zum dritten Monat, danach drei Mahlzeiten.
  • Junghund (6–18 Monate): Wachstumsfugen schließen sich erst zwischen 18 und 24 Monaten. Weiterhin Giant-Breed-Welpenfutter; Übergang auf zwei Mahlzeiten täglich ab dem sechsten Monat. Körperkondition regelmäßig prüfen.
  • Erwachsener Hund (18 Monate bis ca. 6 Jahre): Futter für ausgewachsene Hunde großer Rassen; Energiemenge an tatsächliche Aktivität anpassen. Gewichtskontrolle alle vier bis sechs Wochen empfohlen.
  • Senior (ab ca. 6 Jahren): Ab dem sechsten Lebensjahr gilt der Bullmastiff laut WSAVA/AAHA-Leitlinien als Senior. Proteinbedarf bleibt hoch – die frühere Empfehlung, Senioren proteinreduziert zu ernähren, gilt als überholt. Leicht verdauliche Proteinquellen, angepasste Energiedichte, ggf. erhöhter Ballaststoffanteil.

Du weißt jetzt, worauf es beim Futter ankommt — die passenden Sorten für den Bullmastiff zeigt dir unsere datenbasierte Futtersuche.

Futtersuche öffnen

Trockenfutter, Nassfutter, BARF: Welche Futterart passt zum Bullmastiff?

Die Wahl der Futterart ist beim Bullmastiff nicht nur eine Frage der Praktikabilität, sondern hat direkte Auswirkungen auf Energieversorgung, Nährstoffdeckung und – angesichts des erhöhten Tumorrisikos – auf mögliche Zusatzstoffe im Futter.

Trockenfutter

Für die meisten Bullmastiff-Halter ist Trockenfutter (Kibble) die praktikabelste Lösung. Die Vorteile: einfache Dosierbarkeit, lange Haltbarkeit, gute Nährstoffabdeckung bei qualitativ hochwertigen Produkten. Der Nachteil bei schnell fressenden Hunden: Trockenfutter wird oft zu schnell aufgenommen, was bei einem Hund dieser Körpergröße das Risiko für Magenprobleme erhöhen kann. Slow-Feeder-Näpfe oder das Aufteilen der Tagesration auf mehrere Mahlzeiten können gegensteuern. Wichtig bei der Auswahl: Futter mit deklariertem Fleisch als erstem Inhaltsstoff, moderatem Fettgehalt und ohne übermäßige Mengen an Getreidestärke als Hauptenergielieferant.

Nassfutter

Nassfutter hat beim Bullmastiff einen relevanten Vorzug: höherer Wassergehalt, was die Flüssigkeitsversorgung unterstützt – besonders relevant in Sommermonaten und bei eingeschränkter spontaner Trinkbereitschaft. Die Energiedichte ist niedriger als bei Trockenfutter, was für Tiere mit Neigung zu Übergewicht vorteilhaft sein kann. Nachteilig ist der höhere Kostenaufwand bei einem Hund dieser Größenklasse. Auch hier gilt: vollständige, ausgewogene Zusammensetzung als Alleinfutter bevorzugen.

BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter)

BARF ist für den Bullmastiff grundsätzlich möglich, stellt jedoch aufgrund der Größenklasse und der rassetypischen Wachstumsrisiken höhere Anforderungen an die Planung. Kritische Nährstoffe sind:

  • Kalzium-Phosphor-Balance: Bei Welpen besonders riskant; rohe Knochen liefern unkontrollierte Kalziummengen. Ohne exakte Kalkulation oder gezielte Ergänzung entstehen leicht Über- oder Unterversorgungen mit Folgen für die Knochenentwicklung.
  • Jod: In purem Fleisch kaum enthalten; ohne gezielte Ergänzung (Algen, Fisch, Supplement) entstehen Mangelzustände.
  • Vitamin D: Über Leber und Fettfisch erreichbar, aber bei fleischlastig-trockener Ration oft unzureichend.

Wer BARF für einen Bullmastiff wählt, sollte dies in Absprache mit einem qualifizierten Tierernährungsberater oder Tierarzt tun, der eine bedarfsdeckende Ration kalkuliert. Dies gilt besonders für Welpen und tragende oder säugende Hündinnen.

Vegetarische und vegane Ernährung

Rein pflanzliche Ernährung ist für Hunde ernährungsphysiologisch grundsätzlich möglich, wenn die Ration exakt auf Bedarfsdeckung geprüft wird. Für eine Rasse mit hohem Proteinbedarf und erheblicher Muskelmasse wie den Bullmastiff ist dieser Aufwand besonders hoch. Ohne tierärztliche oder ernährungsberaterische Begleitung wird von einer veganen Eigenration abgeraten.

Nahrungsergänzung für den Bullmastiff

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für ein ausgewogenes Grundfutter – aber bei einer Rasse mit spezifischen Dispositionen können bestimmte Ergänzungen im Einzelfall sinnvoll sein. Jede Supplementierung sollte vorab mit dem Tierarzt besprochen werden, da Überdosierungen bei einigen Nährstoffen (insbesondere Kalzium und Vitamin D) schädlich sein können.

Gelenkschutz: Glucosamin und Chondroitin

Aufgrund der erheblichen Körpermasse und der für Riesenrassen typischen Belastung des Bewegungsapparats werden Glucosamin und Chondroitin für Bullmastiffs in der Seniorenphase (ab etwa sechs Jahren) diskutiert. Laut den Datenprofil-Angaben (basierend auf Beobachtungsstudien) wird ein Einsatz ab dem Seniorenalter als möglicherweise sinnvoll eingestuft. Die Evidenzlage aus kontrollierten Studien beim Hund ist begrenzt; klinische Wirksamkeit im Einzelfall sollte tierärztlich begleitet und bewertet werden.

Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA)

Marine Omega-3-Fettsäuren (aus Fischöl oder Algenöl) gelten als entzündungsmodulierend. Angesichts der erhöhten Prädisposition für Entropion (entzündliches Geschehen im Augenbereich) und des allgemein erhöhten Tumorrisikos ist eine ausreichende EPA/DHA-Versorgung ernährungsphysiologisch relevant. Der NRC-Richtwert für erwachsene Hunde liegt bei 0,11 g EPA+DHA pro 1.000 kcal ME; für Wachstum bei 0,13 g/1.000 kcal ME. Viele handelsübliche Fertigfutter erreichen diese Werte nicht verlässlich; eine Ergänzung kann sinnvoll sein, die konkrete Menge ist aber immer an das jeweilige Grundfutter anzupassen.

Antioxidanzien: Vitamin E und Zink

Vitamin E (Mindestbedarf Erwachsener: 7,5 mg/1.000 kcal ME nach NRC, 9 IU/1.000 kcal ME nach FEDIAF 2025) und Zink (Richtwert Erwachsener: 15 mg/1.000 kcal ME nach NRC) spielen eine Rolle bei der zellulären Abwehr und Hautgesundheit. Bei einem Hund mit erhöhtem Hauttumor-Risiko ist eine bedarfsdeckende Versorgung über das Grundfutter wichtig; eine eigenständige Hochdosis-Supplementierung ist nicht evidenzbasiert und kann bei Zink zu Vergiftungserscheinungen führen.

Was nicht sinnvoll ist

Zusätzliches Kalzium bei Bullmastiff-Welpen, die bereits ein ausgewogenes Fertigfutter (Large/Giant Breed Puppy) erhalten, ist kontraindiziert: Die Obergrenzen für Kalzium (max. 1,0 % der Trockenmasse) und Phosphor (max. 0,8 % der Trockenmasse) können durch unkontrollierte Supplementierung leicht überschritten werden, was das Risiko für Knochenentwicklungsstörungen erhöht.

Das passende Futter für den Bullmastiff finden

Angesichts der spezifischen Anforderungen des Bullmastiffs – Giant-Breed-Skalierung des Energiebedarfs, kontrollierten Kalzium-Phosphor-Grenzen für Welpen, moderater Fettgehalt für Erwachsene, hohe Proteinqualität in allen Lebensphasen – ist eine datengetriebene Futtersuche sinnvoller als eine Entscheidung nach Verpackungsdesign oder Marketingversprechen.

Der Futtersuche-Finder auf futter.de filtert Produkte nach Lebensphasen, Größenklasse und Nährstoffprofil auf Basis der FEDIAF- und NRC-Referenzwerte – ohne Affiliate-Werbedruck und ohne Herstellerpriorisierung. Für den Bullmastiff besonders relevant: die Filter für „Riesenrasse/Giant“, „Welpe Großrasse“ und „Seniorenalter ab sechs Jahren“ sowie die Möglichkeit, nach Protein- und Fettgehalt in der Trockenmasse zu sortieren. So lässt sich einschätzen, ob ein Produkt tatsächlich für die Größenklasse und Lebensphase dieses Hundes geeignet ist – und nicht nur generisch als „für große Hunde“ deklariert wurde.

Quellen

  1. [1]FCI-Rassestandard BULLMASTIFFfci_standard
  2. [2]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  3. [3]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  4. [4]Studie: Entropion (UK)study
  5. [5]Studie: Aurales Hämatom (UK)study
  6. [6]PubMed 34453062: Aurales Hämatompubmed
  7. [7]Studie: progressive retinal atrophystudy
  8. [8]Wikipedia: Bullmastiffwikipedia
  9. [9]Bullmastiff - Steckbrief, Charakter, Wesen und Haltungweb
  10. [10]Bullmastiffweb
  11. [11]Bullmastiff | Das Gesunde Tierweb
  12. [12]Bullmastiff Futter – Testsieger 2026 - CheckForPet.deweb
  13. [13]Die Ernährung des Hundes: Wichtiges im Überblick | Dr. Samweb
  14. [14]Typische Rassekrankheiten beim Hund - [GEO]web

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Häufige Fragen

Fragen zur Ernährung & Haltung

Autor

futter.de-Redaktion. KI-gestützt erstellt aus unserer geprüften Datenbasis, redaktionell kuratiert.

Fachliche Prüfung

Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

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